23.02.2021 Branche

Debeka: Mehr psychologische Behandlungen wegen Corona

Deutschlands größter privater Krankenversicherer verzeichnet gestiegene Kosten für Psychotherapien. Deutlicher Zusammenhang mit der Pandemie.

Die Corona-Pandemie wirkt sich auf die Gesundheit der Versichertern aus – auch auf die psychische. (Foto: © ipopba - stock.adobe.com)
Die Corona-Pandemie wirkt sich auf die Gesundheit der Versichertern aus – auch auf die psychische.
(Foto: © ipopba - stock.adobe.com)

Wirkt sich das Corona-Jahr 2020 negativ auf die Psyche aus? Ein Maßstab dafür sind eingereichte Rechnungen für Psycho- und Verhaltenstherapie. Die Debeka, Deutschlands Marktführer bei privaten Krankenversicherungen, hat ihren Bestand an mehr als 2,4 Millionen Versicherten daraufhin untersucht. Das Ergebnis: Nach einem Rückgang im zweiten Quartal 2020, also in der Phase des ersten Lockdowns, stieg der Rechnungseingang im zweiten Halbjahr kräftig an. Das größte Plus wurde im November verzeichnet – mit 26,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. „Die Corona-Situation stellt die Menschen vor große Herausforderungen, denn unser Leben wird in weiten Teilen auf den Kopf gestellt”, sagt Thomas Brahm, Vorstandsvorsitzender der Debeka Versicherungen. „Viele sagen, dass es ihnen zunehmend schwerfällt, damit umzugehen.”

Starker Anstieg der Behandlungen zum Jahresende

 

In ihrer Analyse verglich die Debeka jeweils die Rechnungseingänge der einzelnen Monate 2020 mit denen des Vorjahres. Das Gros der Rechnungen reichen die meisten Versicherten laut Debeka traditionell im Januar ein. Danach ist im Jahr 2020 die Anzahl der Belege für Psycho- und Verhaltenstherapiesitzungen ab Februar zunächst gesunken – und zwar im einstelligen Prozentbereich. In der Phase des ersten Lockdowns bis in den Mai dann sogar noch deutlicher. Ab Juni bis Dezember stieg die Anzahl der Rechnungen, im Herbst sogar in den zweistelligen Prozentbereich. So waren es für Oktober fast zwölf Prozent mehr als im Vorjahresmonat, im November sogar 26,7 Prozent und im Dezember 12,4 Prozent. Insgesamt ist für das Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr beim Rechnungseingang für Therapien gegen psychische Leiden ein Zuwachs von 1,7 Prozent zu verzeichnen. „Selbst wenn sich die Auswirkungen erst mit leichten Verzögerungen erfassen lassen, ergibt sich ein klares Bild”, sagt Brahm. „Während in der Phase des ersten Lockdowns ein deutlicher Rückgang bei den Behandlungen zu verzeichnen war, sehen wir in den letzten Monaten des Jahres 2020 einen sehr starken Anstieg.”

Debeka mit Vorsorge- und Soforthilfe-Angeboten

 

Für ihre privat Krankenversicherten hält die Debeka nach eigenen Angaben je nach persönlich passender Situation verschiedene Versorgungsangebote und Hilfestellungen bereit. Sie setzen in unterschiedlichen Stadien und Krankheitsbildern an, darunter sind auch Soforthilfe-Angebote, die bei ersten Anzeichen genutzt werden können, zum Beispiel bei drohendem Burnout. Das Angebotsspektrum reicht vom psychosomatischen Assessment (der Einschätzung des Gesundheitszustands) über das Online-Unterstützungsprogramm, Terminvermittlung für ambulante Psychotherapie bis zu einem nachstationären Versorgungsprogramm.

 


Weitere Artikel

Listing

25.02.2021 Branche

Liebling, Corona hat die Löhne geschrumpft

Laut neuem Stepstone-Gehaltsreport sind die durchschnittlichen Einkommen in Deutschland um drei Prozent gesunken – auch die Versicherungsbranche blieb davon nicht verschont.

> weiterlesen
Listing

24.02.2021 Branche

Harte Jobs, schwach abgesichert

Eine aktuelle Studie im Auftrag der Basler Versicherung zeigt, dass gerade Menschen, die körperlich hart arbeiten, auf den wichtigen Schutz ihrer Einkommensabsicherung verzichten.

> weiterlesen
Listing

22.02.2021 Branche

DAK-Studie: Corona treibt psychische Erkrankungen

Rekord bei Ausfalltagen im Corona-Jahr: Der Psych-Report der Krankenkasse DAK-Gesundheit zeigt für 2020 einen drastischen Anstieg des psychisch bedingten Krankenstandes.

> weiterlesen