25.02.2021 Branche

Liebling, Corona hat die Löhne geschrumpft

Laut neuem Stepstone-Gehaltsreport sind die durchschnittlichen Einkommen in Deutschland um drei Prozent gesunken – auch die Versicherungsbranche blieb davon nicht verschont.

Gehaltsreport 2021: Die Experten von Stepstone haben mehr als 250.000 Daten analysiert. (Foto: © vege - stock.adobe.com)
Gehaltsreport 2021: Die Experten von Stepstone haben mehr als 250.000 Daten analysiert.
(Foto: © vege - stock.adobe.com)

Kaum Kontakte, schlechtere Stimmung – und weniger Geld in der Haushaltkasse? Corona schränkt nicht nur das Privatleben ein, sondern lässt offenbar auch die Gehälter schrumpfen. Erst vor wenigen Tagen berichtete das Statistische Bundesamt, dass sich die Nominallöhne der Deutschen zum ersten Mal seit 2007 rückläufig entwickelt haben. Ein ähnliches Bild zeichnet nun auch der Gehaltsreport 2021 von Stepstone.

Das Jobportal hat rund 250.000 Gehaltsdaten analysiert. Ergebnis: Das jährliche Brutto-Durchschnittseinkommen sank 2020 von 58 785 Euro im Vorjahr auf nur noch 56.985 Euro – ein Minus von drei Prozent. Die höchsten Gehälter erzielten demnach Ärzte (89.500 Euro). In den Werten sind auch Boni, Provisionen und Prämien enthalten.

Branchenüberblick: Versicherungen im Mittelfeld

 

Bei den Branchen führen Deutschlands Schlüsselindustrien das Gehaltsranking an: Auf Platz 1 liegen Banken (69.568 Euro im Jahr), gefolgt von Pharmaindustrie (69.450) und Fahrzeugbau (68.483). Am wenigsten verdienten hingegen Angestellte in den Bereichen Freizeit, Touristik, Kultur & Sport (47.464), Personaldienstleistungen (47.357), Handwerk (41.067) und im Hotel- bzw. Gastronomiegewerbe (40.098). Angestellte im Versicherungsbereich lagen mit einem Durchschnittssalär von 63.111 Euro auf dem achten Platz der bestzahlenden Branchen. Im vergangenen Jahr waren es im Schnitt jedoch noch 64.766 Euro im Jahr – und damit 2,6 Prozent mehr.

Gender Pay Gap im Finanzsektor

 

Gehalt ist dabei nicht gleich Gehalt. Wie viel Arbeitnehmer innerhalb einer Branche verdienen, hängt von verschiedenen Faktoren ab – etwa vom Geschlecht. Das gilt besonders im Bereich Finanzen, Versicherungen und Banking: Hier verdienen männliche Arbeitnehmer im Schnitt 71.903 Euro, während Frauen nur auf 56.802 Euro kamen. Die obere Führungsebene ist vielfach vorwiegend mit Männern besetzt. So liegt laut Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung der Frauenanteil in Versicherungsvorständen aktuell gerade einmal bei elf Prozent.

Ab März Gehaltsspannen bei allen Jobs

 

„Das Gehalt ist in Deutschland immer noch ein Tabuthema. Das verunsichert Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Sie wissen häufig nicht, welches Gehalt sie in ihrem Job erreichen können – und Arbeitgeber sorgen zu selten für Transparenz", sagt André Schaefer, Gehaltsexperte bei StepStone. Mit dem Gehaltsreport wolle man beiden Seiten mehr Orientierung geben. Ab dem 10. März gibt die Plattform dann bei allen Jobs die Gehaltsspannen an.


Weitere Artikel

Listing

17.05.2022 Branche

Neue Studie offenbart Pflegedilemma

Unterschätzte Kosten, fehlendes Wissen, körperliche Überlastung – die „HanseMerkur Pflegestudie 2022“ verdeutlicht die großen Probleme im Bereich Pflege. Besonders schwer haben es pflegende Familienangehörige.

> weiterlesen
Listing

16.05.2022 Branche

Studie: Keine Abkehr von individueller Mobilität

Nach der neuen Mobilitätsstudie der HUK-Coburg wollen die Deutschen auch zukünftig vor allem individuell unterwegs sein – und das mit dem Auto. Auch wenn der Zuspruch zunimmt, die große Liebe zum E-Auto ist noch nicht da. Ein Grund dürfte die Sorge vor hohen Strompreisen sein.

> weiterlesen
Listing

09.05.2022 Branche

Die BaFin und ihr neuer Chef

Zwischenbilanz nach neun Monaten: Auf der Jahrespressekonferenz erklärt der neue Präsident der BaFin, Marc Branson, warum die Aufsichtsbehörde unter seiner Führung bereits schlagkräftiger geworden sei. Auf das deutsche Finanzsystem sieht er durch Krieg und Inflation mittelfristig große Herausforderungen zukommen.

> weiterlesen