23.03.2026 Branche

Studie zur Geldanlage: Nachhaltigkeit alles andere als „out“ !

Eine aktuelle Umfrage der BarmeniaGothaer zeigt, dass die Mehrheit der Deutschen das Thema Nachhaltigkeit bei Geldanlagen für wichtig erachten. Bei konkreten Investitionen bleibt jedoch der Faktor Sicherheit maßgeblich.

Für eine lebenswertere Zukunft: Die Hälfte der Befragten wäre bereit, zugunsten von Nachhaltigkeit Abstriche bei der Rendite zu machen. (Foto: Firefly@adobe.com)
Für eine lebenswertere Zukunft: Die Hälfte der Befragten wäre bereit, zugunsten von Nachhaltigkeit Abstriche bei der Rendite zu machen.
(Foto: Firefly@adobe.com)

Krieg, Krisen und Handelskonflikte: Angesichts der aktuellen geopolitischen Gemengelage rückt das Thema „Nachhaltigkeit“ weltweit zunehmend in den Hintergrund. Ausnahme: Deutschlands Sparer. Das zeigt die aktuelle Anlegerstudie der BarmeniaGothaer, die der Versicherer gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführt hat.

Nachhaltig: Bedeutung gestiegen 

 

Demnach halten insgesamt 53 Prozent der Deutschen Nachhaltigkeit bei der Geldanlage für wichtig. 18 Prozent finden das Thema sogar sehr wichtig, während 35 Prozent es als eher wichtig bewerten. Damit ist der Anteil der Anlegerinnen und Anleger, die der Nachhaltigkeit bei ihren Investitionsentscheidungen eine Bedeutung zuschreiben, im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen: 2025 lag dieser Wert noch bei 50 Prozent. „Die Studie macht deutlich: Trotz der aktuellen geopolitischen Unsicherheiten bleibt Nachhaltigkeit für die Mehrheit der Deutschen ein wichtiger Faktor bei ihren Anlageentscheidungen“, sagt Anton Buchhart, Vorstand des BarmeniaGothaer Asset Managements. 18 Prozent der Befragten gaben an, dem Thema neutral gegenüberzustehen und Nachhaltigkeit bei der Geldanlage weder als wichtig noch als unwichtig einzustufen. Rund ein Viertel misst dem Thema dagegen eine geringere Bedeutung bei: 14 Prozent halten Nachhaltigkeit für eher unwichtig, 13 Prozent für gar nicht wichtig.

Sicherheit bleibt wichtigstes Anlagekriterium

 

Obwohl mehr als jede und jeder Zweite Nachhaltigkeit als eher oder sehr wichtig bewertet, ist sie nur für acht Prozent der Befragten der wichtigste Aspekt bei der Geldanlage. Daraus lässt sich ableiten, dass viele Menschen Nachhaltigkeit zwar berücksichtigen, ihre Anlageentscheidungen jedoch nur selten primär danach ausrichten. Häufiger werden Sicherheit (47 Prozent), Flexibilität (26 Prozent) und Rendite (13 Prozent) als wichtigste Kriterien genannt.

Renditeverzicht für einen guten Zweck

 

51 Prozent der Befragten wären jedoch bereit, zugunsten nachhaltiger Kriterien auf einen Teil der Rendite zu verzichten. 45 Prozent wären dazu nicht bereit. „Für alle, die Nachhaltigkeit und Rendite bislang als Zielkonflikt wahrgenommen haben, gibt es gute Nachrichten“, sagt Anton Buchhart. „Nachhaltigkeit und Rendite schließen sich nicht aus – im Gegenteil: Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien kann auch zur Risikoreduktion beitragen und damit negative Einflüsse auf die Rendite begrenzen. In einem gut gemanagten nachhaltigen Portfolio stellt sich diese Abwägung daher oft gar nicht.“

Eine Frage der Gerechtigkeit

 

Nachhaltigkeit wird von Anlegerinnen und Anlegern nicht ausschließlich ökologisch oder ökonomisch interpretiert, sondern vor allem mit sozialer Gerechtigkeit verbunden. 38 Prozent der Befragten nennen soziale Gerechtigkeit als wichtigsten Aspekt von Nachhaltigkeit. 33 Prozent priorisieren Umwelt- und Klimaschutz, während 25 Prozent eine verantwortungsvolle Unternehmensführung als wichtigste Facette betrachten. Im Vorjahr lag die Gewichtung noch etwas anders: 2025 nannten jeweils 35 Prozent soziale Gerechtigkeit sowie Umwelt- und Klimaschutz als wichtigsten Nachhaltigkeitsaspekt. Der Anteil derjenigen, die verantwortungsvolle Unternehmensführung priorisieren, blieb hingegen unverändert bei 25 Prozent. 

 

Über die Studie

Die BarmeniaGothaer-Studie zum Anlageverhalten der Deutschen wurde im Auftrag der BarmeniaGothaer Asset Management AG vom Meinungsforschungsinstitut Forsa vom 5. bis 8. Januar 2026 mit Hilfe computergestützter Telefoninterviews durchgeführt. Dabei wurden 1002 Bundesbürger ab 18 Jahren nach einem systematischen Zufallsverfahren repräsentativ ausgewählt und befragt.


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