23.01.2025 Branche

ALH-Gruppe: Etwas mehr Umsatz, deutlich höhere Kosten

Der Konzern aus Alte Leipziger und Hallesche hat sich im Geschäftsjahr 2024 wacker geschlagen. In einzelnen Sparten legten die Beitragseinnahmen deutlich zu, dafür drückte in der Sachsparte die hohe Schaden-Kosten-Quote.

Ost-Namen, West-Adressen: Außer vom traditionellen Alte-Leipziger-Standort Oberursel (Bild) wird der Konzern auch von der Hallesche-Zentrale in Stuttgart aus gesteuert. (Foto: ALTE LEIPZIGER)
Ost-Namen, West-Adressen: Außer vom traditionellen Alte-Leipziger-Standort Oberursel (Bild) wird der Konzern auch von der Hallesche-Zentrale in Stuttgart aus gesteuert.
(Foto: ALTE LEIPZIGER)

Die Gesellschaften der ALH-Gruppe aus Alter Leipziger und Hallesche haben im Geschäftsjahr 2024 mehr oder weniger stabile Ergebnisse erzielt. Insgesamt wird der Umsatz den Vorjahreswert von 5,3 Milliarden Euro leicht übertreffen. In diesen Wert fließen auch die Ergebnisse der Alte Leipziger Bauspar und der Alte Leipziger Trust Investment Gesellschaft ein. „Wir sind sehr zufrieden, dass unsere laufenden Beitragseinnahmen ungeachtet des schwierigen Umfelds in der Lebensversicherung 2024 kontinuierlich weiter wachsen. Das ist ein Ausdruck der Stabilität unseres Unternehmens und spricht für den Erfolg unserer langfristigen geschäftspolitischen Ausrichtung“, sagt der Vorstandsvorsitzende Christoph Bohn. 

Lebensversicherung: Mehr laufende Beiträge



Sowohl im Neugeschäft als auch im Bestand haben die laufenden Beitragseinnahmen der Alte Leipziger Lebensversicherung gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Das Neugeschäft gegen laufende Beiträge wird im Geschäftsjahr 2024 demnach leicht über dem Vorjahreswert von 220 Millionen Euro liegen. Im Bestand sind die laufenden Beitragseinnahmen der Alte Leipziger über dem Marktdurchschnitt gewachsen. Sie werden um etwa 2,4 Prozent über dem Vorjahr (rund 2,2 Milliarden Euro) erwartet. Die gesamten Bruttobeitragseinnahmen dürften aufgrund des geringeren Einmalbeitragsgeschäfts unter dem Vorjahreswert von rund 2,9 Milliarden Euro liegen. Der Versicherer rechnet aktuell mit einem Rohüberschuss auf einem hohen Niveau von über 400 Millionen Euro.


Krankenversicherung: Neugeschäftsrekord des Vorjahrs übertroffen

 

Die Hallesche Krankenversicherung hatte 2023 das beste Neugeschäftsergebnis ihrer Geschichte erzielt (7,7 Millionen Euro Monatssollbeitrag inkl. gesetzl. Zuschlag) – und konnte es 2024 sogar leicht übertreffen. Sowohl die Vollversicherung als auch die betriebliche Krankenversicherung (bKV) haben zu diesem Wachstum beigetragen. In der bKV wird das Neugeschäft rund 5,7 Prozent über dem Vorjahr liegen. In der Vollversicherung erwartet die Hallesche wie im Vorjahr erneut ein Wachstum im Versichertenbestand. Der Bruttoüberschuss wird den  Angaben zufolge deutlich über dem Vorjahreswert von 179 Millionen Euro liegen. „Auch im Gesundheitsmarkt stehen wir vor verschiedenen Herausforderungen, die sowohl die Private als auch Gesetzliche Krankenversicherung betreffen. Vor diesem Hintergrund freut uns besonders, dass die Hallesche mit ihren Produkten für Privat- und Firmenkunden ein bevorzugter Partner bleibt“, sagt Bohn.

Sachversicherung: Wachstum und Schadeninflation prägen Ergebnis

 

Die Alte Leipziger Versicherung konnte im Neugeschäft ebenso wie in den Beitragseinnahmen kräftig wachsen. Das Neugeschäft wird um ca. zehn Prozent über dem Vorjahreswert von 99,7 Millionen Euro liegen und damit ein neues Rekordniveau erreichen; die Beitragseinnahmen werden um rund 14 Prozent ansteigen. Entscheidende Treiber hierfür waren die Gewerbe- und Privatschutzsparten. Vor allem die weiter gestiegenen Kosten im Kfz-Bereich sowie im Wohngebäude-Segment haben sich auf das Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft 2024 ausgewirkt. Darüber hinaus zogen sehr hohe Elementarschäden im Zusammenhang mit Naturereignissen entsprechende Schadenzahlungen nach sich. In der Folge wird die Nettoschaden-Kostenquote der Alte Leipziger 2024 bei über 100 Prozent erwartet (2023: 99,7 Prozent).

Plus bei Baufinanzierung und Fondsvermögen



Die Bauspar-Gesellschaft hat ihr Baufinanzierungsneugeschäft gegenüber dem starken Vorjahresergebnis (198 Millionen Euro) noch einmal deutlich gesteigert. Das beantragte Bausparneugeschäft erwartet sie jedoch ein gutes Stück unter dem Rekordjahr 2023 von rund 1,6 Milliarden Euro. Die Alte Leipziger Trust Investment-Gesellschaft konnte ihr verwaltetes Fondsvermögen gegenüber dem Vorjahreswert (2,6 Milliarden Euro) deutlich steigern. Zum Wachstum von rund 15 Prozent haben vor allem die Publikumsfonds der Alte Leipziger Trust beigetragen.


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