10.09.2025 Branche

Helvetia und Baloise: Fit für Fusion

Die beiden Schweizer Versicherer haben im Vorfeld ihres geplanten Zusammenschlusses gute Halbjahreszahlen vorgelegt. Die Gewinne verbesserten sich jeweils um rund ein Viertel.

Die Helvetia gilt als etwas stärkerer der beiden Partner. (Foto: Helvetia Deutschland)
Die Helvetia gilt als etwas stärkerer der beiden Partner.
(Foto: Helvetia Deutschland)

Die Helvetia aus dem schweizerischen St. Gallen hat bei ihrem voraussichtlich letzten Halbjahresergebnis vor der Fusion mit der Baloise gute Zahlen vorgelegt. Das Geschäftsvolumen stieg leicht auf 6,96 Milliarden Schweizer Franken (1. Halbjahr 2024: 6,93 Milliarden). Wichtigster Treiber mit einem Plus von vier Prozent auf 4,51 Milliarden Franken war dabei das Nicht-Lebengeschäft. Ein Franken ist 1,07 Euro wert. Das Gesamtergebnis der Gruppe stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 24 Prozent auf 320,1 Millionen Franken. Trotz Großschadenereignissen wie dem Erdrutsch im Walliser Dorf Blatten verbesserte sich auch die Schaden-Kostenquote auf 93,3 Prozent (1. Halbjahr 2024: 94,5 Prozent). Das Unternehmen sieht sich auf gutem Kurs für die Fusion mit dem bisherigen Wettbewerber. „In nächster Zeit steht der geplante Zusammenschluss mit der Baloise im Fokus. Wir sind gut unterwegs und zuversichtlich, dass wir gegen Ende des Jahres 2025 wie geplant zu einem der größten Versicherer Europas fusionieren werden”, sagt Fabian Rupprecht, Group CEO von Helvetia. Der Versicherer hat über 14.000 Beschäftigte.

Partner ebenfalls im Plus



Unterdessen hat sich auch die Braut hübsch gemacht: Fusionspartner Baloise hat ihren Gewinn im ersten Halbjahr um 25,5 Prozent auf 275,9 Millionen Franken gesteigert. Treiber waren auch hier das Nicht-Lebengeschäft sowie der Bereich Asset Management und Banking. Die deutsche Tochter trug mit einem Gewinnplus von knapp zwölf Prozent zum Geschäftserfolg bei. Noch besser als bei der Helvetia lief es bei den Baslern in Sachen Schaden-Kostenquote: Sie sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,6 Prozentpunkte auf 90,6 Prozent – obwohl auch hier Belastungen durch den schweren Felssturz in Blatten die Bilanz trübten. „Gerade in solchen Momenten wird deutlich, wie wichtig unsere gesellschaftliche Rolle ist, weil unsere Dienstleistungen dazu beitragen, zumindest den finanziellen Verlust abzufedern", kommentiert Baloise CEO Michael Müller. Das Geschäftsvolumen des Versicherers sank leicht um 1,1 Prozent auf 5,24 Milliarden Franken, die Zahl der Mitarbeiter lag bei rund 8000. Durch die Fusion entsteht der nach der Zurich Group zweitgrößte Versicherer der Schweiz mit einem geschätzten Umsatz von rund 20 Milliarden Franken. Die Partner rechnen durch die Integration mit jährlichen Synergien von rund 350 Millionen Franken vor Steuern.

Genehmigungen für Zusammenschluss

 

Im April hatten Helvetia und Baloise ihre Entscheidung bekannt gegeben, sich mit einer Fusion unter Gleichen zusammenzuschließen. Nun hat die Schweizer Wettbewerbskommission die Pläne genehmigt. Zudem schloss die Europäische Kommission die Prüfung der Foreign Subsidies Regulation (FSR, Verordnung über ausländische Subventionen) erfolgreich ab. Weitere Genehmigungen stehen noch aus. Unterdessen haben die Verwaltungsräte von Helvetia und Baloise ein mögliches Datum für den Vollzug der Transaktion festgelegt: Sofern bis dahin alle Genehmigungen vorliegen, soll die Fusion am 5. Dezember erfolgen.


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