R+V überwindet Schwächephase
Die genossenschaftliche R+V-Versicherungsgruppe hat ihre Beitragseinnahmen im ersten Halbjahr 2025 um knapp zehn Prozent auf mehr als zehn Milliarden Euro gesteigert. Vorstandschef Rollinger blickt nach schwierigen Zeiten optimistischer in die Zukunft.

(Foto: R+V)
Die R+V Gruppe hat ihren Umsatz in der deutschen Erstversicherung in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres auf 10,1 Milliarden Euro gesteigert. Das entspricht einem Plus gegenüber dem Vorjahr von 9,2 Prozent. Bessere Aussichten für die Wirtschaft, das aktuelle Zinsumfeld und eine sinkende Inflation hätten sich auch auf die Geschäftsentwicklung der R+V positiv ausgewirkt. „Die Talsohle scheint durchschritten“, sagt R+V-Vorstandsvorsitzender Norbert Rollinger. In der Halbjahresbilanz hatten die Wiesbadener sowohl 2023 als auch 2024 den Umsatz von 2022 verfehlt. Fürs Gesamtjahr 2025 zeigt sich der R+V-Chef jetzt aber ebenfalls optimistisch: „Wir gehen davon aus, die positive Entwicklung des ersten Halbjahres fortzusetzen und deutlich oberhalb des Vorjahres zu wachsen.“ Im Geschäftsjahr 2024 lag das Wachstum in der Erstversicherung bei 2,8 Prozent.
Deutliches Plus bei Einmalbeiträgen
Besonderen Anteil an der positiven Halbjahresbilanz des Versicherers der genossenschaftlichen Finanzgruppe der Volksbanken und Raiffeisenbanken hat die Lebens- und Pensionsversicherung. Hier legte die R+V um 11,7 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro zu. Nach einem rückläufigen ersten Halbjahr 2024 und einem stagnierenden Gesamtjahr 2024 sei damit die Trendumkehr geschafft. Die laufenden Beiträge wuchsen um 1,0 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro, die Einmalbeiträge verzeichneten einen Anstieg um 28,4 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Besonders positiv entwickelte sich das Beitragsvolumen bei den Neuen Garantien, das um 30,8 Prozent auf 858 Millionen Euro zulegte. Auch das fondsgebundene Geschäft verzeichnete einen deutlichen Zuwachs von 30,2 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.
Krankensparte weiter auf Wachstumskurs
Die R+V Krankenversicherung setzte ihren Wachstumskurs im ersten Halbjahr 2025 fort. Die Beiträge legten um 7,6 Prozent auf 523 Millionen Euro zu. Dazu trugen sowohl die Voll- als auch die Zusatzversicherungen bei. Die Sparte sei damit auf einem guten Weg, bereits in diesem Jahr die Eine-Milliarde-Euro-Beitragsmarke zu knacken – ein Jahr früher als geplant. Alle Geschäftsfelder verzeichneten in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres Zuwächse. Die Kundenzahl der R+V Krankenversicherung konnte um 7,0 Prozent auf insgesamt mehr als 1,8 Millionen versicherte Personen gesteigert werden.
Schaden-/Unfallversicherung legt in allen Sparten zu
Der Umsatz im Bereich Schaden- und Unfallversicherung erhöhte sich um 7,4 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. In der größten Sparte, der Kfz-Versicherung, verzeichneten die Beiträge ein Plus von 10,5 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Die R+V ist mit rund fünf Millionen versicherten Fahrzeugen der drittgrößte Kfz-Versicherer auf dem deutschen Markt. Eine Herausforderung blieben die weiterhin hohen Kosten für Reparaturen, die die gesamte Branche belasten. Im Firmenkundengeschäft steigerte die R+V den Umsatz um 5,9 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Auch im Privatkundengeschäft wuchsen die Beiträge um 5,3 Prozent auf 900 Millionen Euro.
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