Talanx mit Rekord-Halbjahr
Die Hannoveraner Versicherungsgruppe erzielt in den ersten sechs Monaten ein Ergebnis von 1,373 Milliarden Euro – ein Plus von 26 Prozent und neuer Rekord. Außerdem wird die strategisch gewollte Balance zwischen Erst- und Rückversicherung erreicht.

(Foto: Talanx AG)
Die Talanx Gruppe hat im ersten Halbjahr 2025 ein Rekord-Ergebnis von 1,37 (Vorjahreszeitraum: 1,09) Milliarden Euro erzielt und hebt ihre Jahresprognose von bisher mehr als 2,1 Milliarden auf nun ungefähr 2,3 Milliarden Euro an. Getrieben wurde das Gewinnwachstum von einem starken operativen Geschäft, das von normalisierten Großschadenleistungen und positiven Währungseffekten im zweiten Quartal profitierte. Alle Geschäftsbereiche hätten zu der positiven Gewinnentwicklung im ersten Halbjahr beigetragen, so das Unternehmen. Der in etwa gleich große Anteil von Erst- (51 Prozent) und Rückversicherung (49 Prozent) am Konzernergebnis reflektiere dabei die diversifizierte und ausgewogene Struktur der Gruppe. Der Versicherungsumsatz wuchs insbesondere durch das Corporate & Specialty-Geschäft sowie das internationale Privat- und Firmenkundengeschäft währungskursbereinigt um fünf Prozent (nominal um zwei Prozent) auf 24,2 Milliarden Euro.
Für Rückschläge gewappnet
„Das erste Halbjahr 2025 hat gezeigt: Unsere diversifizierte Struktur und unsere fokussierte Strategie zahlen sich aus“, sagt Torsten Leue, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG. „Trotz hoher Großschadenleistungen im ersten Quartal haben wir ein Rekord-Halbjahresergebnis erzielt und gleichzeitig unsere Resilienz weiter gestärkt. Mit unserer operativen Stärke und einem Puffer in unserem Großschadenbudget von ungefähr 140 Millionen Euro blicken wir trotz der bevorstehenden Hurrikan-Saison optimistisch auf das dritte Quartal und den Rest des Jahres.“
Das versicherungstechnische Ergebnis wuchs um elf Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Nachdem das erste Quartal von dem höchsten Naturkatastrophen-Schaden der Konzern-Geschichte geprägt war, normalisierten sich die Großschadenleistungen. Der größte Einzelschaden waren mit 624 Millionen Euro die Waldbrände in Kalifornien. Weitere Großschäden durch Naturkatastrophen waren u.a. das Erdbeben in Myanmar mit 59 Millionen und die Tornados im mittleren Westen der USA mit 50 Millionen Euro. Insgesamt entstanden Man-Made-Großschäden in Höhe von 369 Millionen Euro und Großschäden durch Naturkatastrophen in Höhe von 764 Millionen Euro. Die Schaden-/Kostenquote verbesserte sich von 91,2 auf 90,7 Prozent.
Das versicherungstechnische Finanz- und Kapitalanlageergebnis vor Währungseffekten legte um gut acht Prozent auf 848 Millionen Euro zu. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 14 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro.
Spartenübergreifend: Plus bei Umsatz und Ergebnis
Das Segment Corporate & Specialty (Leitmarke HDI) steigerte den Versicherungsumsatz im ersten halben Jahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum währungskursbereinigt um acht Prozent auf 5,1 Milliarden Euro. Das versicherungstechnische Ergebnis blieb mit 430 Millionen Euro stabil. Die Schaden-/Kostenquote lag mit 91,6 Prozent 0,5 Punkte höher, aber innerhalb der Erwartungen von weniger als 92 Prozent für das Gesamtjahr. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 24 Prozent auf 377 Millionen Euro.
Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International steigerte den Versicherungsumsatz im ersten halben Jahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum währungskursbereinigt um neun Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Diese positive Entwicklung resultierte vor allem aus organischem Wachstum in Polen sowie dem Kfz-Geschäft in Mexiko. Die Schaden-Kostenquote verbesserte sich um 1,6 Punkte auf 90,8 Prozent. Das operative Ergebnis (EBIT) profitierte vor allem von Verbesserungen in Polen und der Türkei und steigerte sich um 24 Prozent auf 525 Millionen Euro.
Bei der Privat- und Firmenversicherung Deutschland sank der Versicherungsumsatz im ersten Halbjahr im Wesentlichen aufgrund der zum Ende des Jahres 2025 auslaufenden Kooperation mit der Targobank auf 1,7 Milliarden Euro. Das versicherungstechnische Ergebnis stieg aufgrund von Profitabilisierungsmaßnahmen sowie geringeren Frequenzschäden im Kfz-Geschäft auf 190 Millionen Euro. Die Schaden-/Kostenquote verbesserte sich substanziell von 99,7 auf 90,6 Prozent. Das operative Ergebnis lag bei 131 Millionen Euro, knapp zehn Pozent unter dem Vorjahreszeitraum.
Rückversicherung: Ergebnis gesteigert
Der Geschäftsbereich Rückversicherung (im Wesentlichen: Hannover Rück) steigerte den Versicherungsumsatz im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum währungskursbereinigt um vier Prozent auf 13,3 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) wuchs um sechs Prozent auf 1,8 Milliarden Euro, der Beitrag zum Konzernergebnis um 13 Prozent auf 662 Millionen Euro.
Im Segment Schaden-Rückversicherung stieg der Versicherungsumsatz aufgrund von Neugeschäft und dem weiterhin auskömmlichen Preisniveau um fünf Prozent auf 9,5 Milliarden Euro. Getrieben von den Waldbränden in Kalifornien lagen die Leistungen für Großschäden mit 976 Euro weit über Vorjahr, aber nur leicht oberhalb des periodenanteiligen Budgets von 935 Millionen Euro. Weitere Großschäden waren der Brand in einer Öl-Raffinerie in Texas, das Erdbeben in Myanmar und Tornados im mittleren Westen der USA. Der positive Geschäftsverlauf konnte die gestiegenen Großschadenleistungen und die konservative Reservierung überkompensieren, sodass das versicherungstechnische Ergebnis auf 975 Millionen Euro zulegte. Die Schaden-/Kostenquote lag nahezu stabil bei 88,4 (87,8) Prozent. Das operative Ergebnis (EBIT) wuchs um zwölf Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.
Im Segment Personen-Rückversicherung blieb der Versicherungsumsatz mit 3,8 Milliarden Euro stabil. Das versicherungstechnische Ergebnis lag bei 445 Millionen Euro, das operative Ergebnis (EBIT) gab um gut sechs Prozent auf 466 Millionen Euro nach.
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