19.03.2026 Branche

Talanx weiter auf Erfolgskurs

Ein Viertel mehr Gewinn, ein Drittel mehr Dividende für die Aktionäre: Die Versicherungsgruppe aus Hannover hat ihre eigenen Ziele fürs zurückliegende Geschäftsjahr 2025 übererfüllt.

Zentrale: Das Ergebnis stammt zur Hälfte aus dem Erstversicherungsgeschäft mit Marken wie HDI. Die andere Hälfte steuert die Rückversicherung (Hannover Re) bei. (Foto: Talanx/Thomas Bach)
Zentrale: Das Ergebnis stammt zur Hälfte aus dem Erstversicherungsgeschäft mit Marken wie HDI. Die andere Hälfte steuert die Rückversicherung (Hannover Re) bei.
(Foto: Talanx/Thomas Bach)

Rekord-Ergebnis für die Talanx-Gruppe: Im Geschäftsjahr 2025 haben die Niedersachsen ihren Versicherungsumsatz währungskursbereinigt um fünf Prozent auf 49 Milliarden und das Konzernergebnis um 25 Prozent auf 2,48 Milliarden Euro gesteigert. Getrieben wurde die positive Geschäftsentwicklung von einem starken operativen Geschäft sowie einem günstigen Schadenverlauf im zweiten Halbjahr. Alle Geschäftsbereiche trugen den Angaben zufolge zum Gewinnwachstum bei. Der gleich große Anteil von Erst- und Rückversicherung am Konzernergebnis reflektiere die diversifizierte Struktur der Gruppe. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um acht Prozent auf 5,3 Milliarden Euro, die Eigenkapitalrendite lag bei 19,7 (Vorjahr: 17,9) Prozent. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, die Dividende pro Aktie um 33 Prozent auf 3,60 Euro anzuheben. „2025 war ein außergewöhnliches Jahr – wir haben im ersten Quartal den größten Naturkatastrophen-Schaden unserer Konzerngeschichte und anschließend drei Quartale mit ungewöhnlich wenigen Naturkatastrophen erlebt. Mit operativer Stärke sowie dem Rückenwind des günstigen Schadenverlaufs haben wir nicht nur ein Rekord-Konzernergebnis erzielt, sondern auch unsere Ergebnisqualität weiter erhöht: Wir haben 2025 durch unsere Kapitalanlagepolitik und den Ausbau unserer Resilienz erneut die Substanz unserer Bilanz gestärkt“, sagt Torsten Leue, Vorstandschef der Talanx AG.

Niedrigere Kosten, Umschichtung der Kapitalanlagen

 

Das versicherungstechnische Ergebnis stieg 2025 um elf Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Die Großschadenleistungen lagen mit 2,19 Milliarden Euro deutlich unter dem Budget von 2,82 Milliarden. Höchster Einzelschaden waren die Waldbrände in Los Angeles mit 612 Millionen Euro. Die Schaden-/Kostenquote verbesserte sich auf 89,1 (Vorjahr: 90,3) Prozent.

Das versicherungstechnische Finanz- und Kapitalanlageergebnis vor Währungseffekten lag bei 859 (Vorjahr: 1.278) Millionen Euro und war geprägt von Veräußerungsverlusten von 1.173 Millionen Euro (davon 857 Millionen für eigene Rechnung), insbesondere um im Rahmen der Umschichtung niedrig verzinster Kapitalanlagen das Kapitalanlageergebnis der Zukunft zu stärken. Das operative Ergebnis (EBIT) erhöhte sich um acht Prozent auf 5,3 Milliarden Euro.

Privat- und Geschäftskunden: Deutschland schwächelt

 

Der Geschäftsbereich Corporate & Specialty steigerte den Versicherungsumsatz im Geschäftsjahr 2025 währungskursbereinigt um fünf Prozent auf 10,3 Milliarden Euro, der Beitrag zum Konzernergebnis wuchs um zehn Prozent auf 551 Millionen Euro. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International steigerte den Versicherungsumsatz um zehn Prozent auf 9,7 Milliarden Euro. Getrieben wurde diese positive Entwicklung vor allem von organischem Wachstum in Polen und der Türkei sowie dem Kfz-Geschäft in Mexiko. Der Beitrag zum Konzernergebnis stieg um 36 Prozent auf 611 Millionen Euro. Enthalten ist der Minderheitenanteil des Ergebnisses der polnischen Tochtergesell­schaften Warta und TU Europa, die im Februar 2026 rechtlich erworben worden sind, aber bereits im Geschäftsjahr 2025 zu bilanzieren waren.

Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland ging der Versicherungsumsatz um acht Prozent auf 3,3 Milliarden Euro zurück. Hintergrund sei die zum Ende des Jahres 2025 ausgelaufene Kooperation mit der Targobank. Der Rückgang konnte teilweise durch Optimierungsmaßnahmen und geringere Frequenzschäden insbesondere im Kfz-Geschäft kompensiert werden. Die Schaden-/Kostenquote verbesserte sich deutlich auf 91,8 (Vorjahr: 96,6) Prozent. Der Beitrag zum Konzernergebnis wuchs um sechs Prozent auf 173 Millionen Euro.

Rückversicherung: starkes Ergebnis 

 

Der Geschäftsbereich Rückversicherung steigerte den Versicherungsumsatz im Geschäftsjahr 2025 währungskursbereinigt um fünf Prozent auf 26,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) wuchs ebenfalls um fünf Prozent auf 3,5 Miliiarden Euro, der Beitrag zum Konzernergebnis um 13 Prozent auf 1,32 Milliarden.

Im Segment Schaden-Rückversicherung steigerte sich der Versicherungsumsatz währungskursbereinigt um vier Prozent auf 18,8 Milliarden. Die Schaden-/Kostenquote verbesserte sich aufgrund höherer Profitabilität des Geschäfts, der Unterauslastung des Großschadenbudgets und des Zinsanstiegs auf 84,0 (Vorjahr: 86,6) Prozent. Das versicherungstechnische Finanz- und Kapitalanlageergebnis vor Währungseffekten ging aufgrund der aktiven Realisierung stiller Lasten zur Stärkung künftiger Erträge um 540 auf auf 157 Millionen Euro zurück. Das operative Ergebnis (EBIT) wuchs um zehn Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Im Segment Personen-Rückversicherung stieg der Versicherungsumsatz währungskursbereinigt um sieben Prozent. Das versicherungstechnische Ergebnis wuchs unter anderem aufgrund des anhaltend starken Geschäfts mit Financial Solutions sowie mit Langlebigkeitsrisiken um zwei Prozent auf 903 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich auf 863 (Vorjahr: 926) Millionen Euro.

Perspektive 2026: Ziel vorzeitig erreichen

 

Die Talanx-Gruppe bestätigt ihr Ergebnisziel. „Unsere Geschäftsentwicklung stimmt uns auch für 2026 optimistisch: Wir sind zuversichtlich, ein Konzernergebnis von ungefähr 2,7 Milliarden Euro zu erzielen und damit unser ursprünglich erst für 2027 angestrebtes Gewinnziel bereits ein Jahr früher zu erreichen und zu übertreffen“, sagt Vorstandschef Torsten Leue. Die Gruppe erwartet für 2026 eine Eigenkapitalrendite von ungefähr 19 Prozent. Die Ziele stünden unter dem Vorbehalt, dass an den Währungs- und Kapitalmärkten keine Verwerfungen auftreten und Großschäden innerhalb der Erwartungen bleiben. Die aktuelle geopolitische und makroökonomische Situation sei ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor. Lohn der Mühe: Im Vorfeld der Präsentation der Ergebnisse wurde der Vertrag mit CEO Torsten Leue vorzeitig bis Juni 2030 verlängert.


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