Wir brauchen eine ständige Bereitschaft zum Wandel
Die Universa hat im Februar einen Generationenwechsel im Vorstand vollzogen. Wie sich der erfolgreiche Traditionsversicherer aus Franken künftig positioniert, welche Chancen die Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz bieten und warum der persönliche Kontakt ein entscheidender Faktor bleiben wird.

(Foto: Universa)
Die Universa hat ihr Vorstandsressort neu besetzt und von drei auf vier Personen ausgebaut.
Was steckt dahinter?
Frank Sievert: Zwei langjährige Vorstandsmitglieder sind in den Ruhestand gegangen. Wir haben diese Situation genutzt, um uns personell neu aufzustellen und zu verjüngen. Die Aufgabenbereiche werden immer komplexer. Deshalb verteilen wir sie auf vier Köpfe, um so die Herausforderungen gemeinsam zu meistern und die positive Entwicklung unserer Unternehmen auch in Zukunft kontinuierlich und konsequent fortzusetzen. Mit Stefan Krause und Dr. Marco Wimmer haben wir uns aus den eigenen Reihen verstärkt und mit Jutta Holzmann eine Vertriebsexpertin von außen hinzugewonnen.
Erstmals wurde eine Frau in den Vorstand berufen. Was motiviert Sie vor allem an der neuen Aufgabe?
Jutta Holzmann: Mich reizen insbesondere die Gestaltungsspielräume, die ein mittelständisches Unternehmen in der Rechtsform eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit bietet. Unsere einzige Anspruchsgruppe sind die versicherten Mitglieder. Sie stehen stets im Mittelpunkt unseres Handelns. Wir agieren unabhängig und ohne Aktionärsinteressen. Besonders angesprochen haben mich zudem die kurzen Entscheidungswege sowie die konsequente Ausrichtung am langfristigen Kundennutzen. Darüber hinaus ist es mein Anliegen, Menschen aktiv im Transformationsprozess zu begleiten und unseren Vertrieb sowohl persönlich als auch digital kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Was haben Sie sich für dieses Jahr konkret vorgenommen?
Holzmann: Ein Schwerpunkt wird die strategische Ausrichtung unseres Vertriebs sein. Besonders im Maklersegment wollen wir weiter wachsen. In Befragungen werden wir hier beständig als verlässlicher und qualitätsorientierter Partner wahrgenommen. Dennoch dürfen wir uns auf diesem positiven Feedback nicht ausruhen, sondern müssen unsere Betreuung sowie unsere Services stetig weiter verbessern. Dazu zählt unter anderem der Ausbau digitaler Schnittstellen über BiPRO ebenso wie der verstärkte Einsatz von KI. Ziel ist es, die digitale Zusammenarbeit mit unseren Vertriebspartnern weiter zu erleichtern und sie im operativen Geschäft noch gezielter zu unterstützen.
Digitalisierung ist ein gutes Stichwort. Wie ist die Universa hier aufgestellt?
Stefan Krause: Wir sind auf einem guten Weg. Wir haben unser Kundenportal weiter ausgebaut, bieten digitale Abschlüsse und Bestandsaktionen mit elektronischer Unterschrift sowie in der Krankenversicherung bereits seit Jahren erfolgreich eine App zur Rechnungseinreichung an. Bei der Anbindung der Telematikinfrastruktur liegen wir sehr gut im Rennen. Wir haben das E-Rezept bereits Mitte des letzten Jahres eingeführt und setzen derzeit die elektronische Patientenakte um. Zudem arbeiten wir intensiv an der Erneuerung unserer Kernsysteme.
Und wo stehen Sie beim Megatrend Künstliche Intelligenz?
Krause: Die geschickte Nutzung von KI ist ein kritischer Faktor für die Zukunftssicherheit. Wir treiben den Einsatz von KI an mehreren Stellen voran: Für fachliche Prozesse wollen wir eine weitergehende Automatisierung erreichen als bisher möglich und damit die Effizienz steigern. Hierfür haben wir mehrere Vorhaben gestartet. Zudem bietet die KI in der Softwareentwicklung ein sehr großes Potenzial, um mehr Geschwindigkeit bei hoher Qualität und höchster Sicherheit zu erreichen. Hier sind wir mitten im Einführungs- und Optimierungsprozess.
Wie wollen Sie sich im Wettbewerb künftig weiter behaupten?
Marco Wimmer: Für uns steht im Fokus, den Vertriebs- und Kundenservice weiter zu forcieren. Unser Anspruch ist es, die Universa als Serviceversicherer noch stärker am Markt zu etablieren und damit unseren USP deutlich herauszustellen. Service soll weiter ein echtes Abgrenzungskriterium zum Wettbewerb sein. Dazu werden wir etwa unsere Erreichbarkeit steigern und unsere Reaktionsgeschwindigkeit verbessern. Gleichzeitig setzen wir auf eine mehrwertschaffende Kombination aus Mensch und Technik. Der persönliche Kontakt bleibt ein entscheidender Faktor.
Qualifiziertes Personal ist dazu wichtig. Wie stellen Sie das angesichts des Fachkräftemangels sicher?
Wimmer: Wir sind zum fünften Mal in Folge als Leading Employer ausgezeichnet worden und zählen zu den Top ein Prozent der deutschen Arbeitgeber. Unsere Zusammenarbeit ist geprägt von Vertrauen, Teamarbeit und einer offenen Feedback-Kultur. Wir bieten moderne Arbeitsbedingungen, vielfältige Angebote zur Personalbindung sowie eine systematische Mitarbeitenden- und Führungskräfteentwicklung. Aktuell haben wir ein neues Mitarbeitenden- und Orientierungsgespräch, ein Laufbahn- und Kompetenzmodell sowie ein 360-Grad-Feedback für Führungskräfte eingeführt.
Erste Versicherer haben ihre Geschäftszahlen für das vergangene Jahr veröffentlicht. Wie hat sich die Universa entwickelt?
Sievert: Wir werden nach vorläufigen Zahlen erstmals die Milliardengrenze bei den gebuchten Bruttobeitragseinnahmen überschreiten und konnten im sechsten Jahr in Folge in allen drei Versicherungsunternehmen zulegen. 2025 war zudem unser vertrieblich erfolgreichstes Jahr. Kontinuierliches Wachstum, positive Geschäftsergebnisse und eine ausgezeichnete Eigenkapitalausstattung bleiben unser Markenzeichen und sind wichtig für dauerhaften Unternehmenserfolg und sichere Arbeitsplätze.
Wie schätzen Sie die Geschäftsentwicklung in diesem Jahr ein?
Holzmann: Durchweg positiv. Der Start verlief bereits sehr erfolgreich. Im Januar konnten wir unsere Neugeschäftsproduktion im Vergleich zum Vorjahr erneut um rund ein Drittel steigern. Besonders stark entwickelt sich weiterhin die private Krankheitskostenvollversicherung, allen voran unser Erfolgstarif uni-Top|Privat, aber auch der im vergangenen Jahr neu eingeführte Wohngebäudetarif. Zum 1. Februar haben wir unseren Zahnzusatztarif modernisiert. Drei leistungsstarke Tarifvarianten, ein unkompliziertes Vertriebshandling ohne Gesundheitsprüfung sowie zahlreiche attraktive Extras bekommen sowohl im Maklermarkt als auch in unserer Stammorganisation viel Zuspruch.
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