18.01.2021 Maklerwelt

Zahl der Vermittler steigt überraschend im vierten Quartal

Ist das bereits eine Trendwende? Erstmals seit neun Jahren ist die Zahl der registrierten Versicherungsvermittler im Vergleich zum Vorquartal wieder gestiegen. Vor allem die arg gebeutelte Ausschließlichkeit legte zu. Die Branche sieht aber eher kurzfristige Effekte als Ursache.

Die Gruppe der freien Makler konnte sich in den vergangenen Jahren in der Gruppe der Versicherungsvermittler am besten behaupten. Ihre Zahl ist seit Jahren konstant. (Foto: © N. Theiss - stock.adobe.com)
Die Gruppe der freien Makler konnte sich in den vergangenen Jahren in der Gruppe der Versicherungsvermittler am besten behaupten. Ihre Zahl ist seit Jahren konstant.
(Foto: © N. Theiss - stock.adobe.com)

Erstmals seit langem hat sich die Zahl der Versicherungsvermittler zum Vorquartal wieder erhöht. Bis zum 4. Januar 2021 waren insgesamt 197.437 Personen der Berufsgruppe mit einer Erlaubnis gemäß Paragraf 34d Gewerbeordnung im Register des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) eingetragen. Das ist ein Zuwachs um 681 innerhalb des letzten Quartals 2020. In den vergangenen knapp neun Jahren sank die Zahl der Versicherungsvermittler jedes Quartal. Wesentlichen Anteil am Anstieg hat die Zunahme bei der Zahl der gebundenen Vertreter, die um 644 auf 118.135 zulegte. Gerade diese Gruppe der Ausschließlichkeitsvertreter hatte in personeller Hinsicht in den vergangenen Jahren am meisten Federn lassen müssen.

BVK sieht Belastungen durch Corona und politische Regulierungen

 

Für den Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), als einer der führenden Vermittlerverbände, fällt die Bilanz mit Blick auf das Gesamtjahr gemischt aus. „Das ist trotz der Corona-Pandemie eine erfreuliche Tendenz zum Jahresende. Dennoch kämpft unser Berufsstand mit Abwanderung, denn 2020 verloren wir insgesamt 1051 Exklusivvermittler und 324 Versicherungsmakler. Das zeigt, dass die Belastungen und Kontakteinschränkungen durch die Pandemie nicht spurlos an unserem Berufsstand vorübergegangen sind", sagt BVK-Präsident Michael H. Heinz. Ein großes Problem bleibe, dass die regulatorischen Beanspruchungen für den Berufsstand zunehmen und den Vermittlern ihre Arbeit erschweren würden.

Tenor der Branche: Eher keine Trendwende

 

Branchenexperten wiederum sehen eine Vielzahl von Erklärungsansätzen, die nicht unbedingt auf eine nachhaltige Trendwende bei der Entwicklung der Anzahl der Versicherungsvermittler hindeuten. So ist in der Corona-Pandemie der Angestelltenvertrieb bei vielen Versicherern weiter geschrumpft. Ohnehin ist ein Abbau im Außendienst seit Jahren im Markt zu beobachten. Manch einer der Entlassenen dürfte sich nun aber in der Selbstständigkeit versuchen. Denkbar scheint auch, dass viele ältere Vermittler ihren Ruhestand aufgeschoben haben, weil sie ihren Bestand nicht inmitten der Krise verkaufen wollten. Eine Rolle mag außerdem der Einstieg von neuen Marktteilnehmern wie Insurtechs gespielt haben, die zu neuen Zulassungen geführt haben.

Das Gewerbe der Versicherungsvermittlung ist seit 2007 erlaubnispflichtig (§ 34d GewO). Seitdem werden quartalsweise auch Statistiken über die verschiedenen Gruppen der vertrieblich Tätigen erfasst. (Quelle. © IHK DIGITAL GmbH)
Das Gewerbe der Versicherungsvermittlung ist seit 2007 erlaubnispflichtig (§ 34d GewO). Seitdem werden quartalsweise auch Statistiken über die verschiedenen Gruppen der vertrieblich Tätigen erfasst. (Quelle. © IHK DIGITAL GmbH)

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