29.07.2021 Produkte

Nachfrage nach Elementarschutz­versicherung steigt

Die Flutkatastrophe in Deutschland bringt Bewegung in den Versicherungsmarkt: Einige Anbieter melden bereits ein erhöhtes Interesse an Elementarschutzversicherungen.

In Hagen verwandelte sich die Volme in einen reißenden Fluss. (Foto: Klaus Bärwinkel)
In Hagen verwandelte sich die Volme in einen reißenden Fluss.
(Foto: Klaus Bärwinkel)

Zwei Wochen nach den verheerenden Fluten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen verzeichnen Versicherungen ein deutlich höheres Interesse an Elementarschadenversicherungen. Die ERGO-Versicherung in Düsseldorf berichtete etwa, dass die Nachfrage nach entsprechendem Schutz bei ihren Vertriebspartnern in den vergangenen Tagen deutlich angestiegen sei. Auch die Debeka aus Koblenz erklärte, die Zahl der Anfragen und Anträge zur Absicherung der weiteren Naturgefahren sei seit der Flut deutlich gewachsen.

Verheerende Schäden

 

„Bernd“ dürfte die Versicherungen in Deutschland nach neuesten GDV-Schätzungen bis zu 5,5 Milliarden Euro kosten. Fast zwei Drittel der Schäden entstanden dabei in Rheinland-Pfalz, knapp ein Drittel in Nordrhein-Westfalen. Etwa 40.000 Autos sind laut Versicherungsverband von den Fluten beschädigt oder zerstört worden, dazu kommen Schäden an Gebäuden.

Viele Hausbesitzer ohne Elementarschutz-Police

 

Überraschend ist die verstärkte Nachfrage nicht. Ähnliches ließ sich in der Vergangenheit bereits nach Hochwasserereignissen beobachten. So hat sich die Verbreitung der Elementarversicherung in den vergangenen Jahren zwar deutlich erhöht, doch noch immer fehlt es vielerorts an der Absicherung gegen Naturgefahren wie Hochwasser, Starkregen oder Erdrutsch.  

So besitzen etwa in den aktuell betroffenen Regionen nur wenige Hausbesitzer über den entsprechen Elementarschutz: Laut des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind in Nordrhein-Westfalen nur 47 Prozent der Immobilienbesitzer ausreichend versichert, in Rheinland-Pfalz sind es mit 36 Prozent deutlich weniger. Wegen der niedrigen Quoten geriet zuletzt auch wieder das Thema Pflichtversicherung in die öffentliche Debatte.

 


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