17.09.2019 Produkte

Neue Typklassen für elf Millionen Kfz-Versicherte

Für knapp 6,5 Millionen Autofahrer gelten künftig höhere Einstufungen.

Der Wert des Fahrzeugs ist für die Einstufung bei den Typkallsen in der Kaskoversicherung maßgeblich. (Foto: Florian Pircher/Pixabay)
Der Wert des Fahrzeugs ist für die Einstufung bei den Typkallsen in der Kaskoversicherung maßgeblich.
(Foto: Florian Pircher/Pixabay)

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat heute die neue unverbindliche Typklassenstatistik veröffentlicht. Den aktuellen Zahlen zufolge bleibt es in der Kfz-Haftpflichtversicherung für fast drei Viertel bzw. rund 29,7 Millionen Autofahrer bei der Typklasse des Vorjahres. Rund 4,6 Millionen Autofahrer profitieren von besseren Typklassen, für knapp 6,5 Millionen gelten künftig höhere Einstufungen. Große Sprünge sind die Ausnahme, nur für wenige Modelle geht es um mehr als eine Klasse nach oben oder nach unten. So verbessern sich etwa der VW T-Roc 1.5 TSI (Typ A1, seit 2017) und der Kia Stonic 1.2 (Typ YB, seit 2017) jeweils um vier Klassen, während sich der Honda Jazz Hybrid 1.4 (Typ GP1, 2011-2015) um drei und der Skoda Octavia 1.2 TSI (Typ 5E, seit 2012) um zwei Typklassen verschlechtern.

Viele SUVs und Oberklasse-Modelle mit hohen Typklassen

 

Während in der Kfz-Haftpflichtversicherung die Leistungen für geschädigte Unfallgegner maßgeblich sind, spielt in der Kaskoversicherung unter anderem der Wert des versicherten Autos eine Rolle. Daher haben viele hochmotorisierte Oberklasse-Modelle und SUVs wie etwa der Lexus RX450H (Typ: AL2, seit 2015) und der BMW X6 M (Typ: M7X, seit 2014) hohe Typklassen, ältere Modelle und Kleinwagen wie der elektrisch betriebene Smart ForFour ED (Typ 451, seit 2016) oder der Suzuki Ignis 1.2 (Typ MF, seit 2016) eher niedrige Klassen.

Verbraucher können die neuen Typklassen aller zugelassenen Automodelle online abrufen: www.typklasse.de

Die Typklassenstatistik des GDV

Wie hoch der Beitrag einer Kfz-Versicherung ist, hängt von verschiedenen Merkmalen ab – unter anderem auch davon, welches Automodell gefahren wird. Um Kfz-Versicherern die risikogerechte Kalkulation ihrer Beiträge zu erleichtern, werten die Statistiker des GDV einmal jährlich die Schadenbilanzen aller in Deutschland zugelassenen Automodelle aus. Die Typklassenstatistik umfasst rund 30.000 verschiedene Modelle und deren Schadenbilanzen der Jahre 2016 bis 2018.

Die Logik der unverbindlichen GDV-Typklassenstatistik ist einfach: Werden mit einem Automodell vergleichsweise wenige Schäden und geringe Reparaturkosten verursacht, erhält es eine niedrige Typklasse, bei vielen Schäden und hohen Versicherungsleistungen eine hohe.

In der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es 16 Typklassen (10-25), für die Einstufung des Modells sind die Versicherungsleistungen für geschädigte Dritte nach Verkehrsunfällen maßgeblich. In der Vollkaskoversicherung unterscheiden die Statistiker des GDV 25 Typklassen (10-34). In die Berechnung der Vollkaskoversicherung fließen die Schäden am eigenen Auto nach selbstverschuldeten Unfällen sowie die Teilkaskoschäden (u. a. Autodiebstähle, Glasschäden, Wildunfälle oder Schäden durch Naturereignisse) vollkaskoversicherter Fahrzeuge ein. In der Teilkaskoversicherung gibt es 24 Typklassen (10-33). Für diese Statistik werden die Teilkaskoschäden kaskoversicherter Fahrzeuge betrachtet.

Die neue Typklasseneinstufung des GDV ist für die Versicherungsunternehmen unverbindlich und kann ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge zur Hauptfälligkeit angewendet werden – in der Regel ist dies der 1. Januar 2020. Die Typklasse allein lässt jedoch keinen Rückschluss auf die Entwicklung des gesamten Kfz-Versicherungsbeitrages zu.


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