17.05.2021 Produkte

GDV-Studie: Jeder Fünfte ohne zusätzliche Altersvorsorge

Zwar ist sich die Mehrheit der Deutschen einer drohenden Rentenlücke bewusst. Doch viele Menschen im erwerbsfähigen Alter wissen nicht, wie hoch der voraussichtliche Fehlbetrag ausfallen wird. Rund 20 Prozent verzichten komplett auf zusätzliche Altervorsorge wie bAV oder Riester. Das ergab eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des GDV.

Wer heute nicht zusätzlich fürs Alter vorsorgt, dem drohen im Ruhestand teilweise empfindliche finanzielle Einbußen. (Foto: © vegefoc.com - stock.adobe.com )
Wer heute nicht zusätzlich fürs Alter vorsorgt, dem drohen im Ruhestand teilweise empfindliche finanzielle Einbußen.
(Foto: © vegefoc.com - stock.adobe.com )

Sicher ist: Die gesetzliche Rente wird als alleinige Altersvorsorge für künftige Generationen nicht mehr reichen. Diese Botschaft ist längst bei den Menschen angekommen. Viele setzen auf die Riester-Rente als private Zusatzvorsorge. Aktuell liegt der Vertragsbestand bei über 16 Millionen – auch wenn der Vorsorgeklassiker in seiner jetzigen Form wohl keine Zukunft mehr hat (Stichwort: Garantiezins). Als problematisch dürfte sich aber auch das fehlende Wissen der Menschen um ihre finanziellen Verhältnisse im Alter erweisen. Denn laut einer Civey-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) können die meisten Befragten gar nicht sagen, ob ihre Rente reichen wird.

Wissenslücke in Sachen Vorsorge

 

Aus der Befragung geht hervor, dass sich gut die Hälfte der Personen im erwerbsfähigen Alter (53 Prozent) Sorgen wegen der Altersvorsorge macht. Besonders hoch ist die Verunsicherung bei Frauen (57 Prozent). Einem finanziell sorgenfreien Ruhestand sehen 42 Prozent der Männer bzw. 32 Prozent der Frauen entgegen. Gleichzeit kann nur ein knappes Drittel der Befragten nicht oder nur sehr vage abschätzen, wie hoch ihr Einkommen im Alter sein wird. Viel Unkenntnis auch bei der Frage nach einer drohenden Rentenlücke – also der Differenz zwischen letztem Erwerbseinkommen und auskömmlicher Rente: Rund 20 Prozent der Befragten wissen nicht, ob bzw. wie viel ihnen im Ruhestand monatlich zur Wunschrente fehlen wird.

Befürchtete Rentenlücken von mehr als 750 Euro

 

Fast 60 Prozent erwarten eine erhebliche Differenz von mindestens 250 Euro. Knapp ein Drittel schätzt die persönliche Rentenlücke auf 750 Euro pro Monat und mehr. Nur jeder Sechste glaubt, im Alter voraussichtlich genug Geld zur Verfügung zu haben. Auf der anderen Seite liegt der Anteil von Menschen im erwerbsfähigen Alter, die überhaupt keine zusätzliche Altersvorsorge betreiben, bei 20 Prozent. Offenbar herrscht in diesem Bereich noch viel Aufklärungsbedarf. Vermittler bzw. Berater sollten auf die Dringlichkeit dieses Themas hinweisen und mit ihrer Expertise individuell geeignete Vorsorgekonzepte für ihre Kunden entwickeln.

Mehr als ein Fünftel hat keine zusätzliche Altersvorsorge

 

Unter den Befragten, die zusätzlich vorsorgen, setzen 37 Prozent auf Immobilien, 30 Prozent investieren in Aktien- bzw. Rentenfonds. Knapp dahinter rangiert mit 28 Prozent die betriebliche Altervorsorge (bAV). Hier zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede in den Altersgruppen: Von den Befragten zwischen 18 und 29 Jahren haben nur rund 18 Prozent eine Betriebsrente – gegenüber gut 32 Prozent in der Gruppe der 50 bis 64-jährigen. Rund 23 Prozent der Befragten über alle Altersgruppen hinweg sorgen mit einer Lebensversicherung vor. Einen Riester-Vertrag haben etwa 22 Prozent der Befragten.

Frauen stehen auf Riester, Männer setzen auf bAV

 

Laut GDV zeigen sich bei der Altersvorsorge bemerkenswerte Geschlechter-Unterschiede: So haben Frauen deutlich seltener eine Betriebsrente (24 Prozent) als Männer (30 Prozent). Dafür sorgen sie häufiger mit einem Riester-Vertrag fürs Alter vor (25 Prozent gegenüber 19 Prozent) .


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