15.07.2021 Produkte

Vorsorge: Frauen sorgen seltener fürs Alter vor, dafür aber früher

Swiss Life Deutschland hat das Vorsorgeverhalten von Frauen unter die Lupe genommen. Warum viele Frauen seltener für die Zukunft vorsorgen als Männer. Und welche Rolle der Gender-Pension-Gap dabei spielt.

Heute schon an morgen denken: Im Schnitt sind Frauen beim Abschluss eines Altersvorsorgeproduktes 30,9 Jahre alt. (Foto: © StockPhotoPro - stock.adobe.com)
Heute schon an morgen denken: Im Schnitt sind Frauen beim Abschluss eines Altersvorsorgeproduktes 30,9 Jahre alt.
(Foto: © StockPhotoPro - stock.adobe.com)

„Die Rente ist ein Spiegel des Arbeitslebens: Wer wenig einzahlt, bekommt wenig raus”, sagt Jörg Arnold, CEO von Swiss Life Deutschland. „Leider existieren nach wie vor Einkommens­unterschiede zwischen Frauen und Männern, die sich gerade bei den Rentenansprüchen bemerkbar machen. Für ein finanziell selbstbestimmtes Leben ist eine private Vorsorge daher umso wichtiger.” Frauen sorgen jedoch immer noch seltener vor als Männer. Das zeigt etwa ein Blick auf das Kundengefüge bei der Swiss Life. Demnach sind 43 Prozent der Kunden, die ein Altersvorsorge­produkt abschließen, Frauen, 56 Prozent sind männlich (fehlendes Prozent: nicht-binär). 

Um mehr über das Vorsorgeverhalten von Frauen zu erfahren, hat Swiss Life Deutschland mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov im April 2021 eine Online-Umfrage durchgeführt. Zentrales Ergebnis: Frauen investieren nicht nur seltener in ihre Vorsorge, sie nehmen auch weniger Geld dafür in die Hand. 53 Prozent der weiblichen und 57 Prozent der männlichen Befragten glauben zwar, dass sie über 150 Euro monatlich sparen müssen, um im Alter den gewohnten Lebensstandard zu halten, doch nur 22 Prozent der Frauen und 36 Prozent der Männer investieren diese Summe tatsächlich. Schätzung und Wirklichkeit gehen demnach bei beiden Geschlechtern auseinander, wobei Frauen weniger für ihre Rente zurücklegen – mit weitreichenden Folgen.

Was Gender Pension Gap bedeutet

 

Im Jahr 2019 haben Frauen aus allen drei Säulen der Alterssicherung ein im Durchschnitt um 46 Prozent niedrigeres Einkommen bezogen als Männer. Diesen Gender Pension Gap unterschätzen jedoch die meisten Frauen und wiegen sich in falscher Sicherheit. Denn laut Studie von Swiss Life Deutschland denkt die große Mehrheit der befragten Frauen (85 Prozent), dass der Gender Pension Gap bei unter 40 Prozent liegt; ein knappes Drittel der Frauen (32 Prozent) stuft diese Rentenlücke sogar auf höchstens 20 Prozent ein. Zahlen der Deutschen Rentenversicherung zeigen, dass die durchschnittliche (gesetzliche) Rente bei Frauen im Jahr 2018 bei 711 Euro lag – das sind 437 Euro weniger, als Männer durchschnittlich im Ruhestand zur Verfügung hatten (1148 Euro). „Vielen Frauen ist überhaupt nicht bewusst, wie dramatisch sich der Gender Pension Gap später bei der Altersrente auswirkt. Eine frühzeitige Vorsorge tut Not, damit der Rentenbescheid nicht zur bösen Überraschung wird”, sagt Arnold. 

Frauen verdienen in der Regel weniger als Männer. Sie sind seltener in Führungspositionen anzutreffen, arbeiten oft in schlechter bezahlten Branchen und Berufen als Männer und unterbrechen bzw. reduzieren ihre Erwerbstätigkeit häufiger, weil sie Kinder betreuen oder Angehörige pflegen. Dieser Einkommensunterschied summiert sich bis zum Rentenbeginn.

Positive Entwicklung: Frauen sorgen mittlerweile früher vor

 

„Obwohl Frauen immer noch seltener für die Zukunft vorsorgen als Männer, nehmen sie heute das Zepter für ein selbstbestimmtes Leben früher in die Hand”, erklärt Arnold. Die Daten von Swiss Life Deutschland zeigen: Lag das Durchschnittsalter der Kundinnen im Jahr 2010 beim Abschluss eines Altersvorsorgeproduktes noch bei 33,9 Jahren, waren sie zwölf Jahre später im Schnitt 30,9 Jahre alt. Das sei eine gute Botschaft, denn gerade in jungen Jahren werde der Grundstock für finanzielle Unabhängigkeit gelegt. 

Einkommen, Bildung und Karriere entscheidend für Vorsorge

 

Je höher das persönliche Nettoeinkommen der befragten Frauen, desto mehr Geld nehmen sie in die Hand, um für ihren Lebensabend vorzusorgen. Daneben spielt auch der Bildungs- und berufliche Hintergrund eine Rolle. Frauen mit Universitäts- oder Fachhochschulabschluss sowie Frauen in einer Führungsposition investieren mehr in ihre Zukunft. „Einerseits ist es positiv, dass diese Frauen bereits gut vorsorgen, andererseits müssen Frauen mit einer Erwerbshistorie, die mit einer geringen gesetzlichen Rente einhergeht, unterstützt werden, um ihre Rentenlücke auszugleichen”, so Arnold. Selbst geringe Beträge könnten, clever angelegt, später mehr Lebensqualität bedeuten. Eine bedarfsgerechte und ganzheitliche Finanzberatung kann hier Abhilfe schaffen. Für 82 Prozent der befragten Frauen spielt die Beratung in Finanz- und Vorsorgefragen eine wichtige Rolle. Hier sei die Aufgeschlossenheit sehr viel größer als noch vor einigen Jahren, resümiert Arnold.

Über die Studie

Um mehr über das Vorsorgeverhalten von Frauen zu erfahren, führte Swiss Life Deutschland gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov im April 2021 eine Online-Umfrage bei 3.131 Teilnehmenden über 18 Jahren durch – davon jeweils rund ein Drittel Führungskräfte, Beschäftigte ohne Führungsverantwortung und Studierende.


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