Erstes Halbjahr: Weniger Schäden durch Naturgefahren
Die Naturgefahrenbilanz für die ersten sechs Monate 2025 fällt laut GDV unterdurchschnittlich aus. Trotzdem warnt der Verband vor den Folgen des Klimawandels.

(Foto: Jan Mallander/Pixabay)
Die versicherten Schäden durch Naturgefahren lagen im ersten Halbjahr 2025 unter den Werten der Vorjahre, bleiben aber auf hohem Niveau. „Mit rund einer Milliarde Euro fielen die versicherten Schäden aus Sturm, Hagel, Starkregen und Überschwemmungen geringer aus als aufgrund des langjährigen Durchschnitts erwartet“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).
Auf die Sachversicherung entfallen demnach rund 500 Millionen Euro Schäden durch Sturm, Hagel und Blitz. Hinzu kommen 100 Millionen Euro Schäden durch weitere Naturgefahren wie Überschwemmung und Starkregen. In der Kraftfahrtversicherung beliefen sich die Schäden durch Stürme und Überschwemmungen auf 350 Millionen Euro. Erfasst wurden in der Statistik Schäden an Häusern, Hausrat, Gewerbe- und Industriebetrieben sowie Kraftfahrzeugen. „Das erste Halbjahr 2025 war zwar unterdurchschnittlich, was Naturgefahrenschäden angeht“, so Asmussen. „Trotzdem zeigt der langfristige Trend eine deutliche Zunahme an Extremwetterereignissen und Schäden.“
Entwarnung wohl auch fürs Gesamtjahr
Sollten die Schäden im zweiten Halbjahr 2025 durchschnittlich ausfallen, rechnen die Versicherer mit einem insgesamt unterdurchschnittlichen Schadenjahr. „Wenn schwere Herbst- und Winterstürme ausbleiben, rechnen wir für das ganze Jahr mit Naturgefahrenschäden in Höhe von etwa 4,5 Milliarden Euro. Sie lägen damit zwar unter denen für das ganze Jahr bislang erwarteten Schäden von 6,3 Milliarden Euro, aber dennoch auf hohem Niveau“, sagt Asmussen.
GDV fordert Gesamtkonzept
Der Verband mahnt, dass die langfristige Bedrohung durch Extremwetterereignisse aufgrund des Klimawandels weiter zunimmt und umfassende Schutzmaßnahmen erfordert. „Angesichts der wachsenden Risiken fordern wir eine stärkere Fokussierung auf umfassende Prävention“, so Asmussen. Daher sei es notwendig, den Elementarschadenschutz zu stärken. Bislang sind nur gut die Hälfte der Gebäude in Deutschland umfassend mit einer Elementarschadenversicherung gegen alle Naturgefahren geschützt, obwohl es ein großes Angebot am Markt gibt.
Die Diskussion um eine Opt-out-Lösung und die Prüfung einer staatlichen Rückversicherung sind aus GDV-Sicht die richtigen Schritte. „Dauerhafter Schutz für Menschen, Gebäude und Infrastruktur kann nur erreicht werden, wenn die Bereiche Versicherung, Vorsorge und Klimaanpassung Hand in Hand arbeiten“, sagt Asmussen.
Weitere Artikel
Elementarschäden: mehr Schutz vor Rückstau
Schäden: Elektroautos seltener Ausreißer