24.07.2024 Sparten/Produkte

GDV: Höhere Reparaturkosten bei Elektroautos

Nach einer aktuellen GDV-Studie sind die Schäden bei Stromern im Schnitt bis zu 25 Prozent höher als bei vergleichbaren Verbrennern. Doch schuld daran ist nicht allein die Technik. Der Branchenverband hat denn auch konkrete Vorschläge für niedrigere Werkstattkosten parat.

Stromerkrise: In Deutschland kommt der Markt für E-Autos derzeit noch nicht so richtig in Fahrt. (Foto: Getty Images)
Stromerkrise: In Deutschland kommt der Markt für E-Autos derzeit noch nicht so richtig in Fahrt.
(Foto: Getty Images)

Elektroautos haben derzeit keinen leichten Stand: Nach dem plötzlichen Wegfall der staatlichen Förderprämien sind ihre Zulassungszahlen zuletzt deutlich eingebrochen. Spektakuläre Bilder von riesigen Flächen mit dicht an dicht aufgereihten, nicht verkauften E-Autos machen die aktuelle Absatzkrise sichtbar.

Werkstattkosten um ein Viertel höher

 

Prompt kommt jetzt die nächste Negativmeldung: „Unfallschäden an einem Elektroauto kosten deutlich mehr als bei einem vergleichbaren Auto mit Verbrennungsmotor“, berichtet Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Nach einer aktuellen GDV-Untersuchung werden in der Vollkasko-Versicherung für Stromer zwar bis zu 20 Prozent weniger Schäden gemeldet als bei vergleichbaren Verbrennern, aber jeder Schaden ist im Schnitt bis zu 25 Prozent teurer.

Fehlendes Know-how als unnötiger Kostentreiber

 

Ein Faktor sind offenbar die hohen Ausgaben für den Tausch von Antriebsbatterien. Doch nicht allein die Technik ist schuld an den höheren Werkstattrechnungen. Auch „hausgemachte“ Kosten wie lange Standzeiten und schlechte Diagnose- und Reparaturmöglichkeiten sind nach Erkenntnissen der Kfz-Versicherer ein wichtiger Faktor. „Nach Unfällen werden die Antriebsbatterien häufig komplett ausgetauscht. Zudem werden die Autos sehr lange in Quarantäne gelagert oder sogar in Löschcontainern im Wasser versenkt, was zum Totalschaden führt“, sagt Asmussen. 

Verband nimmt Hersteller in die Pflicht

 

Der GDV fordert deshalb kostensenkende Sofortmaßnahmen. „Werkstätten, Abschleppunternehmen, Feuerwehren und Gutachter brauchen mehr Unterstützung beim Umgang mit schwer beschädigten Elektroautos“, so Verbandschef Asmussen. Laut GDV müssten die Hersteller Batterien schon beim Design der Fahrzeuge so gut wie möglich vor Schäden durch Unfälle schützen und nach einem Unfall aussagekräftige Diagnosedaten zum Zustand des Stromspeichers zur Verfügung stellen. Notwendig seien außerdem präzise Kriterien für den Umgang mit verunfallten Elektroautos sowie „wirtschaftlich nachhaltige Anleitungen für die Reparatur oder den teilweisen Austausch beschädigter Batterien.“

Hohe Versicherungsprämien gefährden Mobilitätswende

 

Am Ende gehe es auch um die Akzeptanz der sauberen Stromer. Denn nicht nur die geringere Zahl an Unfallschäden, auch die höheren Kosten werden von den Kfz-Versicherern bei der Berechnung der individuellen Typklassen des jeweiligen Modells berücksichtigt. In der Folge können hohe Reparaturkosten auch zu einem höheren Versicherungsbeitrag führen. Dies sei nicht im Sinne der notwendigen Mobilitätswende, warnt der Verband.

 

 






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