25.08.2025 Sparten/Produkte

Krankenversicherung: Deutlicher Anstieg der Leistungsausgaben

Auch im ersten Halbjahr 2025 sind die Leistungsausgaben der privaten Krankenversicherung (PKV) spürbar gestiegen – das gilt allerdings ebenso für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV).

Arztpraxis. Die Ausgaben sind erneut stark gestiegen. (Foto: © Schlierner - stock.adobe.com)
Arztpraxis. Die Ausgaben sind erneut stark gestiegen.
(Foto: © Schlierner - stock.adobe.com)

Die vorläufigen Zahlen des PKV-Verbandes weisen für das erste Halbjahr 2025 deutliche Mehrkosten aus: So stiegen die Ausgaben in der ambulanten Versorgung um 7,5 Prozent auf 9,26 Milliarden Euro, im zahnmedizinischen Bereich betrug der Zuwachs 6,82 Prozent (auf 2,94 Milliarden Euro). Laut Holger Eich, Geschäftsführer und Chef-Mathematiker im PKV-Verband, setzt sich damit die Entwicklung aus den Vorjahren fort: „Da haben besonders die Aufwendungen für die stationäre Versorgung stark zugelegt. So sind zum Beispiel die Ausgaben für allgemeine Krankenhausleistungen im Jahr 2024 nochmals um über zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Hier spüren wir dieselben Effekte wie die GKV, denn die Vergütung der Krankenhausleistungen ist ja für privat und gesetzlich Versicherte identisch.” Auch für Arzneimittel hätten die privaten Krankenversicherer im letzten Jahr annähernd zehn Prozent mehr aufwenden müssen – und dieser Trend setzt sich 2025 kaum vermindert fort.

Mehr Geld für Kliniken und Impfungen

 

Als wesentlichen Faktor für die Kostensteigerung nennt Eich den medizinischen Fortschritt, der die Versorgung der Versicherten kontinuierlich verbessert, aber eben mit höheren Kosten verbunden ist. Als Beispiel nennt der Experte Gürtelrose-Impfungen: „Die gibt es erst seit 2018. Und während die PKV 2019 dafür noch 8,3 Millionen Euro aufgewendet hat, waren es 2023 schon 108,8 Millionen.” In Zukunft erwartet Eich weitere Kostenanstiege – zum Beispiel durch die im Rahmen der Krankenhausreform geplante Vorhaltevergütung. Die massiv steigenden Leistungsausgaben hätten natürlich Folgen, so der PKV-Geschäftsführer: „Erste Signale aus der Branche deuten darauf hin, dass es deswegen zu Beginn 2026 erneut deutliche Beitragserhöhungen geben wird. Es ist zu befürchten, dass davon wieder ein Großteil der Privatversicherten betroffen ist.”

Beitragsanstieg: PKV im Vorteil



Für PKV-Versicherte mag es da ein kleiner Trost sein, dass die Beiträge in der GKV noch schneller steigen. Um satte 15,7 Prozent haben die Höchstbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in den vergangenen anderthalb Jahren angezogen. In der privaten Krankenversicherung (PKV) sind die Beiträge in diesem Zeitraum um 12,5 Prozent gestiegen. Das hat eine Auswertung des Verbraucherportals Finanztip ergeben. Eine neue Langfrist-Analyse von Finanztip zeigt außerdem: Der GKV-Höchstbeitrag ist seit 2010 von rund 560 Euro im Jahr 2010 auf etwa 976 Euro im Jahr 2025 geklettert. Gleichzeitig sind die durchschnittlichen PKV-Prämien für Vollversicherte von unter 400 Euro auf „nur” 623 Euro gestiegen. Ein Zuwachs um 75 Prozent (GKV) bzw. 62 Prozent (PKV) in den vergangenen 15 Jahren.


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