06.01.2026 Sparten/Produkte

Altersvorsorge: Eifer sinkt

Eine aktuelle Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge zeigt: Obwohl die Sorge um Lebensstandard im Alter hoch bleibt, nimmt die Vorsorgebereitschaft ab. Politische Reformen sind nötiger denn je.

In Zukunft werden weniger Senioren ihren Lebensabend ohne finanzielle Probleme bestreiten könnnen. (Foto: © goodluz – stock.adobe.com)
In Zukunft werden weniger Senioren ihren Lebensabend ohne finanzielle Probleme bestreiten könnnen.
(Foto: © goodluz – stock.adobe.com)

Zwei Drittel der Deutschen rechnen damit, ihren heutigen Lebensstandard im Alter nicht halten zu können. Das zeigt der neueste „DIA Deutschland-Trend Vorsorge 2025“ vom Dezember, für den 1.000 erwerbsfähige Personen zwischen 18 und 64 befragt wurden. Gleichzeitig planen spürbar weniger Befragte als im Vorjahr, ihre Vorsorgebemühungen in den nächsten zwölf Monaten auszuweiten.

„Die Menschen blicken realistisch, aber besorgt auf ihren Ruhestand. Die Sorge um den Lebensstandard ist hoch, gleichzeitig bröckelt die kurzfristige Vorsorgebereitschaft – das ist ein Alarmsignal für Politik und Anbieter“, erklärt Peter Schwark, neuer Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). „Wir brauchen jetzt einfache, verlässliche Produkte und klare Orientierung über zu erwartende Versorgungslücken, damit aus berechtigten Sorgen Taten werden.“ Schwark kennt sich aus: Der Volkswirt hat bei Rentenpapst Prof. Bert Rürup promoviert und war beim Branchenverbnand GDV jahrelang für Lebensversicherungen zuständig.

Abstriche im Alter, wachsende Lücke



Laut DIA-Umfrage gehen 67 Prozent der Befragten davon aus, ihren Lebensstandard im Alter senken zu müssen, 37 Prozent sagen sogar, sie müssten ihn „deutlich senken“ (siehe Grafik). Nur ein Drittel erwartet, den eigenen Lebensstandard mindestens beibehalten zu können. Bei der Vorsorgebereitschaft ist die Bevölkerung gespalten: 36 Prozent haben nach eigener Aussage nicht ausreichend vorgesorgt, möchten aber in den nächsten zwölf Monaten mehr tun. Das sind fünf Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. 35 Prozent fühlen sich dagegen nicht in der Lage oder sind nicht bereit, mehr zu tun (plus zwei Prozentpunkte zum Vorjahr). Nur 29 Prozent halten ihre Vorsorge für ausreichend.

„Wir sehen in unserer aktuellen Befragung, dass die Lücke zwischen negativer Zukunftserwartung und positivem Vorsorgehandeln größer wird“, so Peter Schwark. „Politik und Anbieter sind dringend gefordert, neue und zielgerichtete Impulse zu setzen – von der Reform der privaten Altersvorsorge bis zur klaren Kommunikation über die Vorsorgemöglichkeiten und ihre unterschiedlichen Chancen-Risiko-Profile.“

(© DIA/Insa)

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