Exklusiv 05.08.2026 Studien | Tests

Private Haftpflicht­versicherung: Schadensersatz richtig absichern

Jeder fünfte Haushalt verzichtet ganz auf den Schutz – und viele, die eine Haftpflichtpolice abgeschlossen haben, sind bei Schadensersatzansprüchen nur bedingt abwehrbereit. Die besten Komfort-Tarife für Familien im Vergleich.

Ein klassischer Schaden, wenn Kinder draußen Ball spielen: Die Fensterscheibe des Nachbarn geht zu Bruch. Komfortabler Privathaftpflichtschutz schließt auch deliktunfähige Kinder mit ein.
Ein klassischer Schaden, wenn Kinder draußen Ball spielen: Die Fensterscheibe des Nachbarn geht zu Bruch. Komfortabler Privathaftpflichtschutz schließt auch deliktunfähige Kinder mit ein.

Trotz steigender Beiträge bleiben die Prämien günstig.

Ganz ohne Beitragserhöhungen geht‘s offenbar nicht: Eine leistungsstarke und komfortable private Haftpflichtversicherung (PHV) für Familien kostet im Marktdurchschnitt jährlich knapp 107 Euro. Das sind rund sieben Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Dramatisch ist das aber nicht: Der wichtige Schutz bleibt nicht nur bezahlbar, sondern wird von rund der Hälfte der Anbieter unter 100 Euro Jahresprämie angeboten, lautet das Fazit einer Vergleichsstudie, die der FOCUS MONEY-Versicherungsprofi auch in diesem Jahr durchgeführt hat. Gut zu wissen: Wer sich für einen papierlosen Vertrag entscheidet, kann bei einer Reihe von Anbietern noch ein paar Euro sparen.

Ohne Schutz drohen hohe Schadensersatzzahlungen.

Die private Haftpflichtversicherung (PHV) übernimmt bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme die Kosten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden im privaten Bereich. Außerdem wehrt die Police unberechtigte Schadensersatzansprüche ab – und übernimmt in diesem Fall die Funktion einer Rechtsschutzversicherung. Auch Verbraucherschützer, in deren DNA eine grundsätzliche Skepsis gegenüber Versicherungen fest verankert scheint, raten zum Abschluss einer PHV. „Ohne den entsprechenden Versicherungsschutz drohen im Ernstfall hohe, möglicherweise lang andauernde Schadensersatzzahlungen“, sagt Bianca Boss, Vorständin des Bundes der Versicherten (BdV). 

Umso erstaunlicher: In Deutschand verzichtet jeder fünfte Haushalt auf eine Private Haftpflichversicherung (PHV), wie eine YouGov-Umfrage ergab. Die tatsächliche Deckungslücke aber ist größer: Veraltete Tarifgenerationen weisen häufig zu geringe Deckungssummen auf oder schließen wichtige Leistungen noch nicht mit ein. Vermittlerinnen und Vermittler sollten deshalb regelmäßig das Gespräch mit ihren Kunden suchen und den Deckungsumfang bestehender Verträge checken.  Top-Tarife decken zwar eine breite Palette von Lebensbereichen und Risiken ab. Sobald aber ein spezieller Bedarf erkannt ist, kommt es auf jedes Detail an.

Hohes Niveau: Top-Tarife im Vergleich.

Der FOCUS MONEY-Versicherungsprofi berücksichtigt im jährlichen Marktvergleich nur Tarife, die von der Ratingagentur Franke und Bornberg  mit „hervorragend“ (FFF+) oder „sehr gut“ (FFF) bewertet werden. Insgesamt haben sich an unserer Umfrage 36 Versicherer beteiligt. Häufigster Grund für eine Absage: Eine neue Tarifgeneration steht vor dem Launch.

Die Hannoveraner Analysten durchleuchten die angebotenen Produkte anhand von 72 Prüfkriterien und verlangen zusätzliche Mindeststandards für die Ratingklassen. Für den FOCUS MONEY-Marktvergleich bedeutet das: Die Tarife müssen eine Versicherungssumme von mindestens 20 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden und mindestens einer Million Euro für Vermögensschäden aufweisen. Für die Bestnote FFF+ ist eine  Deckungssumme in Höhe von 50 Millionen Euro erforderlich. In der Regel ist das ausreichend – auch wenn rund ein Drittel der Anbieter 100 Millionen Euro gewährt.

Standards: Was die besten Policen mindestens bieten müssen.

Tarife mit „hervorragender“ oder „sehr guter“ Bewertung versichern Schäden an gemieteten und geliehenen beweglichen Sachen. Das gilt auch für Schäden durch Datenverlust und elektronischen Datenaustausch im Ausland. Im Haushalt des Versicherungsnehmers lebende Angehörige sind ebenfalls mitversichert. Und ganz wichtig: die Forderungsausfalldeckung. Die greift, wenn der Versicherte oder die Versicherte selbst geschädigt wird und der Verursacher nicht zahlen kann – weil der Schaden zu hoch ist und er keine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat.

Diese Zusatzleistungen sind empfehlenswert.

Weitere Kriterien beim Top-Schutz von Familien sind für die Experten von Franke und Bornberg die Übernahme von Schäden bei Gefälligkeitshandlungen und die Leistung bei Verlust von Schlüsseln aus dem beruflichen Umfeld. Beim Verlust von Mietwohnungsschlüsseln gibt es fast keine Begrenzungen mehr auf eine geringere Summe als die Deckungssumme. 

Das gilt auch für Schäden durch deliktunfähige Kinder. Die sind in vielen der Top-Tarife bis zur Höhe der Versicherungssumme versichert. Verursacht ein Kleinkind einen Schaden, müssen die Eltern nur haften, wenn sie ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sind. Bei angemessener Beaufsichtigung haften Kinder bis zum siebten Lebensjahr nicht für durch sie entstandene Schäden. Im Straßenverkehr liegt die Altersgrenze sogar bei zehn Jahren. Um möglichen Streit in der Nachbarschaft wegen von den eigenen Kindern verursachter Schäden zu vermeiden, ist die Absicherung der Deliktunfähigkeit der Sprösslinge empfehlenswert.

Extras für den besonderen Bedarf.

Moderne Haftpflichtversicherungen auf höchstem Standard versichern inzwischen häufig auch Bauvorhaben, Photovoltaikanlagen oder Heizöltanks. Die Deckung umfasst vielfach Schäden durch Drohnen oder an gemieteten Sachen, Motorbooten und Surfbrettern. Auch die gewerbsmäßige Arbeit als Tagesmutter für die Beaufsichtigung von mindestens fünf Kindern ist abgesichert. Allerdings gelten hier zum Teil Einkommensgrenzen. In der unten stehenden Tabelle finden Sie die Jahresprämien und ergänzende Tarifmerkmale von 36 top Haftpflichtpolicen.

Die besten Haftpflichtversicherungen für die Familie

Versichert ist eine Familie mit zwei Kindern (vier und sieben Jahre alt), die einen Top-Schutz ohne Selbstbeteiligung sowie einen Ein-Jahres-Vertrag möchte. Der 35-jährige Versicherungsnehmer hatte in den letzten fünf Jahren keine Vorschäden und arbeitet nicht im Öffentlichen Dienst. Basis für die Tarifauswahl ist ein Rating von Franke und Bornberg. Alle Tarife sind mit „hervorragend“ (FFF+) oder „sehr gut“ (FFF) bewertet. Pro Gesellschaft wurde nur ein Tarif berücksichtigt. Das Ranking richtet sich zunächst nach der Versicherungssumme und dann nach dem Jahresbeitrag.


Weitere Artikel

Listing

06.08.2026 Studien | Tests

Die Fairsten für Makler im Wandel

Rente, Gesundheit, Pflege – überall stehen Reformen an und verändern auch das Maklergeschäft. Faire Partner sind für den Erfolg damit wichtiger denn je. Zum zehnten Mal im Praxis-Check: Top-Maklerversicherer und -pools.

> weiterlesen
Listing

07.07.2026 Studien | Tests

Premiumtarife für alle Felle

OP-Kosten, Klinikaufenthalt, Vorsorgeuntersuchungen – mit dem richtigen Komplettschutz sind vierbeinige Patienten rundum abgesichert. FOCUS MONEY-Versicherungsprofi hat die besten Hundekrankenversicherungen gekürt. Acht Tarife überzeugen mit einer ausgezeichneten Performance.

> weiterlesen
Listing

04.05.2026 Studien | Tests

Idealer Schutz für den Worst-Case

Die Berufsunfähigkeitspolice schützt vor den finanziellen Folgen nach dem Verlust der Arbeitskraft. FOCUS MONEY-Versicherungsprofi hat aktuelle Top-Tarife am Beispiel von zwei Musterfällen miteinander verglichen.

> weiterlesen