27.10.2020 Branche

Auftakt zur DKM: So funktioniert die digitale Vernetzung

Digitale Plattform statt Präsenzveranstaltung in Dortmund: Der technische Aufwand für die Leitmesse der Versicherungswirtschaft ist enorm. Doch ob das auf der DKM so beliebte Netzwerken online funktioniert, bleibt abzuwarten.

So sieht die digitale Plattform der Leitmesse aus. Im rechten Bereich sind alle Teilnehmer, mit denen man sich individuell vernetzen kann, gelistet. (Foto: DKM)
So sieht die digitale Plattform der Leitmesse aus. Im rechten Bereich sind alle Teilnehmer, mit denen man sich individuell vernetzen kann, gelistet.
(Foto: DKM)

Matthias Horx wähnt die Versicherungsbranche aufgrund des wachsenden Bedürfnisses nach Sicherheit schon auf der Sonnenseite nach dem Ende der Corona-Pandemie. Die Besetzung des nicht unumstrittenen Zukunftsforschers als Auftaktredner zur diesjährigen DKM dürfte kein Zufall gewesen sein. Optimismus ist gefragt in diesen schwierigen Zeiten: für die Wirtschaft, die eigene Branche, aber auch für das neue Format der Leitmesse. Statt als Präsenzveranstaltung in Dortmund ist die DKM 2020 „digital.persönlich“, versprechen die Veranstalter. Das Herz des Events schlägt auf einer neuen, digitalen Messeplattform (digital.die-leitmesse.de).

157 Aussteller und 1300 Gesprächspartner

 

Die virtuelle DKM 2020 ist am Montag (26.10) gestartet – und damit schon einen Tag früher als üblich. Bis zum 29. Oktober ist noch Zeit mit über 1300 Gesprächspartnern ins Gespräch zu kommen. DKM-Geschäftsführer Konrad Schmidt berichtete bei der heutigen Auftakt-Pressekonferenz von einem erfolgreichen ersten Messetag: „157 Aussteller haben sich auf unser digitales Projekt eingelassen. Nicht wenige sehen dies sogar als Chance für eine zukünftig digitalere Maklerkommunikation.“ Bisher haben sich über 8.700 Fachbesucher für die digitale Leitmesse entschieden. Schmidt rechnet mit weiteren kurzentschlossenen Teilnehmern: „Die Flexibilität ist ein Vorteil des digitalen Formats."

Aufwändige technische Umsetzung für das Messeerlebnis


 
Besucher der virtuellen Messe haben beim Vortragsprogramm die Wahl aus über 200 Programmpunkten. Hochkaräter wie im Vorjahr Uli Hoeneß oder Friedrich Merz vermisst man indes. Der Fokus liegt dieses Mal klar auf den gestreamten Fachkongressen. Die Teilnehmer können sich über Chats und Umfragen interaktiv einbringen. „Bei der Konzeption war uns von Anfang an wichtig, dass wir die drei Säulen der DKM – Information, Weiterbildung und Netzwerk – digital abbilden", sagt Schmidt. Das sehr übersichtlich gestaltete Angebot der Leitmesse bietet intelligente Möglichkeiten der Vernetzung per Chat oder Videotelefonie – einzeln, in Gruppen und nach Positionen oder Interessen gefiltert. Jeder Teilnehmer ist mit einem eigenen Profil hinterlegt und kann zur Einladung für ein Meeting kontaktiert werden. Schmidt: „Technisch ist das Champions League." Für die Umsetzung sei in den vergangenen Monaten zeitlich und finanziell enorm viel investiert worden. Das wirtschaftliche Ergebnis falle deshalb schlechter aus als bei einer Präsenzveranstaltung.

Die DKM-Plattform bewies auch dank der starken IT schon am ersten Tag, dass die Themen Information und Weiterbildung digital sehr gut funktionieren. Wie gut der Austausch zwischen unabhängigen Vertrieben, Produktgebern und Dienstleistern der Branche gelingt, muss sich noch zeigen. Messe-Macher Schmidt sprach zwar von einem erfolgreichen ersten Messetag, ließ aber durchblicken, dass er sich eine noch stärkere Nutzung der Kontaktmöglichkeiten für eine Eins-zu-eins-Kommunikation wünsche. Hieran müssten sich alle Beteiligten zunächst gewöhnen.

AfW zweifelt am Erfolg des digitalen Formats

 

Ein Problem könnte sein, dass nicht die gewohnten Ansprechpartner und Entscheider zur Verfügung stehen und der persönliche Austausch nicht in gewohnter Weise möglich ist. Das glaubt zumindest Matthias Wiegel, Vorstand des AfW Bundesverband Finanzdienstleistung. Die DKM sei immer eine wichtige Veranstaltung gewesen, auch um neue Fördermitglieder für den AfW zu gewinnen. Das sei in diesem Jahr deutlich schwieriger. Schon im Vorfeld der DKM wurden den Berlinern von Maklerseite Zweifel am Konzept zugetragen. Erst nach längerer Diskussion habe man sich zur Teilnahme an der DKM 2020 entschlossen. Die Skepsis bleibt bestehen: „Richtig glauben wir nicht an den Erfolg des digitalen Formats”, sagt Wiegel.

Konrad Schmidt macht dem AfW-Vorstandmitglied indes Hoffnung. „Wenn es die Rahmenbedingungen zulassen, wird es 2021 wieder eine Präsenz-DKM in Dortmund geben – aber mit vielen digitalen Elementen."


Weitere Artikel

Listing

21.04.2021 Branche

Schutzschirm für Lieferketten endet: Wie geht es weiter?

Das Ende war absehbar: Der gemeinsame Schutzschirm von Bund und Warenkreditversicherern endet zum 30. Juni. Die Unternehmen streben eine Rückkehr zur Normalität an. Es soll aber ein enger Austausch aufrechterhalten werden, um notfalls schnell eingreifen zu können.

> weiterlesen
Listing

20.04.2021 Branche

GDV mit neuem Regen­risiko-Index

Die Starkregengefährdungsklassen des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft zeigen, in welchen Regionen des Landes die „Gefahr von oben“ besonders groß ist.

> weiterlesen
Listing

20.04.2021 Branche

Gothaer-Studie: Zahnzusatz­versicherung am beliebtesten

Eine Befragung zeigt, welche privaten Zusatzversicherungen Kunden der gesetzlichen Krankenversicherung favorisieren. Die Auswertung enthält hilfreiche Erkenntnisse für Vermittler.

> weiterlesen