20.04.2021 Branche

Gothaer-Studie: Zahn­zusatz­versicherung am beliebtesten

Eine Befragung zeigt, welche privaten Zusatzversicherungen Kunden der gesetzlichen Krankenversicherung favorisieren. Die Auswertung enthält hilfreiche Erkenntnisse für Vermittler.

Geringe Kassenzuschüsse trotz hoher Kosten für Zahnersatz und Zahnbehandlung sind das Hauptmotiv für den Abschluss einer privaten Zahnzusatzversicherung. (Foto: JOSEPH SHOHMELIAN/Pixabay)
Geringe Kassenzuschüsse trotz hoher Kosten für Zahnersatz und Zahnbehandlung sind das Hauptmotiv für den Abschluss einer privaten Zahnzusatzversicherung.
(Foto: JOSEPH SHOHMELIAN/Pixabay)

Es ist kein Geheimnis, dass Zusatzversicherungen zu den lukrativsten Sparten der privaten Krankenversicherung (PKV) zählen. Umso interessierter dürfte man in der Branche auf eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag der Gothaer Krankenversicherung blicken. Ermittelt wurden die beliebtesten Zusatzversicherungen der Deutschen und die Beweggründe für den Abschluss solcher Policen. Vermittler sollten die Informationen als Hintergrundwissen für künftige Beratungsgespräche nutzen.

Zahnzusatzschutz klarer Sieger 

 

Für die Studie wurden insgesamt 1194 gesetzlich krankenversicherte Personen ab 18 Jahren befragt. Davon gaben 42 Prozent (503 Personen) an, mindestens eine Zusatzversicherung zu ihrer gesetzlichen Krankenversicherung abgeschlossen zu haben. Die mit Abstand beliebteste Produktgattung ist die Zahnzusatzversicherung mit einem Anteil von 77 Prozent. Dahinter rangieren mit immerhin 37 Prozent die stationäre Zusatzversicherung, die Krankentagegeldversicherung (30 Prozent) und die Brillenversicherung (30 Prozent). Pflegezusatzversicherungen (15 Prozent), Heilpraktikerversicherungen (8 Prozent) oder die ambulante Zusatzversicherung (6 Prozent) liegen laut Gothaer am unteren Ende des Feldes.

Gefragt nach den Motiven für den Zusatzschutz wurden am häufigsten Kostenersparnis bei Zusatzzahlungen (75 Prozent) und höhere Leistungen (44 Prozent) genannt. Rund ein Viertel der Befragten ist der Ansicht, dass sich durch eine Zusatzversicherung die Qualität ihrer Behandlung verbessert.

Starke Nachfrage in der Gruppe der Frauen und älteren Versicherten

 

Die Studie zeigt, dass jüngere Befragte unter 30 Jahren (66 Prozent) seltener als ältere Befragte (77 Prozent) eine Zusatzversicherung abgeschlossen haben. Frauen entscheiden sich mit 80 Prozent häufiger dafür als Männer (73 Prozent). Die Einkommensverhältnisse hingegen spielen laut Gothaer-Zahlen für die Bereitschaft zum Abschluss einer Zusatzversicherung keine große Rolle. So liegt der Anteil von Personen, die eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen haben, sowohl bei jenen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 1500 bis 2999 Euro als auch bei der Gruppe mit 3000 Euro netto gleichermaßen bei 77 Prozent. Bei der stationären Zusatzversicherung sind es 33 bzw. 34 Prozent, bei der Krankentagegeldversicherung in beiden Gruppen jeweils 31 Prozent. 

Loyalität und Vertrauen wichtiger als Prämie

 

Gefragt nach den Motiven für eine konkrete Anbieterwahl, haben sich die meisten Kunden (34 Prozent) für einen Versicherer entschieden, bei dem sie bereits andere Verträge abgeschlossen haben. 28 Prozent sind Empfehlungen von Familie, Freunden oder Bekannten gefolgt. Nur für knapp ein Viertel der Befragten (23 Prozent) war der günstige Preis ausschlaggebend. Und gerade mal sieben Prozent der Befragten sind Empfehlungen im Internet gefolgt. Bei den unter 30-jährigen spielten Umweltschutz und Nachhaltigkeit mit zehn Prozent bei der Anbieterwahl eine wichtige Rolle, für alle anderen Altersgruppen hat dieses Kriterium keine Bedeutung.

Vermittler als wichtigste Informationsquelle

 

Laut Gothaer-Studie haben sich 43 Prozent der Befragten von ihrem Versicherungsvermittler über das Thema Zusatzversicherung beraten lassen. Familie, Bekannte oder Freunde galten für 23 Prozent, die Website des Versicherers für 20 Prozent der Befragten als erste Informationsquelle. Jeweils 16 Prozent haben sich in einem Internet-Vergleichsportal oder in Testberichten kundig gemacht. Das zeigt, wie wichtig die Expertise von Vermittlern in diesem Feld ist. Sie sollten das Thema weiterhin offensiv angehen und individuelle Lösungsoptionen anbieten. 


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