12.11.2021 Branche

Nach Jahrhundertflut: Anstieg der Elementarschutz-Quote

Die Schadenhöhe der schweren Verwüstungen im Ahrtal erreicht Rekordwerte. In der Folge haben mehr Privatleute ihre Häuser gegen Schäden durch Hochwasser abgesichert. Das zeigen neue Zahlen des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft.

Abgesoffen: Flut-Bilder wie diese aus Altenahr haben zuletzt überdurchschnittlich viele Hausratversicherte dazu bewegt, Naturgefahren mitzuversichern. (Foto: Martin Seifert)
Abgesoffen: Flut-Bilder wie diese aus Altenahr haben zuletzt überdurchschnittlich viele Hausratversicherte dazu bewegt, Naturgefahren mitzuversichern.
(Foto: Martin Seifert)

29,2 Milliarden Euro: So hoch ist das finanzielle Ausmaß der Flutkatastrophe, die vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zu schwersten Verwüstungen führte. Ein absoluter Rekordwert. Die Schadenssumme habe die Bundesregierung der EU-Kommission gemeldet, berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Regierungsangaben. Sie wird demnach in einem von Deutschland eingereichten Antrag auf Finanzhilfen aus dem EU-Solidaritätsfonds zur Unterstützung nach Naturkatastrophen genannt. Mit über sieben Millionen Euro ist auch die Summe der versicherten Schäden so hoch wie nie zuvor nach einer Naturkatastrophe in Deutschland ausgefallen. Fazit: Insgesamt wurden bis zu 200.000 Gebäude und bis zu 50.000 Fahrzeuge beschädigt.

Rasanter Anstieg im Juli

 

Zahlen, die offenbar viele Menschen alarmiert haben. Denn seit Juli ist die Zahl der Menschen, die ihre Häuser auch gegen Naturgefahren absichern, deutlich gestiegen. Das vermeldet jüngst der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Die Versicherer haben im dritten Quartal etwa 400.000 neue Elementarschadenversicherungen bei Wohngebäuden registriert”, so GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Üblicherweise seien es in einem Quartal nur 50.000 bis 100.000 neue Verträge. Der Zusatzbaustein deckt auch Schäden durch Hochwasser oder Starkregen mit ab, was bei einer einfachen Wohngebäudeversicherung nicht der Fall ist.

GDV fordert Opt-out-Modell

 

Für das Gesamtjahr 2021 geht der GDV nun von einem Spitzenwert bei den Neuabschlüssen für Elementarschadenversicherungen aus. „Wir schätzen, dass am Jahresende rund 50 Prozent aller Wohngebäude den Zusatzbaustein haben werden”, sagt Asmussen. Gegenüber Ende 2020 wäre das ein Plus von etwa vier Prozentpunkten. Gleichwohl sei eine Elementardichte von 50 Prozent alles andere als zufriedenstellend. „Wir können es nicht hinnehmen, dass jedem zweiten Haus der wichtige Versicherungsschutz gegen Klimaschäden fehlt”, betont Asmussen.

Der Verband bleibt deshalb bei seiner Forderung nach einem gesetzlich geregeltem automatischen Naturgefahren-Upgrade der privaten Wohngebäudeversicherungsverträge ab einem Stichtag. „Damit würden Millionen Hausbesitzer automatisch auch den Versicherungsschutz gegen Naturgefahren erhalten – außer der Verbraucher widerspricht aktiv”, so GDV-Chef Asmusssen.  


Weitere Artikel

Listing

12.04.2024 Branche

DIHK: Wieder mehr Versicherungsvermittler

Lichtblick im Versicherungsvertrieb: Das Vermittlerregister der DIHK verzeichnet für die ersten drei Monate dieses Jahres wieder leichte Zuwächse – nach einem Minus im Vorquartal. Am deutlichsten legte der Ausschließlichkeitsvertrieb zu.

> weiterlesen
Listing

09.04.2024 Branche

Cyber-Security: Der teure Angriff auf den Mittelstand

Kleine und mittlere Unternehmen sind Hackerangriffen oft schutzlos ausgeliefert. Wegen der unzureichenden IT-Sicherheit wird mittlerweile jeder zweite Antrag auf eine Cyberpolice abgelehnt. Ein neues Gesetz verschärft die Mindestanforderungen an die Firmen-IT – und dürfte den Versicherungsschutz noch verteuern. Wie Makler helfen können.

> weiterlesen
Listing

05.04.2024 Branche

Emissionen: Versicherer haben beim Reporting Luft nach oben

Versicherungen, Banken und große kapitalmarktorientierte Unternehmen sind bereits seit 2017 zur Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet. Eine Analyse der Ratingagentur Assekurata deckt bei Versicherern erhebliche Lücken bei der Erfassung indirekter Treibhausgasemissionen offen.

> weiterlesen