19.05.2021 Branche

Versicherer wollen diverser werden

Die Versicherungsbranche ist weiter männlich dominiert. Doch viele Unternehmen propagieren mehr Diversität und unterschreiben eine Charta als Bekenntnis zu mehr Vielfalt. Zwei Beispielfälle.

Bunterer Mix: „Diversity Management“ hebt die individuelle Verschiedenheit der Mitarbeiter im Sinne einer positiven Wertschätzung besonders hervor  – und soll sich am Ende auch positiv auf den Unternehmenserfolg auswirken. (Foto: Sharon McCutcheon/Pexels)
Bunterer Mix: „Diversity Management“ hebt die individuelle Verschiedenheit der Mitarbeiter im Sinne einer positiven Wertschätzung besonders hervor  – und soll sich am Ende auch positiv auf den Unternehmenserfolg auswirken.
(Foto: Sharon McCutcheon/Pexels)

Die „Charta der Vielfalt“ ist eine 2006 veröffentlichte Selbstverpflichtung und ein Verein unter Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, der sich für ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld einsetzt. Mit der Unterzeichnung der Charta erklären Arbeitgeber, dass sie im Sinne eines „Diversity Management“ Chancengleichheit für ihre Beschäftigten herstellen bzw. fördern werden. Überprüft wird dies jedoch nicht. Bis heute haben rund 3800 Organisationen mit insgesamt rund 14 Millionen Beschäftigten die Selbstverpflichtung unterzeichnet, darunter 25 von 30 DAX-Unternehmen. Vermehrt engagieren sich auch die Versicherer für das Thema Diversität, unter anderem seit Februar der Gothaer Konzern.

W&W-Gruppe unterzeichnet Vielfalts-Charta

 

Ganz aktuell teilte nun die Wüstenrot & Württembergische-Gruppe (W&W) mit, die „Charta der Vielfalt“ unterzeichnet zu haben. Mit der Umsetzung will die W&W nach eigenen Angaben sich noch aktiver dafür einsetzen, ein wertschätzendes Arbeitsumfeld für alle Mitarbeiter zu schaffen – unabhängig von Alter, ethnischer Herkunft und Nationalität, Geschlecht und geschlechtlicher Identität, körperlichen und geistigen Fähigkeiten, Religion und Weltanschauung, sexueller Orientierung und sozialer Herkunft. Man setze damit ein klares Zeichen für Vielfalt und Toleranz in der Arbeitswelt.

Die Stuttgarter verweisen auch auf ihre bisherigen Anstrengungen im Bereich Diversity. Dazu zählten eine freiwillige Quote zur Förderung von Frauen, Karriereberatung und Coaching-Programme sowie diverse Arbeitszeitmodelle und Maßnahmen zur Unterstützung lebensphasenorientierter Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Versicherungskammer engagiert sich für Diversity

 

Am Montag (17. Mai) hatte der Konzern Versicherungskammer seine Agenda zum Thema Diversity noch einmal vorgestellt. Anlass war die  Teilnahme am „9. Deutschen Diversity Tag 2021“, ein Aktionstag mit zahlreichen Veranstaltungen, online und offline, hinter dem auch die Charta der Vielfalt e. V. steht. Die Charta selbst hatte das Unternehmen bereits 2017 unterzeichnet.

„Wir sind überzeugt, dass Vielfalt ein wichtiger Erfolgsfaktor ist. Deshalb ist Diversity mit allen Facetten fester Bestandteil unserer Kultur“, sagt Barbara Schick, die im Konzernvorstand für das Thema verantwortlich ist. „Mitarbeitende mit völlig unterschiedlicher Sozialisierung und ganz verschiedenen Erfahrungen und Fertigkeiten helfen uns, im Konzern Versicherungskammer die Zukunft nachhaltig zu gestalten.“ Offenes Denken und ein Statement für Toleranz seien gerade angesichts der derzeit herrschenden Unsicherheit für eine positive gemeinschaftliche Grundhaltung wichtig.

Mitarbeiter entwickeln Maßnahmen mit

 

Was im Konzern Versicherungskammer vor rund neun Jahren unter dem Aspekt Frauenförderung begann, sei heute inhaltlich sehr viel breiter aufgestellt und mit anderen Themen, wie beispielsweise moderne Arbeitsweisen, Personalprozessen oder Produktentwicklung, verzahnt. Zudem entwickelten die Mitarbeiter auf freiwilliger Basis für verschiedene Themen Maßnahmen für den Konzern, aus dem inzwischen bewährte Modelle wie generationenübergreifende Tandems oder Jobsharing auch auf der Führungsebene entstanden seien.


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