10.05.2021 Branche

Wechsel an der Spitze von Viridium

Bei Viridium ist der nahtlose Übergang vom Vorstand in den Aufsichtsrat offenbar kein Problem. Der bisherige CEO des Verwalters von Run-Off-Beständen in der Lebens­versicherung wechselt im August direkt in das Aufsichtsgremium. Sein Nachfolger ist der bisherige Finanzchef Dr. Tilo Dresig.

Stühlerücken bei Viridium. Heinz-Peter Roß (l.) übergibt an Dr. Tilo Dresig, bleibt dem Unternehmen aber als Aufsichtsrat erhalten. (Foto: CEO Viridium Holding AG)
Stühlerücken bei Viridium. Heinz-Peter Roß (l.) übergibt an Dr. Tilo Dresig, bleibt dem Unternehmen aber als Aufsichtsrat erhalten.
(Foto: CEO Viridium Holding AG)

Die Viridium-Gruppe bekommt einen neuen Mann an der Spitze: Künftiger CEO beim Abwicklungsspezialisten mit Sitz in Neu-Isenburg wird zum 1. August Dr. Tilo Dresig (49), bisheriger Group CFO. Dr. Heinz-Peter Roß (55), bisher Chef der Gruppe, gibt den Posten zu diesem Zeitpunkt ab, nach Unternehmensangaben auf eigenen Wunsch. Er wechselt jedoch ohne eine Karenzzeit zum August in den Aufsichtsrat der Viridium Holding AG. Dort soll er nach dem altersbedingten Ausscheiden von Rolf-Peter Hoenen (74) im Laufe des Jahres 2022 Vorsitzender werden. Die Nachfolge von Dresig als Finanzchef wird Johannes Berkmann (40) übernehmen, der aktuell den Bereich Rechnungswesen & Controlling der Gruppe leitet.

Fokus auf Weiterentwicklung und Akquisitionsoptionen

 

Viridium erwirbt Lebensversicherungsunternehmen und -bestände, die für das Neugeschäft geschlossen sind, und führt die Verträge über die Laufzeit fort. Das Geschäft wird auch als Run-Off bezeichnet und hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. „Unsere Plattform ermöglicht aufgrund ihrer Erfahrung und Größe ein effizientes und stabiles Management von Lebensversicherungsbeständen, das unseren Kunden entsprechende Vorteile bietet. Auf unserer Kompetenz und Infrastruktur werden wir aufbauen, um Viridium in der nächsten Phase weiterzuentwickeln und zu skalieren“, sagt der designierte CEO Dresig.

Als CFO hatte Dresig laut Unternehmensangaben seit 2018 insbesondere die finanzielle Integration der Generali Lebensversicherung (heute Proxalto) gesteuert und die Finanz- und Kapitalanlageaktivitäten auf die Anforderungen von Viridium als eine der größten Lebensversicherungsgruppen Deutschlands ausgerichtet. Durch diese Leistung hat sich der Manager offenbar den nächsten Schritt auf der Karriereleiter verdient. Sein Vorgänger Roß sagt: „Mit der erfolgreichen Integration der Proxalto haben wir nun die Grundlage für die weitere Skalierung des Geschäftsmodells gelegt. Damit ist der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel in der Führungsverantwortung erreicht.“

Viridium-Gruppe

Die Viridium-Gruppe wurde 2013 durch des Private-Equity-Unternehmen Cinven und die Hannover Rück gegründet. Unternehmenssitz ist Neu-Isenburg. Sie wurde als Holding strukturiert und trat zunächst als Heidelberger Leben Gruppe auf; der Name geht auf die erste erworbene Gesellschaft, die Heidelberger Lebensversicherung, zurück.

Seit 2016 firmiert die Gruppe unter dem Namen Viridium, um aus der Namensidentität resultierende Irritationen zu vermeiden und die Eigenständigkeit des Geschäftsmodells als Bestandsmanager deutlich zu machen. Im April 2019 schloss die Viridium-Gruppe den mehrheitlichen Erwerb (89,9 Prozent) der Generali Lebensversicherung AG mit rund vier Millionen Policen ab. Durch die Übernahme baute Viridium seine Position in diesem Marktsegment in Deutschland aus. Im Oktober 2019 wurde die Generali Lebensversicherung AG in Proxalto Lebensversicherung AG umbenannt.


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