04.11.2019 Sparten/Produkte

Verbände lehnen CDA-Vorschlag ab

GDV und BVK sprechen sich gegen ein Standardprodukt zur Altersvorsorge aus.

Für die Verbände der Versicherungswirtschaft und der Vermittlerschaft sorgt eine standardisierte Vorsorge nicht für ein gutes Auskommen im Alter. (Foto: Frantisek Krejci/Pixabay)
Für die Verbände der Versicherungswirtschaft und der Vermittlerschaft sorgt eine standardisierte Vorsorge nicht für ein gutes Auskommen im Alter.
(Foto: Frantisek Krejci/Pixabay)

Bevormundend und unangemessen – mit diesen Attributen kritisiert der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) den Antrag der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) zur Stärkung privater Altersvorsorge für den CDU-Parteitag Ende November. Dieser sieht vor, alle Arbeitnehmer zu einer Vorsorge in einer aktienbasierten Anlage ohne Garantien in öffentlicher Trägerschaft zu verpflichten. „Wenn alle Arbeitnehmer von ihren Nettolöhnen noch Sparbeiträge in ein Standardprodukt ohne Wahlfreiheit einzahlen sollen, ist das ziemlich dirigistisch“, kommentiert BVK-Präsident Michael H. Heinz die CDA-Pläne.

Schließlich kritisiert der BVK, dass mit einem staatlich verordneten Standardprodukt die sozialpolitische Aufgabe der Versicherungsvermittler ignoriert werde. So sorgten dank der qualifizierten Vermittlungstätigkeit die meisten Deutschen für das Alter mit Lebens- und Rentenversicherungen sowie mit Riester-Produkten vor. Nötig wäre eine bürokratische Entschlackung und Vereinfachung der staatlichen Riester-Förderung. Die anbietenden Unternehmen müssten entlastet und die Kosten reduziert werden, um die Produkte attraktiver zu machen.

GDV bemängelt unrealistische Renditeannahmen

 

Ins gleiche Horn stößt auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). In einer Pressemitteilung heißt es: Der Vorschlag einer spekulativen Staatsrente geht an den Bedürfnissen der Menschen vorbei. Alle Umfragen belegen, dass Sicherheit für die Deutschen das wichtigste Kriterium bei ihrer privaten Altersversorgung ist. Wer Bürger zwangsweise auf die Aktienanlage für die Altersvorsorge festlegt, muss ihnen nach dem nächsten Börsencrash erklären, was mit ihrem Ersparten passiert ist und was das für ihre Rente bedeutet. Auch der GDV plädiert dafür, stattdessen die Schwachstellen der Riester-Rente endlich zu beseitigen:

Überdies wecke der CDA-Vorstoß Erwartungen, die sich in der Praxis nicht erfüllen werden. Laut Pressemitteilung sind Renditeannahmen von acht Prozent pro Jahr, auf denen Modelle wie die sogenannte Deutschlandrente beruhen, in Zeiten negativer Anleihezinsen vollkommen unrealistisch. Denn in den vergangenen 30 Jahren habe sich das Renditeplus von Aktien gegenüber Anleihen im Durchschnitt lediglich auf 2,4 Prozent belaufen.


Weitere Artikel

Listing

03.12.2021 Sparten/Produkte

LV: Bayerische und Swiss Life deklarieren Überschüsse

Die beiden Lebens­versicherer Die Bayerische und Swiss Life haben ihre Überschuss­beteiligungen fürs kommende Jahr bekannt gegeben. Beide setzen auf Kontinuität.

> weiterlesen
Listing

03.12.2021 Sparten/Produkte

Zinsbelastung der Lebensversicherer: Assekurata sieht starke Streuung

Die extremen Zinsbedingungen belasten die Lebensversicherer unterschiedlich stark. Bei der Ertragskraft gibt es im Verhältnis zu den Rechnungszinsanforderungen gewaltige Unterschiede. Positiv ist, dass ein Großteil der Zinszusatzreserve von der Branche bereits gestemmt wurde.

> weiterlesen
Listing

02.12.2021 Sparten/Produkte

Aktuare: Garantiezins muss 2023 niedrig bleiben

Die Deutsche Aktuarvereinigung empfiehlt schon jetzt, den Höchstrechnungszins auch im übernächsten Jahr auf dem niedrigen 2022er-Niveau von 0,25 Prozent zu belassen. Zudem müsse die neue Regierung endlich die Garantieanforderungen für staatlich geförderte Vorsorgeprodukte neu definieren.

> weiterlesen