02.04.2020 Vermittlerwelt

Studie: Risikobewusstsein von KMU verbesserungsbedürftig

Vermittlerverband BVK sieht Nachholbedarf bei kleinen und mittleren Unternehmen.

Nur 45 Prozent der KMU besitzen laut Befragung eine Betriebs- oder Berufshaftpflichtversicherung. (Foto: MQ-Illustrations/Adobe Stock)
Nur 45 Prozent der KMU besitzen laut Befragung eine Betriebs- oder Berufshaftpflichtversicherung.
(Foto: MQ-Illustrations/Adobe Stock)

Eine Umfrage des Vereins KuBI e.V. und der Fachhochschule Dortmund zum Risikobewusstsein unter rund 500 kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in Deutschland zeigt, dass vor der aktuellen Pandemie knapp ein Viertel eine risikofreudige Einstellung aufwies. Gut ein Drittel zeigte sich dagegen risikoscheu, 40 Prozent gaben eine mittlere Risikoneigung an. Darüber informierte heute der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK).

Das Risikobewusstsein der KMU ist teilweise von erstaunlichen Fehleinschätzungen geprägt. So ordnen zum Beispiel nur 28 Prozent der Befragten allgemeine Haftungsrisiken als grundsätzlich existenzvernichtend ein, obwohl diese Risiken naturgemäß nicht beschränkbar sind und im schlimmsten Fall zur Insolvenz führen. Relativ am ehesten werden noch Tod und Krankheit des Inhabers beziehungsweise von wichtigen Schlüsselpersonen im Betrieb als existenzvernichtend angesehen (53/47 Prozent). Dazu sagt Studienautor Prof. Dr. Matthias Beenken von der Fachhochschule Dortmund: „Wir waren sehr erstaunt, dass nur 45 Prozent der Befragten angeben, eine Betriebs- oder Berufshaftpflichtversicherung zu besitzen. Das kann man nur als grob fahrlässig bezeichnen.“

Versicherungsvermittler können Risikoberatung bieten

 

Nur knapp ein Viertel der befragten Unternehmen besitzen laut der BVK-Mitteilung ein eigenständiges Risikomanagement. KMU sind meist zu klein, als dass sie sich entsprechendes Fachpersonal leisten können. Umso wichtiger ist die Unterstützung durch Versicherungsvermittler, die aber nur von der Hälfte der befragten KMU als Berater genutzt werden – der Rest gibt an, Versicherungen direkt beim Versicherer einzukaufen oder gar ganz darauf zu verzichten. Ulrich Zander, Vorstandsvorsitzender des Vereins KuBI e.V. sowie Vizepräsident des BVK sagt dazu: „Aus unserer Sicht zeigt sich, dass Versicherungsvermittler dringend gebraucht werden, um das Risikobewusstsein bei KMU zu verbessern und adäquaten Versicherungsschutz zu beschaffen.“


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