04.09.2020 Vermittlerwelt

Umfrage: Vermittler befürchten geringere Umsatzeinbußen

Nach einer Mitgliederumfrage des BVK sind die Sorgen unter den Vermittlern weiter akut. Die Höhe der befürchteten Umsatzeinbußen sinkt allerdings im Vergleich zum Frühjahr. Der Verband fordert ein anderes Einkommensmodell.

Die Umsätze gehen weiter zurück, allerdings nicht so stark wie im Frühjahr. (Foto: © denisismagilov - stock.adobe.com)
Die Umsätze gehen weiter zurück, allerdings nicht so stark wie im Frühjahr.
(Foto: © denisismagilov - stock.adobe.com)

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) wollte in einer onlinebasierten Folgeumfrage im August wissen, ob sich die Befürchtungen der starken Umsatzeinbußen vom Frühjahr bei Vermittlern aufgrund der Coronakrise bewahrheiten. Eine Mehrheit von 62 Prozent der teilnehmenden 943 BVK-Mitglieder gab an, dass sich ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert haben, und zwar um durchschnittlich 20 Prozent. Bei der Vorumfrage im April waren es allerdings noch 38 Prozent an Umsatzeinbußen.

Dennoch befürchtet das Gros der Versicherungskaufleute Liquiditätseinbußen. Denn 63,7 Prozent der Exklusiv-Vermittler erwarten 2020 Rückgänge bei Bonifikationen. Diese machen nach Analysen des BVK immer noch bei vielen Exklusiv-Vertrieben einen wesentlichen Bestandteil des Einkommens aus. Der Verband fordert eine Vergütung und Kompensation ausschließlich über vertragsbezogene Provisionen. Laut des Vermittlerverbands drohen existenzielle Einschnitte über dieses Jahr hinaus. Zudem befürchten 31,5 Prozent negative Auswirkungen für die eigene private Altersvorsorge.

Kein Vermittlersterben durch Corona-Pandemie

 

Die Umfrageergebnisse würden keinen Hinweis auf ein Vermittlersterben durch die Folgen der Coronakrise geben. Nur 2,5 Prozent der befragten Vermittler planen bisher den Marktaustritt bzw. einen Ruhestand. „Ein möglicher Grund hierfür könnte sein, dass die Vermittler aufgrund der wirtschaftlichen Situation gezwungen sind, weiterhin zu arbeiten”, betont Michael Heinz, Präsident des BVK. „Trotz einer leichten Entspannung im Vergleich zur Vorumfrage beibt die Situation in vielen Vermittlerbetrieben unsicher. Zudem werden sich Einbußen bei den Bestandsprovisionen erst zeitversetzt zeigen. Die Vermittler sollten deshalb intensiv und rechtzeitig Gegenstrategien vor einer erneuten Verschärfung der Pandemie ergreifen.” Mit der bisherigen Unterstützung des BVK in der Corona-Pandemie (z.B. durch die Beratungs-Soforthilfe) sind fast 80 Prozent der Teilnehmer zufrieden. Wobei nur Zweidrittel der Vermittler dies in Bezug auf die Versicherer angaben.


Weitere Artikel

Listing

18.05.2022 Vermittlerwelt

EU-Richtlinie für Fernabsatzgeschäfte: Vermittler vs. Verbraucher?

Die EU-Kommission hat Pläne für einen verbesserten Verbraucherschutz bei Finanzdienstleistungsgeschäften, die online oder per Telefon abgeschlossen werden, präsentiert. Der BVK befürchtet sogleich verschärfte Regeln für die Vermittler durch die Hintertür.

> weiterlesen
Listing

12.05.2022 Vermittlerwelt

Das Beraterimage auf Social Media – Fake oder ehrliches Spiegelbild?

Am Image in den sozialen Medien zu arbeiten, ist laut Moritz Heilfort der falsche Weg, denn es existiert nicht losgelöst von den eigenen Taten. Vielmehr müsse man an jeder Kundenbeziehung arbeiten und ein relevanter Gesprächspartner sein, erklärt der VP-Experte in seiner monatlichen Kolumne.

> weiterlesen
Listing

06.05.2022 Vermittlerwelt

Provisionsrichtwert: BaFin-Idee sorgt für Vermittlerprotest

Die Aufsichtsbehörde hat das Thema Provisionsbeschränkungen aufgegriffen und plant die Entwicklung eines Richtwertes. Wie verpflichtend dieser sein wird, bleibt unklar. Kritik kommt von Vermittlerverbänden. Doch während der BVK die Maßnahme für das kleinere Übel hält, sieht Votum eine Art Povisionsdeckel durch die Hintertür.

> weiterlesen