Sie sind Treuhänder, Produktexperten und Ratgeber – ohne die Vermittler geht nichts in der Finanz- und Versicherungswirtschaft. Sie leben von ihren Kundenbeziehungen, kümmern sich um den persönlichen Kontakt und sorgen für das nötige Vertrauen. VP-Online stellt unabhängige Makler, Exklusiv-Vertreter und Spezialisten an dieser Stelle vor und gibt dieser wichtigen Berufsgruppe eine Stimme.

02.09.2021 Vermittler im Porträt

Foto: © Foto Zolleis

Kunden mit Rechenkompetenz überzeugen

Matthias Fuchsluger: Er setzte auf Weiterqualifizierung, bis er den Schritt von der Ausschließlichkeit in ein eigenes Maklerunternehmen wagte. In der Beratung von Firmen- und Privatkunden setzt der Unternehmer aus Bayerisch-Schwaben vor allem auf seine finanzmathematische Kompetenz. Im Umgang mit den Versicherern wünscht er sich mehr standardisierte Prozesse.

Wie war Ihr persönlicher Weg in die Versicherungsbranche und in Ihre jetzige Position?

1992 habe ich bei einem Strukturvertrieb der Versicherungsbranche begonnen. Ich musste bald feststellen, dass das für mich der falsche Weg war, kannte ich doch nach einem Wochenendseminar lediglich einen Rentenversicherungstarif. Ich fand aber Gefallen an der Versicherungsberatung und begann 1993 eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann bei der Bayern-Versicherung. Während meiner Zeit im Unternehmen absolvierte ich u. a. Fortbildungen zum Versicherungsfachwirt und Versicherungsbetriebswirt. Damit legte ich weitere fachliche Grundlagen, um mich 2005 aus der Ausschließlichkeit zu lösen und das Versicherungsmaklerunternehmen INOVEGA GmbH & Co. KG zu gründen.

Was war im Beruf bisher Ihr größter Erfolg?

In einer Finanzmathematik-Ausbildung von „FinTeachWorld“ bei Prof. Dr. Bernd W. Kloeckner, einem der renommiertesten Professoren für Finanzwesen im deutschsprachigen Raum, und seinem Partner, Klaus Rost, habe ich meine Finanzkompetenz auf ein nie gekanntes Niveau heben können. Erst seitdem ich dort als einer der wenigen Drei-Sterne-Berater in Deutschland anerkannt bin, ist es mir möglich, alle Berechnungen zu meistern und damit meinen Kunden die Konsequenzen jeglicher Kapitalanlage- und Versicherungsentscheidungen aufzuzeigen.

Welche bürokratischen Rahmenbedingungen für Vermittler würden Sie gern ändern?

Meines Erachtens ist die gelebte Reglementierung, das regelrechte Registrierungsalphabet (Erlaubnisse nach § 34 f, h, i, ...), nur eine Folge mangelnder Ausbildung am Markt tätiger Berater. Denn wenn die Mindeststandards an Ausbildung und Qualifikation zum Beispiel der von Rechtsanwälten gleichen würden, bräuchten wir keine übermäßig belastenden Beratungsdokumentationen mehr. Mit jeder weiteren Pflicht an Dokumentation verschlechtert sich die Einnahmensituation des Beraters aufgrund des immer höher werdenden Aufwands.

Was sollte sich aufseiten der Versicherungswirtschaft in der Zusammenarbeit unbedingt ändern?

Eine allgemein gültige Regelung im Umgang mit Maklervollmachten würde den Beratungsalltag aller Versicherungsmakler immens erleichtern. Eine Vereinfachung der Kommunikation (inkl. Empfang und Versand von Dokumenten und Schriftverkehr) wäre ebenfalls eine große Erleichterung. Versuche, Prozesse zu vereinheitlichen, haben zum Beispiel Anbieter wie easy Login ja bereits unternommen.

Welches Branchenthema finden Sie gerade besonders spannend?

Ich beobachte besonders Vorsorgeprodukte für die Konsumfähigkeit im Ruhestand. Das sind für Kunden wirklich gewinnbringende Rentenversicherungstarife, die sich durch ein hohes Maß an Transparenz, Flexibilität und kundenfreundliche Regelungen und Bedingungen auszeichnen.


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