Robust und krisenfest: Solvenzquoten bleiben hoch
Trotz Zinsanstiegs und Krisenstimmung – die deutschen Versicherer sind finanziell gut aufgestellt. Nach Schätzungen des GDV bewegen sich die Solvenzquoten – also das Verhältnis von Eigenmitteln zu den gesetzlich geforderten Kapitalpuffern – für 2024 weiterhin auf hohem Niveau.

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Der Stichtag naht: Spätestens bis zum 8. April müssen Versicherer in Deutschland ihre Solvenzquoten melden. Die Solvenzquote ist eine feste Kennziffer für die finanzielle Stabilität und Krisenfestigkeit des Unternehmens. Sie gibt das Verhältnis von Eigenmitteln zur Solvenzkapitalanforderung (SCR) an und zeigen, ob ein Versicherer auch unter extremen Stressbedingungen seine Verpflichtungen erfüllen kann. Eine Quote von mindestens 100 Prozent ist dabei gesetzlich vorgeschrieben und bedeutet, dass der Versicherer selbst in einem Szenario, das statistisch nur alle 200 Jahre auftritt, zahlungsfähig bleibt
GDV vermeldet stabile Vorabzahlen
Schon jetzt zeichnet sich ein robustes Bild der Branche ab. „Für die Lebensversicherung erwarten wir eine mittlere Solvenzquote zwischen 285 und 295 Prozent, für die Schaden- und Unfallversicherung einen Wert von 280 Prozent", sagt 0Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Das zeigt: Auch in Krisenzeiten ist die Kapitalausstattung der Versicherer unverändert stabil.”
Im Vergleich zum Vorjahr fällt die Solvenzquote bei der Lebensversicherung damit etwas niedriger aus. Im Jahr 2023 betrug sie in dieser Sparte 305 Prozent. Grund für diese Entwicklung ist das 2024 leicht gefallene Zinsniveau. Bei der Schaden- und Unfallversicherung bleibt die prognostizierte Solvenzquote auf Vorjahresniveau.
Keine Übergangsmaßnahmen notwendig
Bemerkenswert: Die allermeisten Versicherer verzichten vollständig auf die sogenannten Übergangsmaßnahmen, die ihnen bei Einführung der EU-Aufsichtsregeln von Solvency II im Jahr 2016 den Übergang in das neue System erleichtert haben. Diese Maßnahmen sollten noch bis Ende 2031 dazu beitragen, die strengeren Anforderungen beim Wechsel von Solvency I auf Solvency II abzufedern. „Die Versicherer sind schneller als geplant voll in Solvency II angekommen. Der vorzeitige Verzicht auf Übergangsmaßnahmen zeigt, wie zukunftsfest das Geschäftsmodell der Branche ist”, so Asmussen.
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