07.10.2022 Branche

Ergo trennt sich von Vorstand Wittholt

Die Ergo verlängert den Vertrag des Chefs von drei Lebensversicherungstöchtern des Konzerns nicht. Auslöser des Abgangs von Frank Wittholt soll laut Medienberichten ein Streit um die Run-off-Plattform Thipara sein, die der Konzern als Joint Venture mit IBM betreibt.

Der 53-Jährige Wittholt wird die Ergo zum Jahresende verlassen. (Foto: ERGO Group)
Der 53-Jährige Wittholt wird die Ergo zum Jahresende verlassen.
(Foto: ERGO Group)

Frank Wittholt, Vorstandschef der drei Ergo-Lebensversicherer im internen Run-off, wird den Konzern zum Jahresende verlassen. Sein zum Jahresende auslaufender Kontrakt soll nicht vom Aufsichtsrat verlängert werden. Wittholts Aufgaben übernimmt künftig Martin Brown zusätzlich zu seinen Posten als Finanzvorstand der Leben Klassik Gesellschaften des Konzerns (Ergo Lebensversicherung, Victoria Lebensversicherung, Ergo Pensionskasse). Ergo bestätigte die Personalie, nachdem zunächst das Branchenmagazin „Versicherungsmonitor” darüber berichtet hatte.

Angeblicher Streit um Run-off-Plattform

 

Wittholt, seit 2019 Vorstandschef, sei als Taktgeber maßgeblich verantwortlich gewesen für den Aufbau der Organisationseinheit Leben Klassik, inklusive der Gründung des Joint Ventures Thipara mit dem IT-Unternehmen IBM, wie es in einer internen Meldung heißt. Die Thipara GmbH mit Sitz in Hamburg vermarktet und vertreibt Dienstleistungen zur Verwaltung von Run-off-Lebensversicherungsbeständen im Auftrag von Versicherungsunternehmen. Wittholt ist dort Geschäftsführer. Mit ihrer neuen Plattform will die Ergo nach eigenen Angaben das alte Verwaltungssystem durch ein moderneres ersetzen. Das Tool ist nach Angaben der Munich Re-Tochter bereits in Betrieb, und es sind bisher rund 440.000 eigene Verträge migriert worden.

Doch offenbar wird eben jene Run-off-Plattform, die die Ergo auch Dritten anbieten will, viel teurer als gedacht und ist immer noch nicht fertig. Daran habe sich intern ein handfester Streit entzündet, so dass der Abgang von Wittolt wohl nicht so friedlich erfolgt, wie er von den Düsseldorfern dargestellt wird, die von einer einvernehmlichen Trennung sprechen.


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