03.04.2020 Branche

Überraschender Wechsel an der Spitze der Gothaer

Gothaer-Chef Dr. Karsten Eichmann verkündet Wachtum von 6,4 Prozent im Vorjahr und seinen Rückritt. Oliver Schoeller wird sein Nachfolger.

Im Juni wird er der neue Gothaer-Chef: Oliver Schoeller. (Foto: Gothaer)
Im Juni wird er der neue Gothaer-Chef: Oliver Schoeller.
(Foto: Gothaer)

Wechsel an der Unternehmensspitze bei einem von Deutschlands größten Versicherern: Dr. Karsten Eichmann wird sein Mandat als Vorstandsvorsitzender der Gothaer Versicherungsbank, der Gothaer Finanzholding AG und alle weiteren Mandate im Gothaer Konzern zum 30. Juni 2020 niederlegen. Das teilte das Unternehmen heute im Rahmen seiner Bilanzpressekonferenz mit. Als Begründung nannte Eichmann sein Alter. Beim Chefwechsel sei er 59 Jahre alt. Auch bei anderen Versicherungen wie etwa der Allianz gebe es Regeln, wonach keine Spitzenpositionen mit über 60-Jährigen besetzt würden.

Nachfolger wird der 49-jährige Oliver Schoeller, der seit 2010 Mitglied des Vorstands der Gothaer Versicherungsbank, der Gothaer Finanzholding AG und seit 2017 zudem Vorstandsvorsitzender der Gothaer Krankenversicherung AG ist. Er wird den Vorstandsvorsitz zum 1. Juli des Jahres übernehmen. Dr. Werner Görg, Aufsichtsratsvorsitzender der Gothaer sagte zu dem Personalwechsel: „Karsten Eichmann hat die strategische Neuausrichtung des Gothaer Konzerns in den letzten sechs Jahren sehr erfolgreich vorangetrieben und mit der Digitalisierung, der Steigerung der Finanzkraft, der Veränderungsfähigkeit des Unternehmens sowie dem Umbau der Produktportfolien wichtige Akzente gesetzt." Schoeller wiederum habe in den vergangenen Jahren bei der erfolgreichen Neuausrichtung der Gothaer Krankenversicherung seinen strategischen Weitblick eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Gut positioniert für die kommende Rezession

 

Die Vorstellung der laut Eichmann sehr guten Geschäftszahlen geriet bei dieser unerwarteten Personalie fast in den Hintergrund. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen auf Konzernebene um 6,4 Prozent auf 4,49 Milliarden Euro. Dabei trugen alle Sparten zum Wachstum bei. Der Ausblick auf das Jahr 2020 wiederum wird durch die Corona-Kriste bestimmt. Die Gothaer erwartet hier zwar eine Rezession und Auswirkungen auf die Finanzmärkte, sieht sich selbst aber mit einem sehr geringen Aktienanteil, einem hohen Durchschnittsrating im Anleiheportfolio sowie einer konservativen Immobilienanlage sehr gut positioniert.

 


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