25.08.2022 Branche

2021 wieder mehr Unfälle im Ausland

Im vergangenen Jahr hat der Reiseverkehr wieder zugenommen, sodass auch die Zahl der Unfälle im Ausland wieder angestiegen ist. Unverschuldet in einen Crash verwickelt waren deutsche Fahrzeuge am häufigsten in Italien.

Ärgerlich, wenn es auf Reisen kracht: Vergangenes Jahr ist die Zahl der Kfz-Unfälle im Ausland, in die deutsche Halter unverschuldet verstrickt waren, wieder geklettert. (Foto: GDV Dienstleistungs-GmbH)
Ärgerlich, wenn es auf Reisen kracht: Vergangenes Jahr ist die Zahl der Kfz-Unfälle im Ausland, in die deutsche Halter unverschuldet verstrickt waren, wieder geklettert.
(Foto: GDV Dienstleistungs-GmbH)

23.501 Mal ging 2021 beim in Hamburg ansässigen Zentralruf der Autoversicherer eine Unfallmeldung zu in Deutschland zugelassenen Fahrzeugen ein, die im europäischen Ausland einen unverschuldeten Unfall hatten. Das berichtet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Auch 2021 bestimmten Pandemie und Beschränkungen das europäische Reise- und somit das Unfallgeschehen“, sagt Dr. Jens Bartenwerfer, Geschäftsführer der GDV Dienstleistungs-GmbH, die den Zentralruf der Autoversicherer betreut. „Der verminderte Reiseverkehr sorgte erneut für verhältnismäßig niedrige Unfallzahlen, wobei dennoch ein Anstieg der Auslandsunfälle zu beobachten war.“ Dieser betrug im Vergleich zum Vorjahr rund 11,8 Prozent (21.029 Fälle).

Unfall-Spitzenreiter Italien

 

Am häufigsten krachte es in Italien: 4199 Mal wurden in Deutschland zugelassene Autos im Ausland mit einem italienischen Kfz in einen Unfall verwickelt – das entspricht 17,9 Prozent aller Anfragen zu ausländischen Kennzeichen. Auf Platz zwei liegen französische Kfz, mit denen es im vergangenen Jahr 3282 Mal zu einem Haftpflichtschaden kam (14 Prozent), gefolgt von niederländischen Kfz, die 2699 Mal den Unfallgegner stellten (11,5 Prozent). Der Anteil der Unfälle in den direkten Nachbarländern Niederlande, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Österreich, Schweiz, Tschechien, Polen und Dänemark sank deutlich von 64 auf 56 Prozent. Eine starke Zunahme verzeichnete Kroatien: 1343 Unfälle gegenüber 804 in 2020. Die unfallträchtigste Zeit bleibt laut GDV die Sommerreisezeit. Auf die Monate Juni bis September entfielen mit 55 Prozent die meisten Anfragen zu ausländischen Kennzeichen und deren Versicherern.

Vor der Urlaubsreise mit dem eigenen Pkw sollte man alle Unterlagen zusammenstellen, die im Fall eines Unfalls für eine schnelle Schadenabwicklung notwendig sind, rät der Verband. Der Europäische Unfallbericht, der die Unfall-Protokollierung erleichtert, die sogenannte Grüne Karte und die kostenfreie Rufnummer des Zentralrufs der Autoversicherer (0800 2502600 aus dem Inland; +49 40 300330300 aus dem Ausland), die man laut GDV vorsorglich ins Handy einspeichern sollte, gehörten ins Reisegepäck.


Weitere Artikel

Listing

14.10.2025 Branche

Pflegeversicherung: Reformvorschläge stoßen auf Ablehnung

„Nicht ausreichend“, „nicht finanzierbar“, „zu zaghaft“:  Die ersten Ergebnisse der Bund-Länder-Initiative „Zukunftspaket Pflege“ überzeugen wenig. Branchenverband und Versicherer äußern deutliche Kritik.

> weiterlesen
Listing

07.08.2025 Branche

Betriebsrenten-Novelle: Lob mit Abstrichen

Die Versicherer begrüßen den gerade verabschiedeten Gesetzentwurf zur Stärkung der betrieblichen Altersversorgung (bAV). Unter anderem sollen Opt-out-Modelle die zweite Säule der Altersversorgung stärken. Der GDV fordert hier jedoch weniger Einschränkungen, der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung indes warnt vor Bürokratiehürden.

> weiterlesen
Listing

10.04.2025 Branche

HUK-Studie: Ärger über Mobilität in Deutschland erreicht neuen Rekord

Teure Transportmittel, schlechte Verkehrswege, unpünktliche Verbindungen: Der Frust der Menschen in Deutschland beim Thema Mobilität wird immer größer. Das hat die HUK-Coburg mit einer groß angelegten Mobilitätsstudie herausgefunden. Dabei wächst das Auto in der Gunst der Befragten und der Ruf nach einem Ausbau der Infrastruktur wird lauter.

> weiterlesen