05.04.2022 Branche

Gothaer-Studie: Klimawandel größtes Risiko fürs Geld

Sechs von sieben Deutschen fürchten, dass der Klimawandel für sie finanzielle Folgen haben wird. Auch deshalb steht bei ihnen einer Studie der Gothaer Asset Management zufolge Nachhaltigkeit hoch im Kurs.

Die Sensibilität gegenüber den Folgen des Klimawandels auch in Sachen Geldanlage hat deutlich zugenommen. (Foto: © appledesign - stock.adobe.com)
Die Sensibilität gegenüber den Folgen des Klimawandels auch in Sachen Geldanlage hat deutlich zugenommen.
(Foto: © appledesign - stock.adobe.com)

Die Folgen des Klimawandels werden immer deutlicher spürbar: Im vergangenen Sommer verwüstete Tief „Bernd“ unter anderem das Ahrtal, im Februar verursachte Orkan „Zeynep“ große Schäden. Auch die Auswirkungen des Klimawandels auf ihre Geldanlagen bereiten den Deutschen Sorgen: 84 Prozent der Bürger nennen dies als eine ihrer größten Sorgen und Befürchtungen. Entsprechend gewinnt auch das Thema Nachhaltigkeit immer stärker an Bedeutung. Inflationssorgen (68 Prozent) und Angst vor sinkendem Lebensstandard (48 Prozent) sind weniger verbreitet. Dies geht aus einer repräsentativen Studie zum Anlageverhalten der Deutschen hervor, die die Gothaer Asset Management AG (GoAM) vom Meinungsforschungsinstitut Forsa Anfang des Jahres durchführen ließ.

Bei Jungen Klimaschutz an erster Stelle



Das Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz ist bei den Deutschen ausgeprägt. Die Mehrheit der Bevölkerung betrachtet Umwelt- und Klimaschutz weiterhin als wichtigste Facette von Nachhaltigkeit, wenn auch mit abnehmender Tendenz (2021: 46 Prozent; 2022: 39 Prozent). Gleichzeitig steigt die Bedeutung der sozialen Gerechtigkeit (2021: 32 Prozent; 2022: 37 Prozent). Diesem Aspekt messen vor allem über 60-Jährige eine große Bedeutung zu, mit 42 Prozent liegen sie fünf Prozentpunkte über dem Durchschnitt. Jüngere Menschen hingegen gewichten die Facetten anders: Bei ihnen stehen Umwelt- und Klimaschutz mit 48 Prozent an erster Stelle.


Nachhaltigkeit bei der Geldanlage im Trend

 

Für 59 Prozent der Befragten hat Nachhaltigkeit bei der Geldanlage eine hohe Bedeutung. Immerhin 52 Prozent sind bereit, in eine nachhaltige Geldanlage investieren, auch wenn sie dadurch möglicherweise eine geringe Rendite zu erwarten hätten. Besonders ausgeprägt ist diese Einstellung bei den 30- bis 44-Jährigen. Mit 58 Prozent liegen sie sechs Prozentpunkte über dem Durchschnitt. „Mit einer nachhaltigen Geldanlage geht aber nicht unbedingt eine geringere Rendite einher“, erklärt Christof Kessler, Vorstandssprecher der Gothaer Asset Management AG.

Einer der hauseigenen vermögensverwaltenden Fonds, der konkrete ESG-Kriterien berücksichtigt, habe im letzten Jahr eine Wertsteigerung von gut 20 Prozent erzielt. Auf die Frage, welche Art von Fonds die Anleger in ihrem Depot haben, nannten 28 Prozent Nachhaltigkeitsfonds. Im Jahr zuvor waren es nur 17 Prozent „Es lässt sich hier ganz klar von einem Trend sprechen“, so Kessler. In den letzten drei Jahren sei die Nachfrage nach nachhaltigen Fonds stetig gestiegen.

Gothaer Anlegerstudie 2022

Die Gothaer Studie zum Anlageverhalten der Deutschen wurde im Auftrag der Gothaer Asset Management AG vom Meinungsforschungsinstitut Forsa vom 3. bis 5. Januar 2022 mit Hilfe computergestützter Telefoninterviews durchgeführt. Dabei wurden 1002 Bundesbürger ab 18 Jahren nach einem systematischen Zufallsverfahren repräsentativ ausgewählt und befragt. Die Befragung fand bereits zum 13. Mal statt.


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