24.08.2022 Branche

Mehr Kompetenz, mehr Nachhaltigkeit

Das Thema Nachhaltigkeit verbindet die Bevölkerung in Deutschland kaum mit Geld oder Altersvorsorge. Allenfalls gut informierte Anleger investieren in nachhaltige Finanzprodukte. Das legt eine Umfrage im Auftrag der Swiss Life Deutschland nahe.

Wer sich mit Finanzprodukten auskennt, setzt eher auf „grüne” Investments. (Foto: © Dilok - stock.adobe.com)
Wer sich mit Finanzprodukten auskennt, setzt eher auf „grüne” Investments.
(Foto: © Dilok - stock.adobe.com)

„Je höher das Finanzwissen, desto eher entscheiden sich die Menschen für Nachhaltigkeit“, sagt Jörg Arnold, CEO beim Versicherungs- und Vorsorgekonzern Swiss Life Deutschland. Arnold bezieht sich mit seiner Aussage auf eine repräsentative Online-Umfrage durch das Marktforschungsunternehmen YouGov, die das Unternehmen in Auftrag gegeben hat. 

Menschen denken bei Nachhaltigkeit nicht an Geldanlage



Das Thema Nachhaltigkeit verbindet die Bevölkerung in Deutschland laut Studie nicht mit Geld oder Altersvorsorge. Den größten Einfluss auf eine nachhaltige Zukunft sehen die Menschen in der Vermeidung von Plastik (60 Prozent), der Anpassung des eigenen Konsumverhaltens (50 Prozent) und in Infrastrukturprojekten (47 Prozent). Nur 18 Prozent nennen in dem Zusammenhang nachhaltige Geldanlagen – die Hälfte der Menschen in Deutschland schätzt ihre Bedeutung für eine nachhaltige Entwicklung eher gering ein.

Ganz anders sieht es allerdings bei Menschen aus, die informiert sind und nach eigener Ansicht über ein großes Finanzwissen im Bereich Nachhaltigkeit verfügen: 44 Prozent der Personen mit fundierten Kenntnissen schätzen die Wirkung von nachhaltigen Anlagen eher hoch ein. Gleichwohl sind diese aber noch in der Minderheit, denn 57 Prozent der Befragten bewerten ihr Wissen im Bereich nachhaltiger Finanzprodukte als gering und jede zweite Person findet diese auch kompliziert.

Nur wer informiert ist, hat auch Interesse an nachhaltigen Lösungen

Personen, die sich bereits zu nachhaltigen Geldanlagen informiert haben (24 Prozent), beurteilen die Wirkung nachhaltiger Geldanlagen deutlich positiver: 42 Prozent bewerten den Einfluss nachhaltiger Anlagen hoch und entscheiden sich dann auch für ein ESG-konformes Investment. Die Hälfte von ihnen würde eine nachhaltige Geldanlage abschließen, wenn sie aktiv darauf angesprochen wird und 65 Prozent wünschen sich deshalb auch eine Beratung zum Thema. „Nachhaltigkeit ist kein Selbstläufer. Erst wenn Menschen von Fachleuten über die Möglichkeiten und Optionen informiert werden, entsteht echtes Interesse. Die Finanzberatung ist damit ein wichtiger Hebel, Nachhaltigkeit in die Gesellschaft zu tragen“, sagt Arnold. Neben der Beratung ist unter allen Befragten der Wunsch nach verständlichem Informationsmaterial (40 Prozent) und einheitlichen Standards (35 Prozent) groß. Ein Schulfach Finanzen wünschen sich dabei mit 29 Prozent vor allem die jungen Menschen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren – beinahe doppelt so viele wie die gesamte Bevölkerung in Deutschland.

Produktwahl: Persönliche Wünsche im Vordergrund

 

Wenn es um Nachhaltigkeit bei Finanzprodukten geht, ist den Befragten vor allem wichtig, dass eigene Vorstellungen und Wünsche berücksichtigt werden. Dann würden sich mehr als 50 Prozent für die nachhaltige Variante entscheiden. Bei den unter 25-Jährigen sind es sogar 65 Prozent. Und: Mehr als die Hälfte möchte selbstbestimmt über die Zusammensetzung der Geldanlage entscheiden. Besonders wichtig ist den Menschen dabei die Förderung von Klima- und Umweltschutz (41 Prozent), der Ausschluss kontroverser Unternehmen oder Staaten (28 Prozent) und die Investition in Zukunftsbranchen (17 Prozent). Über die jeweilige Wirkung möchten die Befragten transparent aufgeklärt werden, dann entscheiden sich 56 Prozent auch für nachhaltige Produkte. Bei den unter 25-Jährigen sind es sogar knapp 70 Prozent.


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