29.04.2022 Branche

Prämie für Treibhausgasminderung: Diese Versicherer steigen ein

Mit der Treibhausgasminderungsquote will der Gesetzgeber die CO₂-Emissionen im Verkehrssektor senken. Die Quote gibt dabei den Mineralölkonzernen die Einsparungsziele vor. Auf dem Markt für entsprechende Emissionsrechte tummeln sich bereits einige Anbieter. Jetzt kommen die Allianz und das Insurtech Friday dazu.

Die THG-Quote zwingt Unternehmen, ihre Treibhausgasemissionen um einen bestimmen Prozentsatz zu reduzieren und in emissionsärmere Alternativen zu investieren. Wer die Vorgaben nicht einhält, muss eine Strafzahlung leisten. (Foto: © Olivier Le Moal - stock.adobe.com)
Die THG-Quote zwingt Unternehmen, ihre Treibhausgasemissionen um einen bestimmen Prozentsatz zu reduzieren und in emissionsärmere Alternativen zu investieren. Wer die Vorgaben nicht einhält, muss eine Strafzahlung leisten.
(Foto: © Olivier Le Moal - stock.adobe.com)

Die deutschen Treibhausgasminderungsziele sind in der Änderung des Klimaschutzgesetzes vom August 2021 verbindlich festgelegt. Die Emissionen sollen (gegenüber 1990) bis 2030 um mindestens 65 Prozent gesenkt werden. Um unter anderem dieses Ziel erreichen zu können, sind die Mineralölkonzerne gesetzlich verpflichtet, die Treibhausgasemissionen (THG) zu reduzieren, indem sie eine bestimmte Quote an Biokraftstoffen auf dem Markt anbieten. Schaffen sie das nicht im gesetzlich vorgeschriebenen Umfang, müssen sie Ausgleichzahlungen leisten oder die eingesparten CO2-Emissionen von rein batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen als Ausgleich zukaufen.

Handel mit Treibhausgasemissionen seit Beginn des Jahres

 

Davon betroffen sind seit dem ersten Januar 2022 alle Fahrzeughalter (privat oder gewerblich) von Elektrofahrzeugen, die ihre eingesparten CO2-Emissionen vermarkten wollen. Der Handel erfolgt über sogenannte THG-Vermittler. Diese bündeln die Quoten und übernehmen die Abwicklung. Die Höhe der Prämie richtet sich nach Angebot und Nachfrage bzw. dem Provisionseinbehalt der Vermittler. Nach aktueller Gesetzeslage kann die Prämie in den Folgejahren erneut geltend gemacht werden. Die zu erwartende Höhe ist derzeit aber noch unklar.

Allianz verspricht allen E-Autofahrern 350 Euro

 

In dieses Geschäft ist nun auch die Allianz eingestiegen. „Wir helfen allen Nutzern eines rein elektrisch betriebenen Fahrzeugs bei dieser Transaktion und garantieren für dieses Jahr eine Erstattung von 350 Euro pro Fahrzeug“, sagt Dirk Steingröver, Vorstand der Allianz Versicherungs-AG. Seit kurzem können nicht nur Kunden des Versicherers, sondern alle Interessierten die Erstattung der THG-Prämie auf der Homepage der Allianz anmelden. Die Abwicklung erfolgt in Kooperation mit dem ADAC. Nach der Registrierung mit den persönlichen Daten muss auch der Kfz-Schein hochgeladen werden.

Auch Digitalversicherer steigt in THG-Vermittlung ein

 

Auch der Digitalversicherer Friday, der zur Schweizer Baloise Group gehört, hat in Sachen Weitervermittlung der THG-Quote eine Kooperation verkündet. Das Insurtech aus Berlin arbeitet mit der greenAir GmbH zusammen, die die Plattform „Klima-Quote.de“ betreibt. Das Unternehmen ist ein Dienstleister für die Verwertung der Treibhausgasquote. Friday bezeichnet die Kooperation als „wegweisenden Nachhaltigkeits-Turbo für E-Mobilität in Deutschland“. Das Versprechen der neuen Partner ist vollmundig: Friday-Kunden mit einem E-Auto können bei Abschluss einer Autoversicherung über einen Link auch direkt ihre THG-Prämie beantragen. Die Prämie von 350 Euro erhalte man innerhalb eines Tages.

Auszahlung dauert länger als angekündigt

 

Ob das wirklich zutrifft? Gerade erst hat das Umweltbundesamt bestätigt, dass die Bearbeitung der Anträge für die THG-Quote länger dauern kann. Grund sei das hohe Interesse der E-Auto-Fahrer. Zehntausende Anträge sollen seit Jahresbeginn eingegangen sein, täglich kämen weitere dazu. „Aufgrund des hohen Antragsaufkommens sowie des Volumens vieler Anträge und des mit der Bearbeitung verbundenen Prüfungsaufwandes im Zusammenhang mit der relativ kurzfristig zum Januar 2022 geänderten Rechtslage ist aktuell mit einer Bearbeitungszeit von einigen Wochen zu rechnen“, so ein Sprecher der Bundesbehörde gegenüber der „dpa“. Die Allianz hatte eine Auszahlung der THG-Prämie für Privatfahrzeuge in der Regel 14 Tage nach Zugang der Bescheinigung des Umweltbundesamtes in Aussicht gestellt.


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