09.08.2022 Branche

Rentensystem unter Druck: Babyboomer reißen Lücke in den Arbeitsmarkt

Das Statistische Bundesamt warnt: Mit dem Ausscheiden der geburtenstarken Jahrgänge geht dem Arbeitsmarkt eine große Zahl an Erwerbspersonen verloren. Nach Berechnungen der Statistiker können jüngere Altersgruppen den Verlust zahlenmäßig nicht ersetzen.

Herausforderung für das Rentensystem: Millionen sogenannter Babyboomer beenden in den nächsten 15 Jahren ihr Erwerbsleben. (Foto: DVAG)
Herausforderung für das Rentensystem: Millionen sogenannter Babyboomer beenden in den nächsten 15 Jahren ihr Erwerbsleben.
(Foto: DVAG)

Das deutsche Rentensystem mit seinem Generationenvertrag steht vor einem enormen Stresstest, denn in den kommenden 15 Jahren wird die Generation der Babyboomer in den Ruhestand gehen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) werden 12,9 Millionen Erwerbspersonen der zahlenmäßig stärksten Geburtsjahrgänge 1957 bis 1969 bis zum Jahr 2036 das Renteneintrittsalter überschritten haben. Dies entspricht – bezogen auf das Berichtsjahr 2021 – knapp 30 Prozent der dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Erwerbspersonen. Nach Berechnungen der Statistiker können jüngere Altersgruppen den Verlust nicht wettmachen. Für ihre Analyse haben die Fachleute die Bevölkerung zwischen 15 und 79 Jahren in Fünf-Jahres-Altersgruppen aufgeteilt.

Weniger Jüngere für den Arbeitsmarkt

 

Hier zeigt sich, dass die älteren Altersgruppen durchgehend mehr Erwerbspersonen umfassen als die jüngeren. Mit einer Erwerbsbeteiligung von 86 Prozent waren etwa die 50- bis 59-Jährigen im vergangenen Jahr noch überwiegend am Arbeitsmarkt aktiv. Diese beiden Altersgruppen zählen 11,3 Millionen Erwerbspersonen. Dagegen stellten die beiden Altersgruppen zwischen 40 und 49 Jahren zusammen nur 8,9 Millionen Erwerbspersonen – obwohl sie 2021 mit je 89 Prozent die höchsten Erwerbsquoten aller Altersgruppen aufwiesen. Auch die noch relativ große Gruppe der 30- bis 34-Jährigen reiche im Umfang der Erwerbspersonen nicht mehr an die älteren Gruppen der Babyboomer heran, warnt Destatis.

Die beiden jüngsten Altersgruppen unter 25 Jahren befinden sich teilweise noch in ihrer Bildungsphase. Auszubildende im dualen System, aber auch Studierende, die nebenher arbeiten, werden hier zu den Erwerbstätigen gezählt. Selbst wenn diese beiden Altersgruppen nach Abschluss ihrer Ausbildung vollumfänglich für den Arbeitsmarkt aktiviert werden könnten, so machten sie 2021 gerade 8,4 Millionen Erwerbspersonen aus.


Weitere Artikel

Listing

02.09.2026 Branche

Verband lehnt Kassenpflicht ohne Kassengeschäft ab

Ab Januar 2028 sollen Unternehmer und Freiberufler ab 100.000 Euro Jahresumsatz gesetzlich verpflichtet sein, eine elektronische Kasse zu führen. Hiervon wären auch unabhängige Finanzanlagen- und Immobiliar­darlehens­vermittler betroffen – selbst wenn sie kein Kassengeschäft per Bargeld oder Karten haben. Der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung mahnt jetzt eine praxisgerechte Regelung an.

> weiterlesen
Listing

15.05.2026 Branche

KI-Event: zurück in Berlin

Durch KI erlebt die Welt tiefgreifende Umwälzungen. Der Entscheider-Gipfel „Insurance & Finance go KI“ geht den Chancen und Risiken der digitalen Transformation in der Branche auf den Grund. Machen Sie sich KI-Fit!

> weiterlesen
Listing

25.03.2026 Branche

Koalition macht Ernst: Jetzt kommt das private Altersvorsorgedepot

Union und SPD haben sich auf einen Nachfolger der unbeliebten Riester-Rente geeinigt. Sparer können künftig direkt in ein gefördertes Altersvorsorgedepot einzahlen. Ein Kostendeckel soll für mehr Rentabilität sorgen. Dass der Staat auch selbst als Depotanbieter auftreten wird, stößt in der Versicherungswirtschaft indes auf heftige Kritik.

> weiterlesen