25.05.2021 Branche

Singles in Deutschland oft seelisch unter Druck

Fast zwei Drittel der Alleinlebenden in Deutschland leiden seelisch – und bei vielen hat Corona die Lage verschlimmert. Weitere Erkenntnis einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Finanzberatung Swiss Life Select: Wer selbstbestimmt allein lebt, kümmert sich proaktiv um seine Vorsorge und blickt optimistischer in die Zukunft.

Für viele Menschen haben die psychischen Belastungen in der Pandemie zugenommen. (Foto: YakobchukOlena/Fotolia)
Für viele Menschen haben die psychischen Belastungen in der Pandemie zugenommen.
(Foto: YakobchukOlena/Fotolia)

Allein zu leben hat oft viele Vorteile. Doch in der Corona-Pandemie bekommen Alleinlebende vor allem die Nachteile zu spüren. Lockdown und strenge Kontaktbeschränkungen machen aus „allein“ schnell „einsam“ – und das kann zu psychischen Belastungen führen. Fast zwei Drittel der Singles leiden seelisch und bei gut der Hälfte treten die Symptome seit Corona häufiger auf. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die das Finanzberatungsunternehmen Swiss Life Select zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov Deutschland durchgeführt hat. Untersucht wurden im Rahmen einer Online-Umfrage die Lebenswelten und das Vorsorge­verhalten von über 1200 Singles und knapp 2000 Menschen, die in einer Beziehung leben. 

Psyche: Einsamkeit belastet

 

Demnach klagen 62 Prozent der Singles (Paare: 58 Prozent) über psychische Belastungen. Am häufigsten trifft es dabei die 18- bis 29-jährigen (74 Prozent). 52 Prozent der Singles mit psychischen Problemen sagen, dass die Leiden seit der Corona-Pandemie häufiger auftreten. Von den Menschen in einer Partnerschaft waren es 45 Prozent. Die Studie deutet zudem auf einen starken Zusammenhang zwischen psychischen Leiden und der subjektiven Empfindung von Einsamkeit hin. 85 Prozent der einsamen Menschen sehen sich als psychisch belastet an.

Vorsorge: Beratung gefragt 

 

Über 17 Millionen Einpersonenhaushalte gibt es in Deutschland. Gerade wenn Menschen allein leben, ist Vorsorge unerlässlich – denn im Zweifel kann kein Partner unterstützend eingreifen. Trotzdem sichern Singles sichern ihr Einkommen seltener ab als es Menschen in einer Beziehung tun (elf Prozent gegenüber 17 Prozent). Sie sorgen auch seltener privat fürs Alter vor (21 Prozent) als Paare (32 Prozent). Entsprechend groß ist hier der Nachholbedarf. „Finanzberaterinnen und Finanzberater sind in der Verantwortung, sie dabei zu unterstützen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. 63 Prozent der Singles sind offen für eine Finanzberatung“, sagt Stefan Kuehl, Geschäftsführer von Swiss Life Select. „Bemerkenswert ist, dass selbstbestimmt Alleinlebende ihre Vorsorge proaktiver vorantreiben und zuversichtlicher in die Zukunft blicken.“

Wider Willen – schlechter dran

 

Denn Single ist nicht gleich Single. Die bewusste Entscheidung fürs Single-Dasein scheine ein wichtiger Resilienzfaktor gegen psychische Leiden zu sein, so Kuehl: „91 Prozent der selbstbestimmten Singles leben gern allein und nur 17 Prozent klagen über Einsamkeit.“ Die überzeugten Singles sind in der Folge auch psychisch stabiler. In dieser Gruppe leiden mit 55 Prozent deutlich weniger unter psychischen Problemen als in der Gruppe der Singles wider Willen (69 Prozent).


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