16.06.2020 Digital

Smarthome: So sollten Versicherer mit Fehlern smarter Technik umgehen

Smarthome bietet Komfort und Sicherheit, birgt aber auch unbekannte Risiken. Fehlfunktionen oder Manipulationen können enorme Schäden verursachen. Darauf muss die Versicherungswirtschaft mit ihren Produkten reagieren. Eine Studie des IT-Dienstleisters ti&m und der Versicherungsforen Leipzig GmbH gibt Versicherern wichtige Hinweise.

Fehlfunktionen oder Störungen digitaler Geräte können eine Kettenreaktion auslösen, an deren Ende ganz reale Schäden mit hohen Kosten stehen. (Foto: © steschum - stock.adobe.com)
Fehlfunktionen oder Störungen digitaler Geräte können eine Kettenreaktion auslösen, an deren Ende ganz reale Schäden mit hohen Kosten stehen.
(Foto: © steschum - stock.adobe.com)

Das Internet der Dinge und die Digitalisierung steuern immer häufiger unsere Häuser und Wohnungen. Wenn diese smarten Geräte aber eine falsche Entscheidung treffen oder Sensoren im Haus Fehlfunktionen aufweisen, kann dies zu teuren Folgeschäden führen. Oft müssen dann die Versicherer entscheiden, ob Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können oder nicht. Es bedarf maßgeschneiderter Policen für die Wohnwelt der Zukunft, wie die gemeinsame „ti&m-Trendstudie Versicherungen“ des Schweizer IT-Dienstleisters ti&m und der Versicherungsforen Leipzig GmbH, einem Unternehmen für Forschung und Entwicklung in der Assekuranz, zeigt.

Sicherheit in den eigenen vier Wänden besonders wichtig

 

Die Teilnehmer der Versicherungsstudie haben angegeben für welche persönlichen Themen und Probleme im Bereich Wohnen es aus Ihrer Sicht innovativer Lösungen bedarf. Schon auf Rang zwei stand die Sicherheit des eigenen Wohnraums (39,1 Prozent). Und die digitalen Helfer bieten genau das: Innovative und bezahlbare Lösungen, die den Bewohnern Arbeit abnehmen und jederzeit einen genauen Einblick gewähren. Schon in wenigen Jahren wird vermutlich die Mehrheit der Deutschen wichtige Hausfunktionen per Tablet oder Sprachbefehl steuern. 

Heute schon beliebt sind zum Beispiel Sensoren, die erkennen, ob Fenster geöffnet, gekippt oder geschlossen sind. Kommt es hier zu Fehlfunktionen, kann dem Bewohner eine gesicherte Wohnung vorgegaukelt werden, obwohl Dieben im wortwörtlichen Sinne Tür und Tor offenstehen. Auch die digital gesteuerte Heizungsanlage kann im schlimmsten Fall bei einer falschen Datenauswertung automatisch herunterfahren und im Winter zu einem geplatzten Wasserrohr führen.

Die Versicherer haben auf die neue Wohnwelt bereits reagiert und bieten Schutzbriefe oder spezielle Hausrattarife zu Smarthome-Produkten an. Sie tragen zum Teil auch Schäden durch falsche Bedienung oder Manipulation oder organisieren Nothilfe. Die neuen Komfort-Features und intelligenten Funktionen bergen aber auch vormals unbekannte Risiken und sogenannte Rebound-Effekte, bei denen das Gefühl, dank der Technologie geschützt zu sein, durch ein noch riskanteres Verhalten kompensiert wird. 

Forensische Analysen zur Rekonstruktion von Fehlern

 

Nach Ansicht von ti&m-Experte Dr. Holger Rommel muss die Assekuranz deshalb nicht nur ihre Produktwelt anpassen, sondern auch intern aufstocken. Schließlich werde es schwer sein, den genauen Ablauf oder Grund, der zur Fehlfunktion geführt hat, zu rekonstruieren und nachzuweisen: „Je weiter die Vernetzung voranschreitet, desto mehr wird es auch nicht nur ein einzelnes Gerät sein, dem die Fehlfunktion zugerechnet werden kann.“ Forensische Analysen anhand von vorliegenden Logdateien smarter Geräte würden deshalb zunehmend zur Kernkompetenz im Schadenmanagement.

 


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