13.05.2022 Recht | Ratgeber

Besser vorbereitet: GDV baut Hochwasser-Check aus

Immobilieneigentümer und Mieter sollten sich schon jetzt auf die nächste mögliche Starkregen-Saison vorbereiten. Viele würden ihr individuelles Risiko immer noch nicht kennen, meint der GDV und bietet Unterstützung durch zwei Online-Tools an. Diese berücksichtigen jetzt auch das Risiko durch Starkregen.

Extremwetter: In den vergangenen Jahren war Starkregen in Deutschland ein immer häufiger auftretendes Phänomen. (Foto: © Animaflora PicsStock - stock.adobe.com)
Extremwetter: In den vergangenen Jahren war Starkregen in Deutschland ein immer häufiger auftretendes Phänomen.
(Foto: © Animaflora PicsStock - stock.adobe.com)

Noch steht natürlich nicht fest, wie das Wetter in den kommenden Sommermonaten wird. Beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) scheint man unter dem Eindruck der vergangenen Jahre aber Schlimmes zu befürchten, denn der Verband hat nun Empfehlungen veröffentlicht, wie man zu Beginn der Star­kre­gen­sai­son das eigene Risiko überprüfen kann.

Hochwasser-Check um Starkregenrisiko erweitert

 

Der GDV hat zwei Online-Tools entwickelt: den Naturgefahren-Check und den Hochwasser-Check. In der aktuellen Version wurde der Hochwasser-Check um die Risikoeinschätzung durch Starkregen erweitert. Wenn man dort Straße, Hausnummer und Postleitzahl eingibt, erfährt man, wie stark das eigene Gebäude durch Flusshochwasser und Starkregen gefährdet ist. „Viele Hausbesitzer sind sich der Bedrohung durch Naturgefahren nicht bewusst. Mit dem Hochwasser-Check erhalten sie nun auch Informationen, welche Maßnahmen je nach Gefährdung ergriffen werden sollten“, sagt Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende GDV-Hauptgeschäftsführerin.

Starkregensaison von Mai bis September

 

Statistisch gesehen gibt es laut GDV im Juli am häufigsten heftige Niederschläge. Jeder kann betroffen sein, denn Starkregen tritt überall in Deutschland auf. Das habe zum Beispiel die verheerende Sturzflut im Ahrtal im vergangenen Juli gezeigt, so der Verband. Im Sommer 2014 wiederum war Münster von schwerem Starkregen betroffen. Dort fielen 292 Liter Regen pro Quadratmeter in nur sieben Stunden. Das war einer der höchsten jemals in Deutschland gemessenen Werte.

Elementarschadenversicherung muss sein

 

Wie üblich weist der GDV im Zusammenhang mit diesem Thema darauf hin, dass deutschlandweit nur rund die Hälfte der Gebäude bislang gegen Naturgefahren wie Hochwasser, Starkregen und Überschwemmung versichert ist. „Heftige Regenfälle können Häuser bis zur Unbewohnbarkeit beschädigen“, sagt Käfer-Rohrbach. Die richtige Antwort sei die Elementarschadenversicherung. Seit den Ereignissen des Sommers 2021 wird eine politische Debatte um die Einführung einer Versicherungspflicht gegen Elementarschäden geführt. Der GDV lehnt eine solche Elementar-Pflicht als Einzelmaßnahme allerdings ab. Die Begründung: Das könnte die Menschen dazu verleiten, auch in Hochwasserrisikogebieten zu bauen. Die Naturgefahren- oder Elementarschadenversicherung ist inzwischen oft integraler Bestandteil der Wohngebäude- und der Hausratversicherung. Es empfiehlt sich, bestehende Verträge um diesen Schutz zu erweitern.

Hochwasserprävention zum Schutz des Gebäudes

 

Neben dem Versicherungsschutz sollten sich Immobilienbesitzer auch um Hochwasserprävention für ihr Haus kümmern. „Wer baut, sollte je nach Gefährdung seines Gebäudes die Schutzmaßnahmen gegen mögliche Überschwemmung direkt mit einplanen“, rät Käfer-Rohrbach. Bestandsgebäude können nachträglich gegen Folgen von Starkregen und Hochwasser geschützt werden, etwa durch den Einbau einer Rückstauklappe, Aufkantungen an Kellertreppen oder Abdichten von Fenstern, Türen und Wänden.


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