13.01.2023 Sparten/Produkte

1,8 Millionen wechseln die Kfz-Versicherung

Neue Studie zeigt: Die Wechselaktivität im Jahresendgeschäft der Kfz-Versicherungsbranche steigt wieder auf das Niveau des Jahres 2020. Empfehlungen von Vermittlern spielen bei der Wahl des neuen Vertragspartners eine Schlüsselrolle.

Eine mögliche Beitragsersparnis motiviert viele Autobesitzer zum Wechsel ihrer Police. (Foto: © Andrey Popov - stock.adobe.com)
Eine mögliche Beitragsersparnis motiviert viele Autobesitzer zum Wechsel ihrer Police.
(Foto: © Andrey Popov - stock.adobe.com)

Die Wechselaktivität bei den rund 41 Millionen privaten Kfz-Versicherungsnehmern ist von 18 Prozent Ende 2021 auf 29 Prozent zum Ende November 2022 gestiegen. Nach Jahren des Rückgangs ist die Wechselaktivität damit wieder etwa auf das Niveau von 2020 geklettert. Auch die Anzahl der tatsächlichen Wechsler ist wieder gestiegen: von 1,3 Millionen Ende 2021 auf 1,8 Millionen Ende 2022. Damit haben 4,2 Prozent der Kfz-Versicherungsnehmer mit durchschnittlich 1,1 Vertragswechseln insgesamt rund zwei Millionen Verträge gewechselt. Trotz der höheren Wechselaktivität blieben die meisten Kunden (85 Prozent) dann doch ihrem bisherigen Anbieter treu. Das meiste Neugeschäft unter den Wechseln haben (in alphabetischer Reihenfolge) Allianz, Axa, Huk24, HUK-Coburg und LVM gewinnen können. Gemeinsam stehen diese Top Fünf fast für die Hälfte aller Neuabschlüsse (44 Prozent). Dies sind die Ergebnisse der Sirius Campus Marktuntersuchung „Wechselaktivität bei Kfz-Versicherungen im Jahresendgeschäft 2022“.

Beitragserhöhung wichtiges Wechselmotiv



Ansprachen von Vertretern, Maklern, Bankberatern oder über ein E-Mail-Alert von Vergleichsportalen bleiben wie bisher starke Treiber, damit bei einem Kfz-Versicherungskunden aus einer Wechselbereitschaft auch tatsächlich ein Kfz-Versicherungswechsel erfolgt. Mit 40 Prozent wird Geldsparen am häufigsten als Wechselmotiv genannt. Während dieses Motiv in den letzten Jahren noch ein Treiber für den tatsächlichen Wechsel war, kehrte sich die Wirkung in diesem Jahr um: Personen mit einem Geldsparmotiv wechselten seltener als im Durchschnitt. Dagegen steigert die Wahrnehmung eines Beitragsanstiegs die Wechselquote. Tatsächlich ist der Beitragsanstieg mit 14 Prozent zum zweithäufigsten Wechselmotiv geworden (Vorjahr: zehn Prozent). „Der allgemeine Beitragsanstieg im Kfz-Versicherungsmarkt hat zwar die Wechselaktivität gesteigert, jedoch konnten seltener günstigere Angebote als in den Vorjahren, selbst bei Nutzung von Vergleichsportalen, gefunden werden. Versicherer haben in Zeiten der Inflation wenig Interesse an einem Preiswettbewerb“, kommentiert Sirius-Campus-Geschäftsführer Dr. Oliver Gaedeke diese Entwicklung. So ist mit 34 Prozent unter den Wechselbereiten der häufigste Hinderungsgrund an einem Wechsel eine zu geringe Beitragsersparnis.


Chance auf Rückgewinnung von Kündigungsbereiten



Rund ein Drittel (36 Prozent) der Wechselaktiven suchen günstige Alternativen zu ihrer aktuellen Kfz-Versicherung, um mehr Verhandlungsdruck beim bisherigen Versicherer aufbauen zu können (Vorjahr: 24 Prozent). Tatsächlich schließen rund ein Viertel der Kündiger dann doch wieder eine Kfz-Versicherung bei ihrem bisherigen Anbieter ab. Vor allem Allianz, Axa, DEVK, Huk24 und VHV (in alphabetischer Reihenfolge) gelingt dies besonders gut. „Vor allem vertreterorientierte und vorsichtige Kunden scheuen einen Wechsel, da ihnen ein vertrauter Anbieter lieber ist. Versicherer mit einer kundenorientierten Kommunikation von Beitragsanpassungen und Beratungsangeboten für Tarifalternativen gelingt es, die Abwanderungsrate gering zu halten“, erklärt Gaedeke. Die Bedeutung der Brief- und Angebotsgestaltung jenseits schlichter und meist schädlicher Rabattierungen werde noch zu wenig von Versicherern erkannt.


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