01.09.2021 Sparten/Produkte

Erstes Rating: Das sind die besten Cyber­policen für private Nutzer

Eine echte Premiere: Als erste Ratingagentur hat sich Franke und Bornberg an den Vergleich von privaten Cyberversicherungen gewagt – und entsprechende Kriterien für die stark heterogenen Tarife geschaffen. Fazit: Öffentliche Versicherer schneiden am besten ab.

Mehr Transparenz bei Cyberpolicen: Tarife für private Internetnutzer lassen sich anhand des Ratings nun besser miteinander vergleichen (Foto: VHV)
Mehr Transparenz bei Cyberpolicen: Tarife für private Internetnutzer lassen sich anhand des Ratings nun besser miteinander vergleichen
(Foto: VHV)

Ob Virenbefall, Datenklau oder (der besonders perfide) Identitätsklau – in Deutschland sind 40 Prozent der privaten Internetnutzer schon einmal Opfer eines Cyberangriffs geworden. Das zeigt eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) aus 2020.

Die Assekuranz hat in den vergangenen Jahren auf die digitalen Schadensrisiken reagiert. Zuerst gab es Cyberschutzleistungen lediglich als Zusatzbaustein, insbesondere im Premiumsegment von Rechtsschutzversicherungen. Im Jahr 2014 kamen die ersten eigenständigen Cyberversicherungen für Privatleute auf den Markt. Doch im Vergleich zum Firmenkundenbereich ist das Angebot an Policen mit gerade einmal 19 Tarife von 17 Gesellschaften relativ überschaubar.

Stark variierende Tarifmerkmale als Vergleichshürde

 

Hinzu kommt, dass die sich die Leistungsmerkmale der einzelnen Tarife deutlich unterscheiden, da es bei Cyberversicherungen für Privatkunden noch kein einheitliches Regelwerk oder GDV-Musterbedingungen gibt. Dass ein objektiver Tarifvergleich dennoch möglich ist, zeigt nun die Ratingagentur Franke und Bornberg. Erstmals haben die Analysten in diesem Segment ein Produktrating erstellt. „Selten haben wir eine so unübersichtliche Tariflandschaft analysiert wie beim privaten Cyberschutz“, so Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer von Franke und Bornberg. Daraus ein konsistentes Bewertungsschema abzuleiten, sei nicht einfach gewesen. „Unterschiedlichste Formulierungen und Regelungen, beispielsweise sehr unterschiedliche und differenzierte Ausschlüsse und Leistungsvoraussetzungen, mussten in einheitliche Bewertungsmaßstäbe überführt werden“, sagt Franke im Rückblick. 

68 Prüfkriterien, ein Sieger

 

Für den Vergleich von privaten Cyberversicherungen haben die Experten insgesamt 68 Prüfkriterien entwickelt. Am stärksten gewichten sie die Aspekte „Konto-/ Daten-/ Identitätsmissbrauch“, „Daten- und Geräterettung nach Cyberattacken“ sowie „Verlust bei Interneteinkäufen“. Allein auf diese drei Kriterien entfallen 2600 von maximal 6550 erreichbaren Punkten. Die Leistungshöhen variieren je nach Kriterium. Für entscheidende Aspekte wie „Konto-/ Daten-/ Identitätsmissbrauch“ betragen sie bis zu 20.000 Euro. „Verluste bei Interneteinkäufen“ und „Verluste bei Internetverkäufen“ sind bis zu 15.000 Euro gedeckt. In anderen, weniger zentralen Kriterien sind die Leistungen deutlich niedriger. Zusätzlich entwickelten die Franke und Bornberg-Analysten spezielle Mindeststandards für die höchsten Ratingklassen. Zu den Standards für ein FFF zählt beispielsweise, dass bei Pharming, Phishing und Skimming für Zahlungskarten und Banking Versicherungsschutz besteht.

Öffentliche Versicherer haben die Nase vorn

 

Der Blick aufs Rating zeigt: Etwa ein Fünftel (vier von 19) finden sich in der schlechtesten Kategorie F- wieder. Doch Michael Franke bleibt optimistisch: „Unsere Ratings schaffen Qualitätsstandards. Auf diese Weise entsteht Wettbewerb, nicht nur beim Preis, sondern vor allem bei den Leistungen. Wir sind uns sicher: Das Niveau wird sich deutlich verbessern.“

Das aktuelle Cyber-Rating führen die öffentlichen Versicherer an. Sie bieten ein breites Leistungsspektrum und erfüllen viele entscheidende Kriterien, während andere Versicherer nur wenige Leistungsbereiche abdecken. Auf dem Siegerpodest mit Top-Note FFF steht die vergleichsweise kleine ÖSA Öffentliche Versicherungen Sachsen-Anhalt. Mit 78 Prozent der möglichen Punkte erzielt sie das beste Ergebnis. Die Phalanx der Öffentlichen durchbricht nur die INTER Allgemeine Versicherung AG. Sie belegt mit guten 71 Prozent Platz drei.


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