26.10.2022 Sparten/Produkte

GDV: Tiefstand bei Autodiebstählen

2021 war das erste Jahr seit Beginn der Diebstahlstatistik, in dem weniger als 10.000 Autos gestohlen wurden. Ein Grund dafür sind laut Branchenverband GDV bessere technische Schutzmaßnahmen. Große Geländewagen seltener Marken sind bei Langfingern besonders beliebt.

Dass in Berlin so viele Autos gestohlen werden, liegt laut Polizei an der Nähe und den schnellen Autobahnverbindungen zu Osteuropa, wo viele Wagen verschwinden, um ganz oder in Teile zerlegt verkauft zu werden. (Foto: TheDigitalWay/Pixabay)
Dass in Berlin so viele Autos gestohlen werden, liegt laut Polizei an der Nähe und den schnellen Autobahnverbindungen zu Osteuropa, wo viele Wagen verschwinden, um ganz oder in Teile zerlegt verkauft zu werden.
(Foto: TheDigitalWay/Pixabay)

2021 sind in Deutschland erstmals seit Beginn der Diebstahlstatistik weniger als 10.000 Autos gestohlen worden. Das hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitgeteilt. „Autodiebe haben bundesweit genau 9805 Pkw geklaut, rund acht Prozent weniger als 2020”, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. „Die Zahl der Autodiebstähle ist damit auf ein Rekordtief gesunken.” Die Aufklärungsquote bei Kfz-Diebstahl betrug laut polizeilicher Kriminalstatistik im Jahr 2021 rund 31,2 Prozent.

Auch die durchschnittliche Schadenhöhe ist rücklaufig

 

Mitte der 1990er-Jahre hatten die Versicherer noch rund 100.000 Diebstähle pro Jahr registriert. Mittlerweile hätten bessere technische Schutzmaßnahmen wie die Wegfahrsperre und eine bessere Strafverfolgung und Grenzsicherung den Autodieben die Arbeit erheblich erschwert. Weiterhin hoch sei hingegen der wirtschaftliche Schaden für die Bestohlenen: „Für jeden Diebstahl haben die Versicherer im Durchschnitt über 19.100 Euro gezahlt. Insgesamt verursachten Autodiebe 2021 damit einen wirtschaftlichen Schaden von mehr als 187 Millionen Euro – also rechnerisch über 500.000 Euro pro Tag“, sagt Asmussen. Was der Verband dabei verschweigt: Auch hier gehen die Werte zurück. 2020 mussten die Versicherer für einen Diebstahl im Durchschnitt erstmals mehr als 20.000 Euro zahlen. Selbst 2019 lag der Durchschnittswert höher als aktuell.

SUVs bei Autodieben besonders beliebt

 

Bei den Kriminellen gefragt bleiben teure Geländewagen, so der Verband: Nach Diebstahlquote waren neun der zehn am häufigsten gestohlenen Modellreihen SUVs, darunter gleich drei Modelle von Land Rover. Auch im Herstellervergleich werden Land Rover relativ gesehen am häufigsten gestohlen: Mit 177 Fällen kamen auf 1000 kaskoversicherte Autos dieser Marke 1,7 Diebstähle. Auf Platz 1 im Modellvergleich bei der Quote landet allerdings der „Kia Stinger“. Bei den absoluten Diebstahlzahlen sieht das Bild gänzlich anders aus. Hier liegen die Fahrzeughersteller mit hohen Stückzahlen auf Deutschlands Straßen vorn: VW, Audi, Mercedes-Benz und BMW. Auch hier gingen die Zahlen wie bei den meisten Herstellern im Vergleich zum Vorjahr aber zurück. Völlig gegen den Trend ist die Entwicklung bei Chrysler. Hier stieg die Anzahl der Fahrzeugdiebstähle um 216 Prozent.

Berlin bleibt Diebstahlhochburg

 

Im Vergleich der Bundesländer und Großstädte hatte Berlin erneut die mit Abstand höchste Diebstahlrate. Hier wurden im Laufe des vergangenen Jahres 2200 Autos gestohlen, die Diebstahlquote lag bei 2,2 von 1000 kaskoversicherten Pkw (Bundesdurchschnitt: 0,2). Eine mit 1,1 ebenfalls vergleichsweise hohe Diebstahlquote weist noch Hamburg auf, in allen anderen Regionen waren Diebstähle deutlich seltener. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 0,2. Besonders gering ist die Diebstahlgefahr im Süden der Republik. Die Diebstahlquote in Bayern und Baden-Württemberg lag wie in den Vorjahren bei 0,1. Die beiden Flächenländer rangieren damit am Ende der GDV-Statistik. Mehr Diebstähle in absoluten Zahlen als im Vorjahr weist die Statistik lediglich für drei Bundesländer aus, nämlich Bremen, Thüringen und Hessen. Den stärksten Rückgang verzeichnete das Saarland mit 27,6 Prozent.

Eine Übersicht der einzelnen Statistiken zum Download gibt es hier.


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