20.01.2022 Sparten/Produkte

Kfz-Assistenzsysteme: Versicherer profitieren nur mäßig

Vom Spurwechselassistenten bis zur Einparkhilfe: Moderne Fahrzeugtechnik wird den Straßenverkehr in den kommenden Jahrzehnten sicherer machen. Warum das bei Kfz-Versicherern nur zu geringfügigen Kosteneinsparungen führt, zeigt eine Studie des Branchenverbands GDV.

Selbst wenn die Künstliche Intelligenz das Steuer übernimmt, dürften die Kosten der Autoversicherer für Reparaturen hoch bleiben. Das Einsparpotenzial bis 2040 beziffert eine aktuelle Studie mit rund zwölf Prozent. (Foto: SleepyCats/Pixabay)
Selbst wenn die Künstliche Intelligenz das Steuer übernimmt, dürften die Kosten der Autoversicherer für Reparaturen hoch bleiben. Das Einsparpotenzial bis 2040 beziffert eine aktuelle Studie mit rund zwölf Prozent.
(Foto: SleepyCats/Pixabay)

Die gute Nachricht aus Sicht von Verkehrsteilnehmern in Deutschland: Assistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen bringen künftig mehr Sicherheit auf die Straßen und dürften helfen, die Zahl der Unfälle weiter zu reduzieren. Die schlechte Nachricht aus Sicht der Autoversicherer: Die Entschädigungsleistungen werden bis 2040 kaum sinken. Das zeigt eine aktuelle Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Schadenzahlungen sinken nur langsam


 
„Die neuen Assistenzsysteme machen das Autofahren sicherer, sie verbreiten sich aber nur langsam. Unter dem Strich werden die Entschädigungsleistungen der Kfz-Versicherer bis 2040 durch die neuen Systeme daher nur um rund zwölf Prozent sinken“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Im Bezugsjahr 2019 hatten die Versicherer Schäden in Höhe von rund 25 Milliarden Euro reguliert. Nach Einschätzung der Autoren der Studie „Automatisiertes Fahren – Auswirkungen auf den Schadenaufwand bis 2040“ könnten bei den Haftpflichtversichern die Entschädigungen um 17 Prozent sinken. Bei den Kaskoversicherern, die die Schäden am eigenen Auto zahlen, wird ein Rückgang von lediglich sieben Prozent erwartet.

Theorie und Praxis klaffen auseinander

 

Die Gründe für die begrenzten Einsparungen sind vielfältig. So haben Assistenzsysteme nur auf einen Teil der auftretenden Schäden einen Einfluss – Marderbisse oder Steinschlag verhindern sie nicht. Außerdem stellt die Studie signifikante Unterschiede zwischen Theorie und Praxis fest: Die Bedingungen in einem Testumfeld sind im Schnitt besser als im Alltag auf der Straße. Regen oder Sturm können die Präzision der Assistenzsysteme verringern.

Windschutzscheibe 25 Prozent teurer

 

Unklar ist auch, wie schnell sich modernste Fahrzeugtechnik flächendeckend etablieren kann. Sicher ist: Die Assistenzsysteme machen Fahrzeuge teurer und treiben die Reparaturkosten in die Höhe. Laut Studie ist die in einem Pkw mit Assistenzsystem verbaute Windschutzscheibe rund 25 Prozent teurer als eine normale. Der prognostizierte Kfz-Zuwachs um drei Prozent auf dann 46,5 Millionen versicherte Fahrzeuge dürfte ebenfalls zu erhöhten Schadensaufwendungen bei der Assekuranz führen.


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