10.05.2022 Sparten/Produkte

Unwetter: Kfz-Versicherer mussten 1,7 Milliarden Euro blechen

Die regio­nale Natur­ge­fah­ren­bi­lanz 2021 des GDV zeigt enorme Unterschiede in der Verteilung der Schäden über die einzelnen Bundesländer. Insgesamt liegt das Niveau vor allem wegen einer Unwetterserie und der Flutkatastrophe im Sommer weit höher als in den Vorjahren.

Das Volumen der Schäden an Kraftfahrzeugen durch Naturgefahren hat sich im vergangenen Jahr fast verdoppelt. (Foto: © Animaflora PicsStock - stock.adobe.com)
Das Volumen der Schäden an Kraftfahrzeugen durch Naturgefahren hat sich im vergangenen Jahr fast verdoppelt.
(Foto: © Animaflora PicsStock - stock.adobe.com)

Unwetter haben im vergangenen Jahr in Deutschland rund 450.000 Schäden in Höhe von 1,7 Milliarden Euro an versicherten Kraftfahrzeugen verursacht. Davon entfielen rund 1,3 Milliarden Euro auf Kfz-Schäden durch Sturm, Hagel und Blitz. Die restlichen 400 Millionen Euro wurden durch Überschwemmungen verursacht.

Schäden doppelt so hoch wie im langjährigen Vergleich

 

„Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Schadenjahr hat sich die Schadensumme fast verdoppelt“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Im langjährigen Durchschnitt werden jährlich rund 390.000 versicherte Fahrzeuge beschädigt, die Schadensumme liegt bei rund 900 Millionen Euro. Verantwortlich für die hohen Schäden im vergangenen Jahr sind laut GDV zwei Wetterextreme: die Unwetterserie im Juni und die Juli-Sturzflut im Ahrtal. „2021 hat sich erneut gezeigt, dass die Folgen des Klimawandels in Deutschland längst spürbar sind. Schon wenige extreme Wetterlagen können immense Schäden anrichten“, so Asmussen.

Westen von Überschwemmungen heimgesucht

 

Von der Flutkatastrophe besonders stark betroffen waren Fahrzeuge an den Flüssen Ahr und Erft. Für 50.000 Schäden leisteten die Kraftfahrtversicherer hier fast 400 Millionen Euro. In den meisten Fällen waren es Totalschäden, die das Wasser an Motoren, Elektronik und am gesamten Fahrzeuginnenraum anrichtete. Die regionale GDV-Naturgefahrenbilanz 2021 in puncto Überschwemmungen führt denn auch Rheinland-Pfalz an, mit im Schnitt 4,1 Schadenmeldungen auf 1000 kaskoversicherte Fahrzeuge. Dahinter folgt Nordrhein-Westfalen mit 2,9 Schadenmeldungen. Bremen steht am Ende dieser Liste, hier wurden die Autofahrer nahezu von Überschwemmungen verschont.

Süd-Bundesländer besonders von Sturm und Hagel betroffen

 

Sturm und Hagel haben 2021 vor allem im Süden Deutschlands schwere Schäden an Kraftfahrzeugen verursacht. Besonders schwere Hagelschäden in Höhe von geschätzt 700 Millionen Euro hat die Unwetterserie im Juni 2021 verursacht. „Insgesamt ist es für die Kraftfahrtversicherer der viertgrößte Hagelschaden seit Beginn der Statistik“, sagt Asmussen. Mit durchschnittlich 19,9 Schadenmeldungen auf 1.000 kaskoversicherte Fahrzeuge traf es die Autofahrer in Baden-Württemberg am stärksten. Damit führt das Bundesland die bundesweite GDV-Bilanz bezüglich Sturm, Hagel und Blitz an. Es folgt Bayern mit 18,9 Schäden, Schlusslicht der Statistik ist auch hier Bremen mit lediglich 1,6 Schadenmeldungen pro 1000 ganzjährigen Verträgen. 


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