03.08.2021 Sparten/Produkte

Marktreport: So digital ist die PKV

Das Analysehaus Morgen & Morgen hat die Tarifbedingungen der privaten Krankenversicherer durchleuchtet. Fazit: Immer mehr Anbieter setzen auf E-Health – jedoch mit unterschiedlichen Leistungen.

Medizinische Beratung via App – von den neuen Digitalservices profitieren nicht nur Personen mit eingeschränkter Mobilität. (Foto: © Syda Productions - stock.adobe.com)
Medizinische Beratung via App – von den neuen Digitalservices profitieren nicht nur Personen mit eingeschränkter Mobilität.
(Foto: © Syda Productions - stock.adobe.com)

E-Rezept, E-Rechnung, elektronische Patientenakte (ePA), elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) bis hin zu Medizin-Apps auf Rezept: Langsam aber sicher schreitet die Digitalisierung von Gesundheitsservices voran. Vorreiter waren hierbei bislang die gesetzlichen Krankenkassen – nicht zuletzt auch dank staatlicher Unterstützung, etwa durch das „Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation“ (Digitale Versorgung-Gesetz oder DVG).

Digitale Portfolios setzen sich auch in der PKV durch

 

Trotz des systembedingten Wettbewerbsvorteil der GKV – für die privaten Krankenversicherungen gilt es, in Sachen Digitalisierung gleichzuziehen. Das Analysehaus Morgen & Morgen hat die digitalen Bemühungen und Fortschritte der Branche unter die Lupe genommen. „Wir haben frühzeitig begonnen, die Auswirkungen im PKV-Markt zu beobachten und stellen fest, dass bereits knapp ein Drittel der Krankenversicherungsgesellschaften Tarifwerke in der PKV-Vollversicherung dahingehend überarbeitet haben“, sagt Thorsten Bohrmann, Senior Versicherungsanalyst bei Morgen & Morgen und ergänzt: „Das wird zunehmend ein Thema in der Vermittlung sein.“ Morgen & Morgen bietet dafür eine spezielle Vergleichssoftware, mit der sich digitale Tarifeigenschaften filtern und gegenüberstellen lassen.

PKV-Anbieter übernehmen 80 bis 100 Prozent der Kosten für Digitalservices

 

Während die neuen digitalen Dienste und Services für GKV-Kunden in der Regel kostenlos sind, werden solche Leistungen in der PKV je nach Tarif individuell vereinbart. So erweitert beispielsweise der eine Versicherer den Katalog an Hilfs- und Heilmitteln um digitale Anwendungen und setzt hier eine einheitliche prozentuale Leistung an. Das heißt, im konkreten Fall wird für eine verschriebene Gesundheits-App genauso viel geleistet, wie für andere Hilfs- und Heilmittel. Der andere Versicherer hingegen widmet den digitalen Anwendungen einen eigenen Punkt in seinem Bedingungswerk.

Auch die Höhe der Leistung variiert. Laut Morgen & Morgen zahlen die meisten Versicherer aktuell zwischen 80 und 100 Prozent der Leistung. „Wir rechnen mit einer dynamischen Entwicklung. Der PKV-Markt wird sich auch in diesem Bereich differenziert entwickeln und Unterschiede in den Tarifen aufweisen. Für die Vermittlung entsteht hier ein neues Feld, das Beachtung in der Beratung bedarf“, schätzt Bohrmann die Entwicklung ein.


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