30.03.2022 Branche

GDV senkt Prognose: Nur noch 2,5 Prozent Beitragsplus

Die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs dürften in diesem Jahr auch das Beitragswachstum der deutschen Versicherungswirtschaft bremsen. So sieht es deren Gesamtverband. Im Vergleich zu anderen Branchen steht die Assekuranz allerdings gut da.

Was die Schäden angeht, seien die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die deutsche Versicherungswirtschaft gering, so der GDV. (Foto: © FM2- stock.adobe.com)
Was die Schäden angeht, seien die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die deutsche Versicherungswirtschaft gering, so der GDV.
(Foto: © FM2- stock.adobe.com)

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erwartet für die gesamte Branche 2022 nur noch ein Beitragsplus von knapp 2,5 Prozent. Bei einer weiteren Eskalation des Ukraine-Krieges dürfte das Wachstum sogar noch schwächer ausfallen. Zur Begründung verwies GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen unter anderem auf die verhaltene Entwicklung in der Lebensversicherung: „Hier rechnen wir mit einem geringen Zuwachs von unter einem Prozent.“

Lebensversicherung als Wachstumsbremse

 

Vor Beginn des Krieges Ende Februar hatte der Verband noch stärkere Erholungseffekte für 2022 erwartet und mit einem Beitragswachstum von bis zu drei Prozent für den gesamten Sektor und bis zu zwei Prozent für die Lebensversicherung gerechnet. Im vergangenen Jahr verbuchten die deutschen Versicherer über alle Sparten hinweg ein kleines Beitragsplus von 1,4 Prozent auf 225 Milliarden Euro.

Die wirtschaftlichen Perspektiven der privaten Haushalte seien seit Ausbruch des Krieges „von deutlich mehr Unsicherheit“ geprägt, sagt Asmussen. Zudem würden die Verbraucher durch die hohen Energiepreise belastet. „Generell gilt: Entscheidungen für langfristige Vorsorge und Absicherungen werden in Krisenzeiten tendenziell in die Zukunft vertagt“, so der GDV-Chef. „Dieses Phänomen konnten wir bereits nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie beobachten.“

Zunahme von Cyberschäden befürchtet

 

Die direkten Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die deutsche Versicherungswirtschaft bewertet der Verband in der aktuellen Ausgabe seiner Publikation „Fokus Märkte“ als gering. Sie seien derzeit insbesondere auf die Transport- und Kreditversicherung beschränkt. Teilweise griffen hier auch Kriegsausschlüsse. Folge des Krieges sei auch ein steigendes Risiko für Cyberangriffe, „die perspektivisch zu zusätzlichen Schadensfällen bei in Deutschland versicherten Unternehmen führen können“. Bis jetzt seien jedoch noch keine vermehrten Schäden im Bereich der Cyberversicherung zu verzeichnen.


Weitere Artikel

Listing

02.04.2025 Branche

Robust und krisenfest: Solvenzquoten bleiben hoch

Trotz Zinsanstiegs und Krisenstimmung – die deutschen Versicherer sind finanziell gut aufgestellt. Nach Schätzungen des GDV bewegen sich die Solvenzquoten – also das Verhältnis von Eigenmitteln zu den gesetzlich geforderten Kapitalpuffern – für 2024 weiterhin auf hohem Niveau.

> weiterlesen
Listing

24.03.2025 Branche

AfW-Vermittler­barometer: Makler gehen bei Gewerbe­versicherung auf Distanz

Komplexe Produkte, schlechter Service, langwierige Prozesse: Der Vertrieb von Gewerbepolicen überfordert zunehmend Maklerinnen und Makler, zeigt eine Studie des Bundesverbands Finanzdienstleistung AfW. Eine gute und individuelle Bestandsbetreuung ist für Gewerbeversicherer ein Schlüssel zum Vertriebserfolg.

> weiterlesen
Listing

19.03.2025 Branche

Nachhaltigkeit von Versicherern wird messbar

Die Fachleute der Ratingagentur Franke und Bornberg analysieren und bewerten die Fortschritte von Versicherern auf ihrem Weg zur grünen Transformation. Ihr neu entwickelter Nachhaltigkeits-Score bietet auch Vertriebsprofis zusätzliche Orientierung bei der Beratung.

> weiterlesen