07.08.2020 Branche

Gewinneinbruch bei der INTER Versicherungsgruppe

Sondereffekte drücken den Gewinn 2019 um über 18 Prozent. Positive Entwicklung in der Krankenzusatzversicherung steht Bestandsrückgang in der Vollversicherung entgegen. Dr. Sven Koryciorz rückt im September in den Vorstand auf.

Am Unternehmenssitz in Mannheim bezeichnet man das Geschäftsergebnis des Vorjahrs als „zufriedenstellend“. (Foto: INTER Versicherungsgruppe)
Am Unternehmenssitz in Mannheim bezeichnet man das Geschäftsergebnis des Vorjahrs als „zufriedenstellend“.
(Foto: INTER Versicherungsgruppe)

Der Mannheimer Versicherungskonzern INTER muss für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Rückgang beim Jahresüberschuss von 18,4 Prozent auf 27,6 Millionen Euro verkraften. Dabei verringerte sich der Anteil des Bereichs Versicherungen am Jahresüberschuss von 29,3 Millionen Euro im Vorjahr auf 20,7 Millionen Euro, während der Anteil des Bereichs Bausparen am Jahresüberschuss von 4,6 Millionen Euro im Vorjahr auf 6,9 Millionen Euro stieg. Das geht aus den heute veröffentlichen Geschäftszahlen hervor. Demnach stiegen die gebuchten Bruttobeiträge im Jahr 2019 um 1,8 Prozent auf 881,3 Millionen Euro. Das Eigenkapital konnte um 5,8 Prozent auf 504,5 Millionen Euro gesteigert werden. Das Kapitalanlageergebnis ging um 1,5 Prozent auf 275,5 Millionen Euro zurück.

Wachstum in der Krankenzusatzversicherung

 

„Das Geschäftsjahr 2019 verlief für die INTER insgesamt zufriedenstellend“, fasst Vorstandssprecher Dr. Michael Solf die Ergebnisse zusammen. „Während der Jahresüberschuss des Konzerns aufgrund verschiedener Sondereffekte geringer ausfiel als 2018, konnten wir die sehr solide Eigenkapitalbasis der INTER weiter stärken.” Im Kernmarkt, der privaten Krankenversicherung, habe man bei den Zusatzversicherungen erneut wachsen können. Weniger erfreulich sei der erneute Bestandsabrieb in der Vollversicherung. In der Lebensversicherung bleibe die Gesamtlage herausfordernd, während die INTER im Kompositbereich den Wachstumskurs der vergangenen Jahre habe fortsetzen können. Trotz enormer Anstrengungen in der internen Organisation, im Vertrieb und der Kundenkommunikation sind die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr laut Vorstandschef Solf höchst unsicher. „Die Coronakrise stellt uns alle vor ungeahnte Herausforderungen.“Exka

Vorstand auf vier Personen aufgestockt

 

In personeller Hinsicht herrscht hingegen Klarheit. Die Aufsichtsräte haben Dr. Sven Koryciorz zum neuen Vorstandsmitglied des INTER Versicherungsverein aG, der INTER Krankenversicherung AG, der INTER Lebensversicherung AG und der INTER Allgemeine Versicherung AG bestellt. Der 46-Jährige wird ab dem 1. September für die Bereiche Mathematik, Rechnungswesen, Zentrales In- und Exkasso, Rückversicherung, Unternehmensplanung, zentrales Controlling und Risikomanagement sowie Zentrale Dienste verantwortlich zeichnen. Er erweitert damit den bisher dreiköpfigen Vorstand. Koryciorz war bisher unter anderem zehn Jahre Mitglied des Vorstands der Karlsruher Lebensversicherung, bis diese im September 2019 mit der Württembergische Lebensversicherung AG verschmolzen wurde.


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