03.03.2021 Branche

Coronablues: Junge Menschen brauchen mehr Psychotherapie

Die Nachfrage nach psychotherapeutischen Angeboten für Kinder und Jugendliche nimmt weiter zu. Die Barmer verzeichnete im vergangenen Jahr 6,3 Prozent mehr Anträge. Welche Rolle Corona dabei spielt.

Viele junge Menschen leiden laut Barmer über Jahre an psychischen Störungen. Eine Therapie kann Kindern und Jugendlichen helfen, wieder positiver in die Zukunft zu blicken. (Foto: © ulkas - stock.adobe.com)
Viele junge Menschen leiden laut Barmer über Jahre an psychischen Störungen. Eine Therapie kann Kindern und Jugendlichen helfen, wieder positiver in die Zukunft zu blicken.
(Foto: © ulkas - stock.adobe.com)

Immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland sind in psychotherapeutischer Behandlung. Innerhalb von elf Jahren hat sich die Zahl der jungen Patientinnen und Patienten mehr als verdoppelt. Das geht aus dem aktuellen Arztreport der Barmer hervor. Demnach benötigten 2019 rund 823.000 Kinder und Jugendliche psychotherapeutische Hilfe, 104 Prozent mehr als 2009. Und der Trend dürfte sich in diesem Jahr noch verstärkt haben: „Corona hinterlässt besonders bei den jungen Menschen Spuren, die ohnehin schon psychisch angeschlagen sind", sagt Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer.

Die Krankenkasse ist mit knapp neun Millionen Versicherten die Nummer 2 in Deutschland. Sie verzeichnete bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (bis 24 J.) gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg bei der Akutbehandlung sowie den Anträgen etwa für eine erstmalige Therapie und deren mögliche Verlängerung um sechs Prozent auf mehr als 44.000 Fälle. „Psychische Probleme können für Kinder und Jugendliche ernste Folgen haben. Deshalb ist es wichtig, auf ihre Alarmsignale zu achten. Zeitnahe Hilfe und Prävention können viel dazu beitragen, dass psychische Probleme erst gar nicht entstehen oder sich verstetigen und zu einer psychischen Erkrankung führen”, so Straub.

Psychotherapie gegen Anpassungsstörungen

 

Von den jungen Barmer-Patienten erhielten im vergangenen Jahr rund 20 Prozent erstmals eine klassische Psychotherapie. Häufig waren laut Arztreport Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen ausschlaggebend. „Die Ursachen dafür sind vielschichtig und können von Trauererlebnissen bis hin zum Mobbing reichen”, heißt es in dem Bericht. Die zweithäufigste Ursache waren Depressionen, gefolgt von emotionalen Störungen im Kindesalter.

 


Weitere Artikel

Listing

29.11.2022 Branche

Haushaltseinkommen: Jeder fünfte Euro stammt aus der Rentenkasse

Der GDV hat Zahlen des Statistischen Bundesamts ausgewertet. Demnach macht sich die demografische Entwicklung in Deutschland auch bei der Zusammensetzung der verfügbaren Einkommen bemerkbar. Inzwischen stammt jeder fünfte Euro aus einer Rente oder Pension. Besonders hoch ist der Anteil in den ostdeutschen Ländern.

> weiterlesen
Listing

25.11.2022 Branche

BaFin entwickelt Strategie für Verbraucherschutz

Die BaFin hat ihre neue Verbraucherschutzstrategie vorgestellt. Sie reagiert damit auf aktuelle, stetig steigende Herausforderungen. Dazu zählen aus Sicht der Behörde: Digitalisierung, demografischer Wandel, Inflation und Nachhaltigkeit. Laut BaFin-Präsident Branson sollten die Menschen jedoch keinen Vollkasko­schutz erwarten.

> weiterlesen
Listing

15.11.2022 Branche

Terrorversicherung: Staatsgarantie für Extremus verlängert

Monatelang wurde vor einem Auslaufen der Staatsgarantie für den Terrorversicherer Extremus gewarnt. Nun hatte das Finanzministerium ein Einsehen und verlängerte diese um zwei Jahre. Die späte Entscheidung wird in der Versicherungsbranche und der Industrie mit Erleichterung aufgenommen.

> weiterlesen