Lahme Leitung: Landstraße statt Datenautobahn
Langsames Internet beeinträchtigt 61 Prozent der Deutschen im Homeoffice – das ergab eine YouGov-Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Check24.

(Foto: Tima Miroshnichenko/Pexels)
Seit über einem Jahr gehören Homeoffice und Homeschooling zum Alltag in der Corona-Pandemie. Esenziell für die Arbeit von zu Hause ist eine gut funktionierende Internetverbindung. Doch hier herrscht regelmäßig Frust. 61 Prozent der Deutschen, die in ihrem Haushalt Erfahrung mit Homeoffice oder Homeschooling sammelten, haben Probleme mit zu langsamem Internet. Das ergab eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag von Check24.
Rasant steigende Nachfrage nach höheren Bandbreiten
Knapp 25 Prozent der Befragten gaben demnach an, dass ihre Arbeit von zu Hause oder das Homeschooling ihrer Kinder schon einmal durch Internetabbrüche oder langsame Geschwindigkeit beeinträchtigt wurden. Bei weiteren 37 Prozent kam das sogar mehrmals vor. „In vielen Fällen ist die schlecht ausgebaute Infrastruktur Schuld am langsamen Internet”, sagt Dr. Markus Schramm, Geschäftsführer Telekommunikation bei Check24. „Moderne und schnelle Internetanschlüsse sind häufig nur in Großstädten verfügbar. Die Verbraucher*innen selbst bestellen hingegen Jahr für Jahr Tarife mit immer höheren Bandbreiten.”
Diskrepanz zwischen bestellter und tatsächlicher Geschwindigkeit
Seit 2010 hat sich die durchschnittlich bestellte Internetgeschwindigkeit versechsfacht. Über Check24 etwa wählten Verbraucher*innen 2010 Internettarife mit einer durchschnittlichen Downloadgeschwindigkeit von nur 17,6 MBit/s. 2020 waren es im Schnitt bereits 107,0 MBit/s.
Doch vielerorts ist die Diskrepanz zwischen bestellter Geschwindigkeit und wirklich ankommender Downloadrate groß. Laut der repräsentativen Umfrage kommen 36 Prozent der Befragten tatsächlich nur auf eine Downloadgeschwindigkeit von 50 MBit/s oder weniger. 17 Prozent müssen sogar mit 20 MBit/s oder weniger vorliebnehmen. „Vor allem Verbraucher*innen in ländlichen Gebieten erleben, dass ihnen nur geringe Bandbreiten am Internetanschluss zur Verfügung stehen”, so Schramm. „Der Breitbandausbau auf dem Land soll durch das neue Recht auf schnelles Internet zwar angekurbelt werden. Durch die nicht definierte Mindestbandbreite fehlt allerdings ein ausschlaggebendes Detail für den Kunden.”
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