09.01.2023 Branche

PKV-Verband leidet: Zahl der Selbstständigen weiter rückläufig

Die Zahl der Selbstständigen in Deutschland ist bereits zum elften Mal in Folge gesunken. Damit schrumpft auch eine wichtige Zielgruppe des PKV-Verbands und seiner Mitglieder.

Duales Ungleichgewicht: Immer weniger PKV-Versicherte, immer mehr GKV-Mitglieder – ein Trend, der bereits seit Jahren anhält. (Foto: © MQ-Illustrations - stock.adobe.com)
Duales Ungleichgewicht: Immer weniger PKV-Versicherte, immer mehr GKV-Mitglieder – ein Trend, der bereits seit Jahren anhält.
(Foto: © MQ-Illustrations - stock.adobe.com)

Trotz des aktuell schwierigen ökonomischen Umfelds steigt die Zahl der Beschäftigten auf dem deutschen Arbeitsmarkt ununterbrochen an. Im Jahresdurchschnitt 2022 waren laut Statistischen Bundesamt (Destatis) hierzulande rund 45,9 Millionen Menschen erwerbstätig – so viele wie seit der Wiedervereinigung 1990 nicht mehr. Es ist vor allem ein Boom der Nicht-Selbstständigen. So wuchs die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt 2022 um 643 000 (+1,6 Prozent).

Die Zahl der Selbstständigen ist laut PKV-Verband dagegen erneut rückläufig. Konkret betrug der Rückgang 54.000 Personen (-1,4 Prozent) bei jetzt insgesamt 3,9 Millionen selbstständig Tätigen. Offensichtlich wechseln sie derzeit vermehrt in die abhängige Beschäftigung – und nutzen dabei die aufgrund des Wettbewerbs um Fachkräfte günstigen Bedingungen für Arbeitnehmer, mutmaßt der Verband.

PKV verliert 600.000 Versicherte in zehn Jahren

 

Damit setzt sich ein langfristiger Trend fort, der bereits das elfte Jahr in Folge anhält. Der kontinuierliche Rückgang der Selbstständigen im letzten Jahrzehnt summiert sich auf rund 600.000 Personen. Für die privaten Krankenversicherer ein echtes Problem. Schließlich verlieren sie mit dem Selbstständigen-Schwund auch einen Teil ihrer potenziellen Kundschaft. Denn als Arbeitnehmer werden die Ex-Freiberufler sozialversicherungspflichtig und zumeist auch Pflichtmitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse.

 (Foto: Destatis 2023)
(Foto: Destatis 2023)

Weitere Artikel

Listing

02.09.2026 Branche

Verband lehnt Kassenpflicht ohne Kassengeschäft ab

Ab Januar 2028 sollen Unternehmer und Freiberufler ab 100.000 Euro Jahresumsatz gesetzlich verpflichtet sein, eine elektronische Kasse zu führen. Hiervon wären auch unabhängige Finanzanlagen- und Immobiliar­darlehens­vermittler betroffen – selbst wenn sie kein Kassengeschäft per Bargeld oder Karten haben. Der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung mahnt jetzt eine praxisgerechte Regelung an.

> weiterlesen
Listing

15.05.2026 Branche

KI-Event: zurück in Berlin

Durch KI erlebt die Welt tiefgreifende Umwälzungen. Der Entscheider-Gipfel „Insurance & Finance go KI“ geht den Chancen und Risiken der digitalen Transformation in der Branche auf den Grund. Machen Sie sich KI-Fit!

> weiterlesen
Listing

25.03.2026 Branche

Koalition macht Ernst: Jetzt kommt das private Altersvorsorgedepot

Union und SPD haben sich auf einen Nachfolger der unbeliebten Riester-Rente geeinigt. Sparer können künftig direkt in ein gefördertes Altersvorsorgedepot einzahlen. Ein Kostendeckel soll für mehr Rentabilität sorgen. Dass der Staat auch selbst als Depotanbieter auftreten wird, stößt in der Versicherungswirtschaft indes auf heftige Kritik.

> weiterlesen